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Interview mit LIM Friedrich Manschein: „Digitalisierung und Automatisierung haben großes Potenzial“

Friedrich Manschein wurde erneut zum Innungs­meister der Landesinnung gewählt. Hier das Interview zur Einschätzung der aktuellen Lage.

Landesinnungsmeister Friedrich Manschein
© Josef Bollwein Landesinnungsmeister Friedrich Manschein
Wir erleben ein besonderes Jahr, was sind die aktuellen Herausforderungen?
Das Thema, das mich und uns am meisten beschäftigt, ist kein neues – keines, das speziell mit dem heurigen Jahr zu tun hat.
Kurz gesagt: Wir haben viel Arbeit und zu wenig Fachkräfte! Der Branche geht es grundsätzlich gut, wir werden aufgrund technischer Entwicklungen auch weiter viel zu tun haben und wir brauchen dringend ausgelernte Facharbeiter, Ingenieure und Techniker.

Welche Veränderungen sehen Sie auf die Branche zukommen?
Ich sehe großes Potenzial in der Digitalisierung und Automatisierung. Das Handwerk hat diesbezüglich noch viel aufzuholen. Die Bedenken, dass die Automatisierung Arbeitsplätze spart, ist richtig – aber diese Menschen fehlen uns ja sowieso. Die Stellen können wir seit Jahren nicht besetzen, nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir niemanden finden.

Aus meiner Sicht gibt es zwei positive Aspekte – einerseits können schwere, immer wiederkehrende Arbeiten automatisiert werden, statt monotoner Handarbeit könnten Drohnen oder Roboter eingesetzt werden. Und zweitens sind diese Arbeiten oft auch gefährlich. Hier würde das Risiko für unsere Mitarbeiter erheblich reduziert. Ich denke, hier ist eine ganze Branche gefordert, umzudenken!


Wieso sind Sie sicher, dass Sie auch in Zukunft genug Arbeit haben werden?
Um die Umwelt nicht weiter zu zerstören, müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, eine große Chance sind erneuerbare Energien.
Die Menge an Photovoltaik-Anlagen und Speicher, die in den letzten 20 Jahren installiert wurde, muss – um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen – künftig jährlich dazukommen. Wer wird das machen? Wir – denn wir sind eine Branche, die den Zeitgeist trifft.

Was sind Ihre aktuellen Themenschwerpunkte?
Eine unserer zentralsten Aufgaben in der Innung sind die Normen und Vorschriften. Sie sind wichtig, weil sie Anleitung, Sicherheit, Orientierungshilfe geben – gleichzeitig sind sie eine Geißel, weil es derer eine unüberschaubare Anzahl gibt.
Ordnung und Übersicht bieten aktuell zwei Apps – die E-LAP für Lehrlinge mit Fragen zur Lehrabschlussprüfung; neu gibt es jetzt den E-Helfer, eine Initiative von Großhandel, Gewerbe und Industrie, der den Arbeitsalltag als mobiles Nachschlagewerk für Normen und Vorschriften erleichtert.
Als Innung verstehen wir uns auch als Netzwerk. Ich habe mir vorgenommen, den Kontakt zu den technischen Ausbildungsstätten HTL oder Technische Universität zu suchen und zu verstärken. Auch mit unseren Mitgliedern möchte ich den Kontakt intensiv pflegen – vielleicht müssen wir hier vermehrt digitale Formate nutzen.

Was bedeutet Corona jetzt für die Branche?
Selbstverständlich sind die veränderten Bedingungen Anstoß für ein Umdenken. Wir wissen, es geht nichts über eine persönliche Kommunikation – allerdings ist ein Nachdenken darüber angebracht, wie viel Aufwand das auch bedeutet. Ich denke, eine Mischung wird uns allen das Leben erleichtern – wir können Zeit sparen, effizienter arbeiten. Digitale Besprechungen sind auch anstrengend und verlangen Disziplin und eine gute Vorbereitung.
Wir unterstützen unsere Mitglieder in der Krise mit speziellen Fördermaßnahmen. Neben unseren Klassikern „Förderung für Aus- und Weiterbildung“, „Förderung für Normenankauf“ und „Förderung für die Ausbildung Arbeiten unter Spannung“ haben wir eine neue Förderung für den Corona-bedingten Ankauf von Masken und Hygieneartikel ins Leben gerufen. Alle Details dazu sind auf unserer Hompage abrufbar: www.wko.at/noe/elektro

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Branche?
Generell ist unsere Branche mit einem blauen Auge davongekommen – wir konnten fast durcharbeiten. Kurzarbeitszeitmodelle haben Lohnkosten abgefedert,  und Steuerstundungen waren eine große Erleichterung – um nur ein paar Stichworte zu nennen.
Sieht man es differenzierter, so gibt es doch enorme Unterschiede: Die Beleuchter und Beschaller hat es hart getroffen, Bau- und Baunebengewerbe haben derzeit noch enorm viel Arbeit. Ich rechne damit, dass es jedoch viele noch zeitverzögert spüren werden. Heute wissen wir nicht, wie sich die zweite Welle entwickelt. Ich denke, dass wir besser vorbereitet sein werden, aber der große Boom schwächt sich ab.
Mein Appell ist, im nächsten Jahr wachsam zu sein und die Fixkosten im Auge zu behalten!

Zahlen und Ziele der Landesinnung

2.398 aktive Mitgliedsbetriebe
1.082 Lehrlinge, 37 davon weiblich
200 Lehrlinge bestanden 2019 die Lehrabschlussprüfung
195 Neugründungen gab es im Jahr 2019
Einen wichtigen Schwerpunkt der Innungsarbeit bilden die Fördermaßnahmen zu Themen wie etwa Weiterbildung, Normen, Ausbildungsmaßnahmen für „Arbeiten unter Spannung“ oder Masken und Hygieneartikel

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