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Was Sie beim Gratis-WLAN für Ihre Kunden beachten sollten

Lassen Sie Ihre Kunden gratis in Ihrem Firmen-WLAN surfen? Dann sollten Sie jetzt weiterlesen!

Gästewlan
© Pixabay
Herr Fortschritt ist sehr innovativ. Er will in seinem Kaffeehaus seinen Gästen einen Gratis-Internetzugang anbieten.
Er macht deshalb sein Firmen-WLAN für alle Gäste zugänglich: Jeder kann in seinen Verbindungseinstellungen das WLAN des Café Fortschritt auswählen und gleich lossurfen – ohne sich identifizieren zu müssen.

Bei dieser Geschichte, die natürlich frei erfunden ist, läuten beim E-Commerce-Experten der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Peter Kubanek, die Alarmglocken: „Wenn Sie planen, Ihren Gästen – sei es im Hotel, im Gasthaus, im Kaffeehaus oder in der Boutique – ein gratis WLAN anzubieten, sollten Sie einiges beachten.“ 

Was kann passieren?

„Stellen Sie sich vor, der Gast lädt illegal Inhalte herunter. Das müssen nicht gleich strafbare Inhalte sein. Eingriffe in fremde Urheberrechte (Filme!) genügen, um z.B. auf Unterlassung geklagt werden zu können.“ 

Was also tun? 

Zu diesem Thema hat es eine wichtige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gegeben, die eines klarstellt: Sie müssen Ihr WLAN zumindest durch ein Passwort schützen.

Wie das geht? 

Kunden, die bei Ihnen surfen möchten, erhalten das Passwort für Ihr WLAN und loggen sich damit ein. Noch besser: Sie können auch zeitlich begrenzte Zugangsdaten vergeben, die nach einer bestimmten Zeit ablaufen. So minimieren Sie das Risiko, dass sich frühere Kunden immer wieder einloggen.

Tipp!
Fragen Sie bei Ihrem Internet-Provider nach, ob er ein Gäste-WLAN anbietet!

Der Hintergrund: E-Commerce-Gesetz

Wenn ein gewerbliches Unternehmen ein WLAN-Netz betreibt, so gilt dies zwar als „Dienst der Informationsgesellschaft“ und fällt damit unter die Haftungsbefreiung der E-Commerce-Richtlinie. Unterlassungsansprüche, z.B. für gegen fremde Urheberrechte verstoßende Downloads, sind davon jedoch ausgenommen und können daher gerichtlich geltend gemacht werden. Der Europäische Gerichtshof hat dazu judiziert, dass der WLAN-Betreiber in einem solchen Fall als (mit-)verantwortlich belangt werden kann. Er hat aber auch ausgesprochen, dass er einen Passwortschutz als mögliche (und damit ausreichende) Maßnahme ansieht, um den WLAN-Anbieter aus der Haftung zu nehmen.


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