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In der Schmauserei

Genuss und Regionalität: Kurz vor dem ersten Lockdown eröffnet, kredenzt Patrick Lentavitsch in seinem Lokal, der Schmauserei in Obersdorf bei Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach), Gaumenfreuden. Und hat sich binnen kurzer Zeit zwei Hauben erkocht.

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© Renate Schwarzmüller Patrick und Anastasija Lentavitsch haben sich in den ersten Monaten schon zwei Hauben erkocht.
Routinierte Handgriffe. Prüfender Blick. Zufriedenes Lächeln. „Diese Teller können raus. Tisch 12“, sagt Patrick Lentavitsch bestimmt und schickt zwei Portionen „Knusprigen Topinambur mit Sellerie, Senfkaviar, Walnuss und dehydriertem Brokkoli“ auf den Weg in die gemütliche Gaststube der Schmauserei in Obersdorf bei Wolkersdorf. 

Im Februar letzten Jahres haben Patrick und seine Frau Anastasija ihr Lokal eröffnet – zwei Wochen vor dem ersten Lockdown. Über den Sommer haben sie sich zwei Hauben erkocht. „Das hat uns während der langen Zeit, in der nur Take-Away möglich war, motiviert“, blickt der Jungunternehmer zurück. Hilfe und Unterstützung – in der Gründungsphase und während der Zeit der Pandemie – bekam Lentavitsch von der Bezirksstelle Mistelbach.

Die Liebe zum Kochen kam erst mit der Zeit

Von seiner Großmutter mit dem Kochvirus infiziert, besuchte Lentavitsch nach der Haupt- eine Kochschule in Wien. „Doch die Liebe zum Kochen hat sich erst mit der Zeit entwickelt. Heute liebe ich die Vielfalt dieses Berufs. Die Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben. Man lernt stets Neues dazu. Es wird nie langweilig“, sagt Lentavitsch und wischt sich die Hände am karierten Tuch ab, das an seiner Kochschürze hängt.

Nach der Ausbildung folgten Wanderjahre im In- und Ausland. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, doch es gab immer Vorgaben, ich konnte mein kreatives Potenzial nicht komplett entfalten.“ So wagte Lentavitsch den Schritt in die Selbstständigkeit und hat diese Entscheidung bislang nicht bereut. „Corona war schwierig – nicht nur für uns. Aber wir haben durchgebissen, unser Ziel immer vor Augen. Und der Re-Start ist wirklich gut gelaufen“, freut sich der Unternehmer.

Das Trio in der Küche versteht sich blind. „Wir haben vorher schon zusammengearbeitet. So haben wir uns auch kennen und lieben gelernt“, erklärt Anastasija Lentavitsch, ebenfalls Köchin. Gemeinsam zu arbeiten und zu leben funktioniert beim Unternehmerpaar gut. „Wir teilen die gleiche Leidenschaft, tüfteln und entwickeln gemeinsam neue Rezepte.“

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© Renate Schwarzmüller

Regional und frisch

Die Zutaten für die frischen Speisen in der Schmauserei kommen vorwiegend aus der Umgebung. „Mir war es schon immer  ein Anliegen, die Produkte nahezu vollständig aus der Region zu beziehen. Dank dem großen Angebot an ausgezeichneten Landwirten und Winzern aus der Umgebung können wir unser Motto ,regional und frisch‘ hier in Obersdorf umsetzen“, betont Lentavitsch und hebt zwei Hauptspeisenteller hoch. „Ich mag den Kontakt mit den Gästen, ich bewirte die Menschen gerne und unterhalte mich mit ihnen. Deswegen lasse ich es mir auch nicht nehmen, ab und an die Speisen selbst zum Tisch zu bringen.“

Österreichische Küche neu interpretiert

Helles Holz, moderne Möbel, liebevoll gestaltete Dekoration. Der Innen- (70 bis 80 Sitzplätze) und Außenbereich des Lokals ist geprägt von einer Kombination aus traditionell und modern. So wie die Speisen. „Wir bieten österreichische Küche, aber interpretieren viele Gerichte neu“, erklärt Lentavitsch. „Dieses Dessert etwa nennt sich Coco Jambo. Dahinter verbirgt sich eine Schokokugel, gefüllt mit einer Raffaellocreme. Serviert wird sie mit Marilleneis.“
Für die Zukunft wünschen sich Lentavitsch und sein Team, „dass wir offen halten dürfen. Dann ergibt sich alles andere von selbst.“ 

www.die-schmauserei.at

Innovative Betriebe, die auf Regionalität setzen, treffen den Nerv der Zeit. Zwei Hauben innerhalb so kurzer Zeit  zeigen, dass das junge Unternehmen auf dem richtigen Weg ist. Ich wünsche Patrick Lentavitsch und seinem Team auch weiterhin viel Freude und Erfolg.

Kurt Hackl, Obmann der Bezirksstelle Mistelbach

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