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Kampagne „G‘lernt is g‘lernt“ gestartet

Unternehmerinnen in technischen Berufen, die ihre Karriere mit einer Lehre begonnen haben, vor den Vorhang holen: Das will die Kampagne „G‘lernt is g‘lernt“von Frau in der Wirtschaft Niederösterreich.

Interview mit Judith Hönig

Judith Hönig
© Philipp Monihart

Sieben niederösterreichische Unternehmerinnen wurden dazu in einem ersten Schritt portraitiert. Und das im doppelten Sinne: Mittels einer Plakatserie (siehe unten) und im Interview. Den Beginn macht Judith Hönig, Steinmetzin aus Wiener Neustadt:

  • NÖWI: Wie begann Ihr Weg in die Selbstständigkeit?
    Hönig: Nachdem ich meine Lehre als Steinmetzin abgeschlossen hatte, bin ich ein paar Mal auf Praxis nach Deutschland in einen großen Natursteinbetrieb gegangen. 1991 bin ich dann in die Firma eingestiegen und habe sie 2003 übernommen.

  • Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
    Ich wusste schon immer, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters und Großvaters treten möchte und den Steinmetzmeisterbetrieb weiterführen werde. Somit war klar, dass ich den Steinmetzberuf erlerne.

  • Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen?
    Unseren Betrieb gibt es seit 1890, ich führe diesen in der vierten Generation. Das Besondere ist, dass wir „klein und fein“ sind.

  • Was ist Ihnen wichtig und wofür setzen Sie sich ein?
    Ich nehme mir sehr viel Zeit für meine Kunden. Wichtig ist mir, auf die Kunden und deren Wünsche einzugehen. In unseren Geschäften muss man sich wohlfühlen, ich lege sehr viel Wert auf Freundlichkeit und Kundenservice. Persönlich setze ich mich neben meiner Arbeit sehr für die Wiener Neustädter Innenstadt und die niederösterreichischen und österreichischen Steinmetze ein.

  • Auf welchen Fehler würden Sie rückblickend gerne verzichten?
    Fehlentscheidungen betrachte ich nicht als Fehler – zu dem Zeitpunkt der Entscheidung waren sie überlegt und richtig, wenn sie sich als Fehlentscheidung herausstellen, akzeptiere ich das und mache das Beste daraus.

  • Welchen Stellenwert hat der Bildungsweg/die Lehre für Sie?
    Ohne eine gute Ausbildung wie beispielsweise eine Lehre wird man es beruflich sehr schwer haben. Wichtig ist, immer zu wissen, wovon man redet, womit man es zu tun hat. Es gibt nichts Schlimmeres, als keine Ahnung zu haben. Man muss auch nicht alles wissen, aber man muss ehrlich sein und bleiben.

  • Was ist die größte Herausforderung in Ihrer Selbstständigkeit?
    Als Chefin muss ich schauen, dass ich alles am Laufen halte.

  • Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
    Auf die Organisation des ersten „Stein in Bewegung“-Tages 2019 in Wiener Neustadt! Dabei wurde ein Block aus St. Margarethener Sandstein von vier Steinmetz-Weltmeistern behauen und mit einem „Welt in Bewegung“-Schriftzug sowie den Wiener Neustädter Wahrzeichen versehen. Dieser Stein ziert nun den Grünstreifen vor der historischen Stadtmauer am Johannes von Nepomuk-Platz.

  • Was sind Ihre Stärken?
    Ich scheue mich nicht vor Entscheidungen und bin sehr konsequent.

  • Wie entspannen Sie in Ihrer Freizeit?
    Ich gehe gerne essen und treibe Sport.

  • Welchen Rat geben Sie Jugendlichen, die vor der  Berufswahl stehen?
    Frage Dich, was Dir Spaß macht! Wichtig ist, Freude an seiner Arbeit zu haben.

  • Frauen, die von der Selbstständigkeit träumen, sollten auf jeden Fall …
    … den Schritt wagen!

  • Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Familie und Beruf?
    Ich versuche, die wenige Zeit, die für das Privatleben bleibt, miteinander zu nützen.

FIW-Landesvorsitzende Vera
Sares:

„Diese Kampagne soll zeigen, welche Wege man mit einer Lehre beschreiten kann – nämlich alle, die man will! Indem wir
erfolgreiche Unternehmerinnen
in technischen Berufen präsentieren,
wollen wir in Mädchen und jungen Frauen die Begeisterung für das Unternehmertum
wecken.“

Philipp Monihart
© Vera Sares

Judith Hönig, Steinmetzin aus Wiener Neustadt

Judith Hönig
© Philipp Monihart

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