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Kollektivvertrag Handel NEU

Neues Gehaltssystem Handelsangestellte: Ab 1.1.2022 verliert die Gehaltsordnung Alt ihre Gültigkeit. Kompakt stellen wir hier die notwendigen Schritte vor.

Informieren Sie sich rechtzeitig über die neue Gehaltsordnung im Handel und holen Sie sich Tipps bei den Experten der WKNÖ
© AdobeStock Informieren Sie sich rechtzeitig über die neue Gehaltsordnung im Handel und holen Sie sich Tipps bei den Experten der WKNÖ
Schritt 1: Holen Sie Informationen ein: Der Umstieg soll gut vorbereitet sein. Auf der Seite des NÖ Handels findet sich umfangreiches Material: www.wko.at/branchen/noe/handel/Kollektivvertrag-Handel-NEU.html

Schritt 2: Legen Sie den Umstiegsstichtag fest: Der Umstiegsstichtag muss in Betrieben mit Betriebsrat mittels Betriebsvereinbarung festgelegt werden. In Betrieben ohne Betriebsrat kann der Umstiegsstichtag autonom vom Unternehmen festgelegt werden. Darüber sind die Mitarbeiter jedoch drei Monate vor dem beabsichtigten Umstiegsstichtag zu informieren.  

Schritt 3: Informieren Sie Beschäftigte und Sozialpartner: Die Mitarbeiter sind drei Monate vor dem beabsichtigten Umstiegsstichtag schriftlich zu informieren. Hierfür gibt es keine Formvorschriften. Wir empfehlen jedoch das Muster aus dem Kollektivvertrag zu verwenden. In Betrieben, in welchen der Umstiegsstichtag mittels Betriebsvereinbarung festgelegt wurde, entfällt die Informationspflicht. Es wird jedoch eine zwischen Betrieb und Betriebsrat abgestimmte zeitgerechte Information an die Angestellten empfohlen. Die Kollektivvertragsparteien ersuchen um Übermittlung des Umstiegsstichtags von Betrieben mit dauerhaft mehr als zehn ArbeitnehmerInnen mindestens drei Monate im Vorhinein mittels formloser Mail (Name und Adresse des Betriebes, Anzahl der Arbeitnehmerinnen, Zeitpunkt des Umstiegs) an bsh@wko.at oder handel@gpa.at

Schritt 4: Stufen Sie Ihre Mitarbeiter in das neue Beschäftigungsgruppenschema ein: Jeder Handelsangestellte wird in das neue Gehaltssystem übernommen. Dabei ist folgendermaßen vorzugehen:  
⇒ Prüfen Sie, ob die aktuelle Einstufung für den Mitarbeiter (noch) passt. 
⇒ Die Einstufung in das neue Beschäftigungsgruppenschema erfolgt immer anhand der konkret
     ausgeübten Tätigkeit (Beschäftigungsgruppe A-H). 
⇒ Es wurden sieben Arbeitswelten erarbeitet und diesen Arbeitswelten wurden 75
     Referenzfunktionen zugeordnet. Für die richtige Einstufung ist die Beschreibung der
     Beschäftigungsgruppe maßgebend, die Referenzfunktionen können Sie als Orientierungshilfe
     nehmen. 
⇒ Haben Sie die passende Beschäftigungsgruppe gefunden (A-H), erfolgt die Einstufung in jene
     Stufe dieser Beschäftigungsgruppe, welche dem nächsthöheren KV-Gehalt zum aktuellen KV-
     Gehalt im alten Gehaltssystem entspricht. 
⇒ Der Angestellte wird jeweils in das erste Jahr dieser Stufe eingereiht. Im Übergang gibt es keine
    separate Vordienstzeitenanrechnung! 
⇒ Der individuelle Vorrückungsstichtag bleibt gleich, der Umstiegsstichtag wird nicht zum neuen
    Vorrückungsstichtag. Die erste Vorrückung nach dem Umstiegsstichtag erfolgt „im dritten Jahr“
    mit jenem Monatsersten, der dem Vorrückungsstichtagsmonat vor dem Übertritt in die neue
    Gehaltsordnung entsprochen hat. (im besten Fall nach 2 Jahren und 1 Monat und im
    schlechtesten Fall nach 2 Jahren und 11 Monaten)
⇒ Beachten Sie Übergangsbestimmungen: Mitarbeiter dürfen im neuen Kollektivvertrag nicht
     schlechter gestellt werden. Einige Mitarbeiter werden im Zuge des Umstiegs „runtergestuft“
     (z.B. Kassenkräfte von BG 3 auf BG C) eine Benachteiligung als Folge des Umstiegs ist jedoch
     nicht zulässig, daher entsteht hier eine Überzahlung zum neuen KV-Gehalt. Diese Überzahlung
     nennt man Reformbetrag 1, dieser bleibt bei KV-Erhöhung wertgesichert. Überzahlungen zum
     kollektivvertraglichen Mindestentgelt verringern die Kosten des Überganges, da die
      Überzahlungen auf höhere kollektivvertragliche Mindestgehälter angerechnet werden dürfen.  
     Prämien, Provisionen und Umsatzbeteiligungen sind freiwillige Entgeltbestandteile und
     unabhängig zum Übergang zu sehen. Im Zuge des Übergangs sind diese auf höhere
     kollektivvertragliche Mindestgehälter nicht anrechenbar.

Schritt 5: Stellen Sie die Umstiegsdienstzettel für Ihre Mitarbeiter aus: Jedem Handelsangestellten müssen Sie einen Monat vor dem Umstiegsstichtag einen Dienstzettel NEU mit der neuen Einstufung und dem neuen Gehalt ausstellen. Ein Dienstzettel muss grundsätzlich nicht unterschrieben werden (bei Vertragsänderungen natürlich schon). Es wird jedoch empfohlen, sich den Erhalt bestätigen zu lassen.

Hinweis Arbeiter

Die Lohnordnung der Arbeiter wurde bereits mit 1.1.2021 umstrukturiert. Überprüfen Sie auch hier, ob die aktuelle Einstufung passt. Hier mussten Sie nicht extra umsteigen, es hat sich jedoch die Textierung etwas verändert so ist etwa die Lohnstufe 6 in der Lohntafel für Handelsarbeiter 2021 A) Allgemeiner Groß- und Einzelhandel weggefallen.

Gerne übersehen wird auch, dass Arbeiterinnen/Arbeiter mit Kommissioniertätigkeiten nun
explizit in der Lohnstufe 3 genannt werden.

Mehr unter: wko.at/branchen/noe/handel/Kollektivvertrag-Handel-NEU.html


Expertentipp von Melanie Stübler

Melanie Stübler
© WKNÖ/Christoph Kneissl Melanie Stübler
Mit Jänner 2022 verliert die Gehaltsordnung Alt für Angestellte im Handel ihre Gültigkeit. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es wichtig, ich früh genug mit dem Thema zu beschäftigen. Nutzen Sie bereits den Sommer, um vorzubereiten. Der administrative Aufwand sollte nicht unterschätzt werden.

Beachten Sie auch, dass der Aufwand beim Umstieg am 1.1.2022 größer ist, da hier die jährlichen KV-Erhöhungen ebenfalls zu berücksichtigen sind.

Kontakt:
Melanie Stübler, T 02742 851 18320
E handel.rechtsreferat@wknoe.at



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