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Grüne Zukunft für die Ölheizung

Das Pariser Klimaschutz-Abkommen stellt die Besitzer von Ölheizungen – rund 650.000 Haushalte in Österreich – vor finanzielle Herausforderungen. „Die Vision ist deshalb, fossiles Heizöl durch flüssige Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen“, erklärt Oliver Eisenhöld, Obmann des Energiehandels in der WKNÖ. Denn: Grünes Heizöl ist ein wichtiger Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel.

Thermostat
© AdobeStock Die Vision ist es, fossiles Heizöl durch flüssige Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen

Die Anlage schaut nicht anders aus, es ist eine herkömmliche Heizölanlage“, sagt Thomas Traxler, Geschäftsführer der AVIA in Zwettl, und deutet auf die Rohre, Knöpfe, Druckmesser und Schalter hinter sich. „Nur das Produkt, das wir einfüllen, ist ein anderes.“

Die AVIA Eigl GmbH in Zwettl ist eine von insgesamt 13 Anlagen in Österreich, in denen das Institut für Wärme- und Öltechnik (IWO) – gemeinsam mit der Mineralölwirtschaft – den Einsatz klimafreundlicher Flüssig-Brennstoffe testet. „Wir heizen jetzt den dritten Winter mit Öl auf pflanzlicher Basis, so genannten Hydrotreated Vegetable Oils. Es läuft problemlos und ohne Unterschiede“, zieht Traxler Bilanz.

Das NÖ Unternehmen legt schon seit vielen Jahren Wert auf die Reduktion von CO2. So wird etwa das Tanklager in Zwettl großteils per Lieferung mit Bahn befüllt, AVIA Eigl betreibt fünf eigene Erdgastankstellen und hat zwei eigene Erdgas-Lkw angeschafft. Darüber hinaus produziert der Betrieb seit zehn Jahren Pellets unter der Qualitätsmarke „Waldviertel Pellets“.

Innovationsgeist der Branche ist gefragt

„Der Energiehandel hat sich schon immer zu den Klimazielen bekannt. Hier sind gemeinsame Lösungen gefordert. Die Ölheizung soll deshalb eine grüne Zukunft haben. Ziel ist die Produktion von klimaneutralem Heizöl, das in bestehenden Ölheizungen verwendet werden kann. Ein Austausch der Heizanlage ist damit nicht notwendig“, erklärt Oliver Eisenhöld, Obmann des Energiehandels in der WKNÖ, und macht damit den rund 650.000 Haushalten in Österreich Hoffnung, die mit Öl heizen. „In der Energiepolitik gibt es zwei große Herausforderungen: Die Speicherung von erneuerbarer Energie und Verwendung bestehender Heizanlagen. Die Vision ist es deshalb, fossiles Heizöl durch flüssige Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen“, gibt Eisen-höld die Richtung vor. Dadurch werde die erneuerbare Energie für den Winter speicherbar gemacht. Das grüne Heizöl kann in bestehenden Ölheizungen verwendet werden. „Wir können damit bewährte Technik weiterverwenden und das mit einem CO2-neutralen, flüssigen und genormten Brenn- und Kraftstoff – zu 100 Prozent ‚Made in Austria‘.“

Thomas Traxler kann anderen Betrieben, aber auch Privathaushalten, das grüne Heizöl nur weiterempfehlen. „Das IWO misst regelmäßig die Emissionen und dokumentiert diese“, berichtet der Unternehmer. Es sei wichtig, den Technologien gegenüber offen zu sein, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. „Grünes Heizöl ist eine gute Möglichkeit auf dem Weg dorthin. Wir sind gespannt, wohin uns dieser Weg noch führen wird. Wir wollen auch weiterhin einen aktiven Beitrag leisten“, betont Traxler.

Pilotprojekt „Innovation flüssige Energie“

Das IWO arbeitet derzeit mit AVL (Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen) List GmbH am revolutionären Pilotprojekt „Innovation flüssige Energie“ zur Errichtung einer Power-to-Liquid-Anlage. Dabei handelt es sich um Europas innovativste Anlage mit dem Ziel, Wasserstoff in Verbindung mit Kohlendioxid in klimafreundliche, synthetische Brenn- und Kraftstoffe umzuwandeln. Der Testbetrieb soll 2022 starten.

Hintergrund

Der Betrieb mit XTL ist vergleichbar mit gewöhnlichem Heizöl. Der Unterschied ist aber: XTL wird synthetisch hergestellt. Das IWO Österreich überwacht die XTL-Versuchsreihe mittels eines standardisierten Testprotokolls. Laut Projektleitung zeigen regelmäßige Kontrollen und Messungen, dass XTL in allen Parametern besser abschneidet als fossiles Heizöl; eben auch bei den CO2-Emissionen. Mehr Informationen auf: https://iwo-austria.at/

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