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Korruptionsstrafgesetz: Eventbranche fordert Reform

Bei ihrer Compliance Enquete in Schloss Laxenburg sprach sich Österreichs Eventbranche mit großem Nachdruck für klarere Bestimmungen im Korruptionsstrafrecht aus.

V.l.: Bundesspartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher, Moderatorin Marie-Claire Zimmermann und Sportlegende Hubert Neuper mit Obmann (und Enquete-Veranstalter) Gert Zaunbauer.
© Gregor Nesvadba V.l.: Bundesspartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher, Moderatorin Marie-Claire Zimmermann und Sportlegende Hubert Neuper mit Obmann (und Enquete-Veranstalter) Gert Zaunbauer.
Gefordert werden im „Laxenburger Appell“ die Einführung einer Bagatellgrenze und einer Obergrenze, ein Streichen des sogenannten Anfütterungsparagraphen sowie eine Konkretisierung des Amtsträgerbegriffes. „Damit keine Missverständnisse aufkommen – niemand von uns will das Anti-Korruptionsgesetz abschaffen“, erklärt Obmann Gert Zaunbauer. Wie unbestimmt die derzeitigen Regelungen sind, veranschaulicht Zaunbauer am Begriff des „Amtsträgers“:
„43 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher sind da betroffen. Fast jeder zweite Bürger, vom Feuerwehrmann bis zum ORF-Portier, dürfte somit nicht zu einer Jubiläumsfeier oder einem feierlichen Dankesabendessen eingeladen werden.“
„Die Event-Branche braucht dringendst ein alltagstaugliches Compliance-Gesetz. Die Verunsicherung in den Firmen – welche Einladung kann ich annehmen, welche nicht – ist geschäftsschädigend und damit existenzbedrohend geworden,“ hält Hermann Wurzenberger, Schladminger Schi-WM-Profi und Geschäftsführer der Show Express GmbH, fest. Eine ganze Branche stehe unter Generalverdacht, dass sie VIP-Loungen als Brutstätten von Korruption und Packelei zur Verfügung stelle, ärgert sich Obmann Zaunbauer: „Für Marketing-Abteilungen gleicht es einem schweißtreibenden Drahtseilakt, honorige Ehrengäste und relevante Würdenträger zu einem Event für effizientes Networking zu bekommen.“ Sportlegende Hubert Neuper ist ebenso verzweifelt: „Wir Veranstalter sind abhängig von Firmen, die bei uns Karten kaufen und Kunden zu Events einladen. Das geht in der Schweiz und Dänemark, nur bei uns nicht – warum?“
WKO-Spartenobfrau Petra Noc-ker-Schwarzenbacher weist darauf hin, dass der österreichische Tourismus von seiner einzigartigen Gastfreundschaft und Einladungskultur lebe: „Diese dürfen nicht durch überbordende Compliance Regeln eingeschränkt werden.“
Ähnlich sieht es Event-Marketing-Board-Präsident Martin Brezovich: „Die aktuelle Regelung ist ein Anschlag auf den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich. Einer ganzen Branche, die mit einzigartigen Eventformaten wesentlich zur touristischen Bewerbung Österreichs beisteuert, wird das Leben unnötig schwer gemacht.“ Erik Kastner, Vorsitzender der Eventnet.Austria, weist auf den volkswirtschaftlichen Aspekt hin: „Einer IHS-Studie zufolge trägt die Event-Branche knapp neun Milliarden Euro an Umwegrentabilität zum BIP bei und beschäftigt über 140.000 Mitarbeiter.“

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