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Wenn der Optiker nach Hause kommt und Schaufenster zum Online-Shop werden

Kreativität, die Mut macht: Geschäftsideen wie Online-Brillenberatung (Forster United Optics) und Smart Window Shopping (MyLeuchte.com)  zeigen, wie innovativ NÖ Unternehmer sind und wie viel Potenzial in einer kreativen Verknüpfung von stationärem und Online-Handel steckt – gerade in Zeiten der Krise. Ein Selbstversuch.

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© WKNÖ Karin Stöger, Filialleiterin von Forster United Optics Melk, berät NÖWI-Redakteurin Simone Stecher beim Kauf ihrer neuen Brille – online.

„Ich sehe, Sie sind kurzsichtig“, kommt Karin Stöger, Optikerin bei Forster United Optics in Melk, gleich auf den Punkt, nachdem sie mich freundlich zur Online-Brillenberatung via Videocall begrüßt hat. Seit Dezember bietet das NÖ Unternehmen, das zehn Filialen im Land betreibt, seinen Kunden diesen Service an – mit Erfolg.

Die Art meiner Fehlsichtigkeit mit geschultem Blick festgestellt, fragt Karin Stöger nach den Wünschen, Vorstellungen und den Anforderungen, die meine neue Brille erfüllen muss. Während ich gewissenhaft antworte, füttert die Optikerin, die im eigens eingerichteten Studio für Online-Beratungen in der Melker Zentrale sitzt, ihren PC mit Daten. „Ich habe Ihnen aufgrund der Angaben aus unserem Katalog eine Auswahl an Modellen zusammengestellt, bitte klicken Sie doch auf den Link, den ich im Chat-Fenster gepostet habe“, weist mich Stöger an. Rund 15 Brillen-Modelle erscheinen in einem neuen Fenster. Ich kann mir jede Fassung aus verschiedenen Blickwinkeln anschauen und mit einem „Daumen nach oben bzw. unten-Button“ schnell und unkompliziert eine Vorauswahl treffen. Jedes Modell, das in Frage kommt, wird gemeinsam besprochen, die Vor- und Nachteile abgewogen und Empfehlungen ausgesprochen. („Wenn ich mir die Form Ihrer Augenbrauen anschaue, würde ich zu einer eckigeren Form raten.“) Am Ende bleiben vier Modelle übrig, die mir bequem im Packerl an die Haustür geliefert werden, um sie in Ruhe auszuprobieren – portofrei.

Online Shoppen samt professioneller Beratung

„Ich wollte ein Einkaufserlebnis schaffen, das ohne Geschäftslokal, aber nicht ohne Beratung auskommt“, erklärt Hannes Forster, der die Idee zur Online-Brillenberatung im ersten Lockdown hatte  – bei der Fahrt zur Arbeit. Per Videocall finden Kunde und Augenoptikerinnen die optimalen Gläser und treffen eine Auswahl passender Modelle. Dafür steht ein Angebot von rund 1.500 Fassungen aus den aktuellsten Kollektionen zur Verfügung. Monatelang haben Forster und sein Team an der Idee getüftelt und an der Umsetzung gefeilt. Der Katalog wurde angelegt und sieben Mitarbeiterinnen erhielten eine spezielle Schulung.  „Diese Damen sind nicht nur Optikerinnen, sondern haben auch Zusatzqualifikationen in Mode- und Stilberatung und wurden von einer Trainerin in Sachen Online-Verkauf aus. und weitergebildet“, erklärt der Chef, der das Geschäft 1985 nach dem Tod seines Vaters übernommen und seitdem kontinuierlich erweitert und ausgebaut hat. „Als uns Hannes Forster von seiner Idee erzählt hat, waren wir Feuer und Flamme“, erklärt Stöger und fügt hinzu: „Er ist ein kreativer Kopf und im Laufe der Jahre – ich habe im Betrieb gelernt und bin seit 1993 dabei – durfte ich schon bei der Umsetzung einiger innovativer Projekt dabei sein.“

