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„Klimaschutz ist eine große Chance für die Branche der Elektrotechniker“

Interview mit LIM Friedrich Manschein (Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker)

LIM Friedrich Manschein
© Imre Antal LIM Friedrich Manschein
Was sind die brennendsten Themen der Branche?
Manschein: Ganz klar:  Klimaschutz und Fachkräftemangel. Im Regierungsprogramm ist festgelegt, dass Österreich bis 2040 klimaneutral sein soll. Das ist sehr ambitioniert. Für die Elektrotechnik-Branche ergeben sich damit große Chancen. Das beginnt bei Investitionen in Photovoltaik-Anlagen, Speicherlösungen oder Elektroheizungen und führt hin zur Elektromobilität.

Ein weites Feld. Welche Voraussetzungen braucht es, damit Betriebe davon profitieren?
Ich bin mir sicher, Einzelritter werden es schwer haben. Daher plädiere ich für eine Bündelung der Kräfte. Wir müssen gemeinsam die Chancen nutzen. Ein gutes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Photovoltaic Austria.
Ein weiterer Ansatzpunkt ist die OIB-Richtlinie 6: Konkret denke ich hier an die Anpassung des CO2-Index, der in der OIB-Richtlinie 6 festgelegt ist, sprich 60 anstatt 265 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Elektrischer Strom aus NÖ ist nicht schmutzig!
 
Das setzt Zusammenarbeit mit den anderen Playern des Bundeslandes voraus.
Richtig, das werden wir in Zukunft genauso handhaben, wie wir es die letzten Jahre auch gemacht haben. Nur so können wir Vorhaben wie unsere geplante Aus- und Weiterbildungsinitiativen an der LBS Stockerau, im WIFI, mit dem Kuratorium für Elektrotechnik und auch an den HTL umsetzen. Generell stehen wir in engem Kontakt mit dem Land Niederösterreich, dem Landesenergieversorger EVN, dem Netzbetreiber Netz NÖ und dem Gremium Energiehandel. Die Gesprächsbasis ist gut – das soll und wird auch so bleiben.

Thema Fachkräftemangel: Wie stark ist Ihre Branche betroffen?

Wie gesagt, die Herausforderung ist für alle Branchen groß. Hauptgründe sind die schwachen Geburtenjahrgänge und die noch immer vorhandene schlechtere Akzeptanz von Lehrberufen in der Gesellschaft.

Welche Maßnahmen können ihrer Meinung nach etwas bewirken?

Der Lehrberuf ist die einzige Ausbildung, bei der die Kosten von den Unternehmen getragen werden müssen. Als Innung verfolgen wir das Ziel, den Lehrbetrieben eine Aus- und Weiterbildungsförderung in Höhe von 2.000 Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Insgesamt haben wir ein Bündel an Vorschlägen und Maßnahmen parat: 
Akquisition von Umschulern aus anderen Branchen (z.B. Automobilindustrie) in Zusammenarbeit mit dem AMS
Leichterer Zugang für qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland
Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems zum trialen System. Inhalte, die von den Betrieben nicht angeboten werden können, sollen überbetrieblich, ähnlich der Bauakademie, angeboten werden
Spezialisierung im Betrieb und Spezialisierung in der Branche sowie Ausgleich von Defiziten durch Kooperationen

Generell geht es darum, Jugendliche zu motivieren, einen Lehrberuf zu ergreifen. Es liegt an uns, zu zeigen, wie spannend eine Lehre ist und darauf hinzuweisen, dass diese Ausbildung viele Möglichkeiten bietet. Ein richtiger Schritt ist das Modell der Lehre mit Matura. Das müssen wir forcieren. Auch die Möglichkeit der Elektrotechniker-Lehre mit Studium zeigt, was möglich ist. Die Lehrlinge schließen dabei mit dem Bachelor Smart Engineering ab (siehe Seite 8).

Ist die Digitalisierung auch ein Lösungsansatz?
In Zusammenhang mit dem fehlenden Personal kann sie eine Entlastung sein. Große Hoffnungen setzen wir aber auch in die Automatisierung. Viele Arbeitsschritte, die heute noch Routine oder gar gesundheitliche Beeinträchtigungen bedeuten, werden in Zukunft durch Roboter und künstliche Intelligenz erledigt werden. Wir müssen unsere Mitglieder bei dieser Entwicklung begleiten und helfen, diesen Schritt als eine Chance für die Zukunft des Handwerkes zu sehen. Die Vorteile der Digitalisierung sehe ich aber auch bei der Bekämpfung des Bürokratie- und Vorschriftendschungels, die mir ein Herzensanliegen ist. Die Normenförderung der Innung in Höhe von bis zu 1.000 Euro halte ich hier genauso für eine sinnvolle Maßnahme, wie die Erarbeitung von einfach bedienbaren Tools zur Erstellung von Prüfbefunden.

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