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Massive Verwerfungen globaler Lieferketten

Durch die anhaltende Corona-Pandemie sind die globalen Lieferketten massiv angeschlagen. Die Sperre des wichtigsten Umschlaghafens Ningbo in China, verschärft den nachfrageseitigen Durst nach fehlenden Bauteilen und Enderzeugnissen in Europa zusätzlich.

Rudolf Bsteh, NÖ Fachgruppenobmann der Speditions- und Logistikbranche
© Fracht FWO GmbH Rudolf Bsteh, NÖ Fachgruppenobmann der Speditions- und Logistikbranche

Die Coronainfektion eines Hafenmitarbeiters war Anlass, das gesamte Gelände des zweitgrößten Hafens Chinas Ningbo zu sperren. Am Hafen werden vor allem Frachtschiffe abgefertigt, die für den Seeweg nach Europa, USA und in den Nahen Osten bestimmt sind. Mittlerweile warten mehr als 50 Schiffe in Ningbo auf ihre Abfertigung. 


Überlastungen und Lieferverzögerungen

Folge davon sind Überlastungen in anderen Umschlaghäfen und Verzögerungen der Transportzeit, teilweise sogar um Monate. Diesem Problem schließen sich zudem noch die Nachwirkungen der Blockade auf dem Suez-Kanal durch die  Ever-Given an: „Das Containerschiff Ever-Given ist zwar vor zwei Wochen in Rotterdam angekommen, aber die Ladung wird nicht gelöscht“, so Rudolf Bsteh, Fachgruppenobmann der niederösterreichischen Speditions- und Logistikbranche.


Kostenexplosion durch Blockaden

Die finanziellen Kostenbelastungen für Frachtkunden aufgrund von Lieferverzögerungen und Blockaden lassen ebenso die Frachtkosten in die Höhe schnellen. „Wir bewegen uns derzeit bei einem Frachtpreis von 15.400 Dollar“, sagt Bsteh und führt weiter aus „für einen 40 Fuß-Container lag der Frachtpreis im Frühjahr 2020 von Shanghai-Ningbo nach Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam bei zirka 2.000 Dollar“. Das verschärft ohnehin die prekäre Situation innerhalb der Logistikbranche, die bereits vor der Pandmie mit hohen Preisschwankungen zu kämpfen hatte.


Einfluss auf Lieferfähigkeit

Die Durchlaufzeiten ab Fertigstellung der Waren in Fernost  bei Seetransport  verlängerten sich von 6 Wochen (vor der Pandemie) auf mittlerweile 2-4 Monate.
Das führt zu Verwerfungen der Lieferketten und Lieferausfällen innerhalb aller Branchen – von Kraftfahrzeugen bis hin zur Waschmaschine. Bsteh erklärt, dass der Transport dringend benötigter Fracht über alternative Transportmittel wie Flugzeug, oder über die Seidenstraße auf Schiene zeitgerecht abgewickelt werden kann. „Die Ware ist zwar sehr schnell in Österreich, zugleich ist sie aber mit höheren Kosten belastet, was auch zu deutlich höheren Preisen beim Endverbraucher führt“, so der Fachgruppenobmann.  

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