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Fußballprofi "Blitz" wurde Gastronom

Franz Blizenec, ehemaliger Rapid- und Bundesliga-Fußballer, eröffnete 2018 seinen „Blitzwirt“ in Pressbaum. Im NÖWI-Interview spricht er über alte Zeiten, Public Viewing und Mitarbeiter als Erfolgsfaktor.

Interview: Nina Gamsjäger
Firmenchef zeigt Präsident das Fußballer-Foto
© Katharina Wocelka Franz Blizenec (l. und am Foto 4.v.l.) erinnert sich mit WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker an das Europacup-Spiel 1989 zurück, bei dem er mit Rapid gegen FC Brügge 4:3 gewonnen hat. Das Foto ziert beim Blitzwirt die Wand.

Sie wurden vom Profifußballer zum Unternehmer. Wie passt das zusammen?


Franz Blizenec: Nach dem Ende meiner Fußballkarriere im Jahr 2000 bin ich als Geschäftsführer in die Gastronomie gerutscht. Damals habe ich im Restaurant Hawaii im 14. Bezirk begonnen. Als ich davon erfahren habe, dass das Lokal hier in Pressbaum frei wird, wollte ich diese Chance unbedingt nutzen. Ich habe gesagt, wenn ich das mache, dann mit einem völlig neuen Konzept nach meinen Vorstellungen. Meine Frau und ich haben alles modernisiert. Der „Blitzwirt“ sollte im Innenbereich an ein Wohnzimmer erinnern, ich denke, das ist ganz gut gelungen.

Und wie ist der Name „Blitzwirt“ entstanden?


Beim Fußballspielen war ich wegen meinem Nachnamen immer der „Blitz“. Genauso spannend wie der Name ist auch unsere Speise- und Getränkekarte. Mir ist es wichtig, saisonale Speisen anzubieten und die Regionalität in den Vordergrund zu stellen – angefangen vom Gemüsehändler und Fleischer aus der Region bis zum Wild. Wir setzen auch auf Bio, auch wenn die Corona-Zeit den Preisen dafür nicht unbedingt gut getan hat. 

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?


Mein großer Vorteil ist, glaube ich, dass ich gut mit Menschen umgehen kann. Ich nehme die Leute so, wie sie sind, bin ehrlich und offen. Beim Aufbau des Blitzwirten bin ich nach dem Motto „Wie hätte ich es gerne?“ vorgegangen. Ein Lokal soll ein Treffpunkt sein, wo das Personal freundlich ist und das Essen schmeckt. Damit ist für mich der Traum, ein eigenes Lokal zu führen, in Erfüllung gegangen. 

Was ist das Besondere daran, Unternehmer zu sein?


Dass ich mein eigener Chef bin und  meine Ideen verwirklichen kann. Mir ist es wichtig, mich regelmäßig mit meinen Mitarbeitern abzusprechen. Vom Ablauf bis zum  Speisenangebot beraten wir immer gemeinsam, und ich bin stets offen für neue Ideen. Meine Mitarbeiter sind für mich der  Erfolgsfaktor. Ich möchte, dass sie zufrieden sind und auch, dass sie genügend Freizeit haben. Sie sollen gerne in die Arbeit kommen. Wenn man das schafft, hat man schon viel gewonnen. Ich bin stolz auf alle und möchte niemanden davon missen. Sie leisten tolle Arbeit und passen einfach zu mir und meiner Einstellung. Was mir wichtig ist, ist ein wertschätzender und respektvoller Umgang.

Wenn wir über Ihre Fußballkarriere sprechen: Wie hat alles angefangen?


Ich bin ein echter Wiener und im 12. Bezirk in Meidling aufgewachsen. Als 6-Jähriger habe ich bei einem Verein im 10. Bezirk zum Fußballspielen begonnen. Mit 12 Jahren war ich angeblich ‚ein Talent‘, weshalb ich zu Rapid gewechselt bin. Dort habe ich alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen. 1985, also mit ungefähr 18, 19 Jahren wurde ich dann zum Profi-Fußballer, da wurde ich in den Kader geholt. Dort hat die Reise begonnen. 
Bis 1994 war ich bei Rapid, dann hatte ich bis 2000 noch ein paar weitere Stationen, meine Karriere habe ich in Wörgl/Tirol ausklingen lassen. Mit meiner Frau bin ich danach immer weiter von Wien weggezogen, bis ich hier gelandet bin. Ich schätze die Lebensqualität in Pressbaum sehr.

Und spielen Sie nach wie vor Fußball?


Nein, ich bin nur noch Zuschauer, auch im Stadion, und rede ab und zu gscheit (schmunzelt). Das letzte ‚Kickerl‘ ist um die zehn Jahre her. In mein Lokal kommen viele Gäste, um mit mir über Fußball zu reden. Viele haben mich damals im Stadion angefeuert und sind jetzt meine Gäste. Oft kommen sie sogar mit Rapid-Dressen und Fan-Schals, das ist schon super. Jetzt bei der Europameisterschaft haben wir im Gastgarten auch ein Public Viewing, das sehr gut angenommen wird. Wir übertragen alle Spiele live und bieten eine eigene EM-Speisekarte an. 

Gruppenfoto vor dem Wirtshaus
© Katharina Wocelka v.l. WKNÖ-Außenstellenleiter Ramazan Serttas, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Franz Blizenec und WKNÖ-Außenstellenstellenobmann Andreas Kirnberger plauderten beim Blitzwirt.

Sie mussten aufgrund von Corona sieben Monate schließen. Wie geht es Ihnen jetzt?


Es hat nicht immer alles nur Negatives. Ich habe viel Unterstützung in dieser Zeit durch meine Zulieferer erfahren und auch gemerkt, wer, wenn es schwer wird, wirklich zu mir hält. Über die Förderungen war ich sehr dankbar, das hat in unserer Branche gut funktioniert. Wobei ich auch sagen muss, dass Geld nicht das Wichtigste ist. 
Ich denke, dass mir mein Rapid-Kampfgeist durch die Krise geholfen hat. Rapidler zeichnet das Herz aus, das ist einfach so. Für mich war es nie Thema aufzugeben. Natürlich gab es anfangs schlaflose Nächte, immerhin steckt ja auch mein ganzes Herzblut im Blitzwirt und ich habe viel investiert. Wir sind auf einem guten Weg und unsere Kunden haben uns über Abholung und Lieferung in der Zeit auch nicht im Stich gelassen. Ich wurde mehrmals gefragt, ob wir auch sicher wieder aufsperren. 

Was zeichnet Ihrer Ansicht nach den Blitzwirt aus?


Qualität, Regionalität, bestes Service, zufriedene Mitarbeiter und ein Chef, der gerne vor Ort ist. Ich plaudere gerne mit den Gästen und möchte den Überblick haben. Das kann ich nur, wenn ich vor Ort bin. Außerdem möchte ich alle ansprechen, von jung bis alt. Und: Bei uns kann man sogar standesamtlich heiraten. 
Ich möchte mich besonders  bei der Außenstelle Purkersdorf bedanken. Das WKNÖ-Team hat mich bei der Unternehmensgründung optimal unterstützt und begleitet. Sie haben immer ein offenes Ohr für meine Anliegen und die dazu passenden Lösungen.


Mehr Informationen zum Blitzwirt unter: www.blitzwirt.at

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