Das jüngste Projekt ihres findigen Chefs macht Stöger jedenfalls Spaß. Das merkt man. Nachdem die Fassungen ausgesucht sind, geht es an die Gläser. Auch hier schafft Stöger sofort einen guten Überblick mit den Vor- und Nachteilen sowie den Preisen – indem sie einfach ihren Bildschirm teilt und die Möglichkeiten erscheinen. „Wir können die Gläser jetzt aussuchen, oder in einem zweiten Termin, sobald Sie sich für eine Fassung entschieden haben“, erklärt sie. „Damit ich die Gläser vorbereiten kann, brauchen Sie mir nur das Rezept der Sehstärke in die Kamera halten, dann mache ich ein Foto.“

Alles kann online erledigt werden. Nur die „anatomische Anpassung, also die letzte Einstellung, damit die Brille optimal sitzt, kann nur im Geschäft erfolgen“, erklärt Forster und ergänzt: „Doch das kann in allen 70 United Optics Partner-Geschäften in ganz Österreich gemacht werden.“ Online stehen die Profis den Kunden von Montag bis Freitag von 9 bis 21 zur Verfügung.  
Das Feedback ist positiv, „viele sind erstaunt, wie viel wir durch die Kamera sehen und erkennen“, erzählt Stöger. „Vor allem Männer scheinen diese Art des Brillenkaufs zu mögen“, fügt sie lachend hinzu, während sie in ihrem Kalender den zweiten Termin für meine Beratung einträgt – für die Feinabstimmung, sobald ich mich für ein Modell entschieden habe. Und ich? Ich freue mich schon auf den Postboten. 

Smart Window Shopping: Vorteile aus beiden Welten

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© Jonas Winkler Andrea und Bernhard Winkler vor dem Schaufenster in St. Pölten.
Die leeren Schaufenster in vielen Altstädten haben Bernhard Winkler und seine Frau Andrea auf eine kreative Geschäftsidee gebracht. Aus einem Sortiment von mehr als 25.000 Leuchten stellt myLeuchte.com seit November ausgesuchte dekorative Wohnraumleuchten wie Hängeleuchten, Deckenleuchten, Wandleuchten, Stehleuchten und Tischleuchten in Schaufenstern der St. Pöltener Innenstadt aus. So reagiert der Online Spezialist auf die Kritik vieler Kunden – man könne sich nichts mehr in Echt ansehen. „Gekauft wird direkt vor dem Schaufenster am Smartphone“, sagt Bernhard Winkler und erklärt das Prozedere. Die Leuchten sind mit einem QR-Code versehen. Wer ein Produkt kaufen will, scannt den Code mit seinem Smartphone. Alternativ kann auch die angegebene URL (etwa www.myLeuchte.com/poelten) direkt im Browser des Handys eingegeben werden oder mittels sogenannter Near Field Communication (NFC) ein noch unkomplizierteres Einkaufen genutzt werden. Kunden halten das Smartphone nur an bestimmte Stellen des Schaufensters und die gewünschte Leuchte wird umgehend samt Preis, Lieferzeit und allen Artikelinformationen geöffnet.

Das Produkt kann dann via Smartphone bestellt werden. „Leuchten die während des Schaufensterbummels bestellt wurden, werden dann einige Tage später direkt an die Tür geliefert“, so Winkler. Das Feedback sei „überwältigend.“ Deshalb wird die Aktion in St. Pölten bis Ende Februar verlängert, ehe das Unternehmen in eine andere Stadt weiterzieht.

„In diesem Konzept steckt noch ungeheuer viel Potenzial - Einkauferlebnis trotz Lockdown und Krise", erklärt der Unternehmer: „Kontaktloses einkaufen im Freien und rund um die Uhr. Die Kunden brauchen die sperrigen Leuchten nicht nach Hause schleppen, kostenloser Versand und Rücksendung als großer Offline-Bonus, den es normalerweise nur in der Onlinewelt gibt. Umfassende Zahlungsarten und keine mühsame Eingabe von Rechnungsadresse oder Lieferadresse notwendig, sofern moderne Zahlungssysteme verwendet werden", nennt Winkler einige Vorteile. Auch am Smart Window Shopping 2.0 tüftelt der findige Unternehmer bereits. „Ich denke hier an große Bildschirmflächen mit Ambientebildern und Videos der einzelnen Leuchten“, verrät er. 

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