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Freizeit und Haushalt als neue Gefahrenzone?

Statistisch gesehen sterben jeden Tag in Österreich fünf Menschen bei Unfällen, die bei ihnen zu Hause, in ihrer Freizeit oder beim Sport passieren.

© Judith Haeusler/Corbis
Senioren und Kinder verletzen sich besonders oft. Ohne geeignete Präventionsprogramme erwarten Experten einen weiteren markanten Anstieg von Haushalts- und Freizeitunfällen. Der österreichische Versicherungs-verband VVO, das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und das Rote Kreuz diskutierten Maßnahmen und Möglichkeiten der Unfallvermeidung.
„2.504 Menschen sind im Jahr 2017 bei Unfällen ums Leben gekommen. Die meisten davon, nämlich 1.978 Menschen starben im Bereich Haushalt, Freizeit und Sport“, erklärt Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. „Während in anderen Lebensbereichen – wie im Straßenverkehr – die Zahl der tödlichen Unfälle sinkt, verzeichnen wir hier in den letzten zehn Jahren einen Anstieg von 16 Prozent. Bei den Senioren sind es sogar 20 Prozent. Gesamt wurden im Jahr 2017 in Österreich 784.300 Personen bei Unfällen verletzt, davon entfallen rund 589.800 Unfälle in die Kategorie Haushalts- und Freizeitunfall“, erläutert Stadler.

Markanter Anstieg an Haushalts- und Freizeitunfällen erwartet
Wie eine neue Studie des KFV zeigt, wird unter Beibehaltung der derzeitigen Präventions- und Lebensvoraussetzungen die Zahl der Unfälle in Österreich weiter steigen: „Wir gehen von einem markanten Anstieg bei Haushalts- und Freizeitunfällen aus – für das Jahr 2035 könnte das schon 100.000 Unfälle pro Jahr mehr bedeuten“, erläutert KFV-Direktor Othmar Thann. Hauptunfallrisikogruppen der Zukunft: Senioren und Kinder.
Betroffen von der Zunahme sind vor allem jene Bereiche, in denen die Generation 65+ aktiv sein wird: Primär der Haushalt, gefolgt von der vermehrten Ausübung sportlicher Aktivitäten wie etwa Wandern oder E-Biken. Das höchste Risiko im Jahr 2035 zu verunfallen haben Frauen ab 65 Jahren. „Zum einen werden wir Menschen immer älter, zum anderen nehmen Volkskrankheiten wie Osteoporose stark zu. Bewegungsmangel und falsche Ernährungsgewohnheiten tragen dazu bei“, so Thann.
Bei Kindern rechnet das KFV mit keinem Rückgang bei den Unfallzahlen. Das Bewegungsverhalten der Smartphone-Generation gilt hier als ein Grund, so das KFV. Einen weiteren wichtigen Grund für die Zunahme von Unfällen im Bereich Haushalt/Freizeit/Sport sieht Thann darin, „dass dieser Bereich nach wie vor vernachlässigt wird, wenn es darum geht, Maßnahmen umzusetzen, die zu einem Rückgang bei Verletzten und Getöteten führen. Hier muss Prävention einen höheren Stellenwert bekommen“, so Thann.


V.l.: Direktor Othmar Thann (KFV), Vorstandsvorsitzende (Vienna Insurance Group) und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Elisabeth Stadler und Generalsekretär Louis Norman-Audenove (VVO).
© VVO/APA-Fotoservice/Hautzinger V.l.: Direktor Othmar Thann (KFV), Vorstandsvorsitzende (Vienna Insurance Group) und Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Elisabeth Stadler und Generalsekretär Louis Norman-Audenove (VVO).


Bedrückende Statistik
Rund 784.000 Menschen wurden im Jahr 2017 wegen einer Unfallverletzung im Krankenhaus behandelt.
2.504 Österreicher starben an den Folgen eines Unfalls.
22 Prozent aller verlorenen
Lebensjahre von Männern (Frauen 12 Prozent),
17 Prozent aller Krankenstandstage werden durch Unfälle
verursacht.
16 Prozent aller akut-stationären Aufenthalte von Männern (Frauen 12 Prozent) werden durch Unfälle verursacht.
Kosten in Höhe von 20,6 Milliarden Euro werden pro Jahr (durch Nichtberufsunfälle) durch Unfälle verursacht.
75 Prozent aller Unfälle ereignen sich im Haushalt (rund 40 Prozent) oder in der Freizeit beziehungsweise bei der Ausübung eines Freizeitsports.


Tipps zur Vermeidung von Haushaltsunfällen
Der Mensch ist nur begrenzt multitaskingfähig. Daher: Prioritäten setzen und eine Tätigkeit nach der anderen erledigen.
Sturzprophylaxe: Rechtzeitig Bewegungsangebote für den Aufbau und Erhalt von Balance, Kraft und Ausdauer nutzen.
Nicht hetzen (lassen) und bereits vorab genügend Zeit für die Erledigung der geplanten Tätigkeiten einplanen – besonders bei geplanten Heimwerkertätigkeiten.
Keine Telefonate während Haushaltstätigkeiten führen, generell reicht es bei den meisten Anrufen, wenn man einige Minuten später zurückruft.
Teppiche können ganz leicht und schnell mit Anti-Rutsch-Streifen sicherer gemacht werden.
Regale sollten unbedingt mit Kippschutz montiert werden, ganz besonders dann, wenn auch Kinder im Haushalt sind.
In allen Haushalten mit Kindern sollten Fenster und Balkontüren mit Fenstersperren versehen und Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich von Balkonen und Fenstern entfernt werden.

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