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WIFO-Konjunkturtest: Industriekonjunktur für viele NÖ Betriebe „unsicherer als je zuvor“

WKNÖ-Industriespartenobmann Schwarzl drängt auf rasche Entlastungsmaßnahmen – „Getrübte Stimmung in der Industrie ist Alarmsignal für gesamten Standort. Jeder Tag zählt!“

Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer NÖ
© Michael Schelberger Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer NÖ

Die Konjunktur in Niederösterreichs Industrie verliert an Schwung, das Produktionsklima trübt sich ein. Knapp 40 Prozent der Betriebe bewerten die zukünftige Geschäftslage im aktuellen WIFO-Konjunkturtest als „unsicher“, ein Drittel sogar als „unsicherer als je zuvor“. „Das ist ein neuer Höchstwert an Unsicherheit, der sogar die Werte am Beginn der Corona-Pandemie übersteigt“, so Helmut Schwarzl, der Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). Schwarzl drängt vor diesem Hintergrund dringend auf Entlastungen und vertrauensgebende Maßnahmen für die Betriebe.

Ruf nach praxistauglicher Strompreiskompensation

„Wir brauchen rasche Sicherheit für eine preislich verkraftbare Gasversorgung und Unterstützung bei Umstellungen auf andere Energieträger“, betont Schwarzl. „Das ist nichts, was man mit einem Federstrich erledigt. Da brauchen die Unternehmen rasch Rechtssicherheit. Jeder Tag zählt!“ Konkret fordert Schwarzl eine rasche und praxistaugliche Strompreiskompensation, wie es sie in den meisten westeuropäischen Staaten bereits gibt. Und es brauche angesichts der drastisch gestiegenen Energiekosten einen raschen und ausreichenden Zuschuss für energieintensive Unternehmen.

Verschlechterungen bei Produktion und Auftragslage

Gemäß WIFO-Konjunkturtest für die NÖ Industrie hat die Produktion in den letzten drei Monaten zwar noch überdurchschnittlich zugelegt, der Zuwachs im Vergleich zum Vorquartal hat sich aber deutlich abgeschwächt. Rund 23 Prozent der Unternehmen melden Produktionssteigerungen, knapp über zehn Prozent mussten sie drosseln. Zum Vergleich: im Frühjahr lagen diese Werte noch bei 31 bzw. sieben Prozent. Auch die Auftragslage hat sich massiv verschlechtert. Zwar sind noch rund 85 Prozent der Unternehmen mit der derzeitigen Auftragslage zufrieden.  Im Vergleich zum Vorquartal bedeutet das aber ein Minus von sieben Prozent. Schwarzls Resümee: „Alle Zeichen deuten nach unten, die Betriebe brauchen da dringend Entlastung und Sicherheit“, so der WKNÖ-Industriespartenobmann. „Die getrübte Stimmung in der Industrie ist ein Alarmsignal für den gesamten Standort – von der Produktion bis zu den Arbeitsplätzen.“  

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