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Flugreisen in Pandemiezeiten

Sommerzeit ist Reisezeit. Ob es sich dabei um Pauschalreisen, Sightseeingreisen oder Individualreisen handelt, der kleinste gemeinsame Nenner ist stets der Flughafen. Wie sich die Pandemiemonate auf den Reiseverkehr auswirken, weiß Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG. 

Flugahfengebäude
© Flughafen Wien AG

Wie lange wird der Flug­hafen mit den Folgen von Covid 19 zu kämpfen haben?

Ofner: Leider noch länger. Nach dem weitgehenden Lockdown erholt sich der Flugverkehr nur langsam. Im Juni 2021 verzeichneten wir etwa 25 Prozent des Passagieraufkommens von vor der Krise und im Sommer hoffen wir, auf zumindest 50 Prozent zu kommen. Für das gesamte Jahr 2021 erwarten wir etwa 12,5 Millionen Reisende, das wären rund 40 Prozent des Jahres 2019.
Dann sollte es schrittweise besser werden: 2022 rechnen wir mit etwa 70 Prozent, 2023 rund 80 Prozent des Passagieraufkommens von 2019. Fest steht aber: Die Luftfahrt wird weltweit auf jeden Fall weiter wachsen, der Bedarf an Mobilität ist ungebrochen, die Menschen wollen reisen. Mehr als 80 Prozent der heute lebenden Menschen sind noch nie in einem Flugzeug gesessen.

Gibt es auf lange Sicht sogar positive Covid-19-Auswirkungen auf den  Flughafen? 

Die Pandemie hat eines klar gezeigt: Ohne Luftfahrt geht es nicht. Über 2.000 Tonnen medizinische Hilfsgüter wie Schutzanzüge, Masken, Handschuhe und COVID-19-Testkits wurden seit Ausbruch der Krise mit dem Flugzeug nach Wien geliefert und von hier aus weiterverteilt. Austrian Airlines hat dafür sogar ihre Passagiermaschinen umgebaut. Die Krise hat auch gezeigt, wie verletzbar unsere Logistiksysteme sind, da wird sich Einiges verändern.
Die hohe Bedeutung von Gesundheitsprävention, Impfen und Hygienemaßnahmen ist deutlich geworden. Die oft gescholtene Pharmaindustrie hat mit den Impfstoffen Tolles geleistet. Die Pandemie hat gezeigt, dass neue Arbeitsformen wie Homeoffice und Video-Conferencing funktionieren können, aber auch, dass es ohne Geschäftsreisen nicht geht.

Welche schweren Einschnitte hat die Krise bis jetzt hinterlassen?

Erstmals in seiner Geschichte hatte der Flughafen Wien einen Verlust zu verzeichnen: 2020 ging der Umsatz um 61,1 Prozent auf 333,7 Millionen Euro zurück, das Ergebnis lag bei minus 75,7 Millionen Euro. Für 2021 hoffen wir auf eine schwarze Null, sofern uns nicht ein Rückfall bei der Pandemie wieder stoppt. Wir haben in den letzten Jahren gut gewirtschaftet und uns entschuldet, deshalb können wir die Krise auch durchstehen.

Wie wichtig ist das Kurzarbeits-Modell für den Flughafen?

Sehr wichtig! Das gesamte Unternehmen ist seit Beginn der Krise in Kurzarbeit und wir werden diese Maßnahmen weiter brauchen. Ohne Kurzarbeit wären größere Personalfreisetzungsmaßnahmen unvermeidbar. Wir gehen davon aus, dass wir 2022 und 2023 wieder zulegen werden und dann die Leute wieder brauchen. 

Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG
© Flughafen Wien AG Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG

"Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien legt langsam wieder zu. Noch reger ist der Zustrom durch neue Betriebsansiedlungen."


Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Einreisebestimmungen?

Alle mit den Einreisekontrollen befassten behördlichen Organisationen leisten sehr gute Arbeit, die Kontrollen werden sehr gewissenhaft durchgeführt und auf Veränderungen wird sehr schnell reagiert, aber natürlich dauert das länger und es ist etwas Geduld gefragt.  Der Grüne Pass und die Möglichkeit zur digitalen Überprüfung hat hier wichtige Erleichterungen gebracht.

Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen wieder gerne reisen?

Die Lust am Reisen ist größer denn je und der Bedarf ist ungebrochen. Dort, wo die Inzidenzraten niedrig sind und Reisebestimmungen gelockert wurden, verzeichnen wir großes Passagieraufkommen. Die Menschen wollen endlich wieder reisen und mit dem Grünen Pass ist das auch wieder gut möglich. Das ist vor allem auf das große Engagement der österreichischen Bundesregierung zurückzuführen, die damit dem gesamten Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich sehr geholfen hat.

Wie geht der Flughafen mit Reiserückkehrern um?

Alle in Wien ankommenden Fluggäste werden von den Behörden auf ihren 3-G-Nachweis kontrolliert. Für Gebiete mit hohem Risiko gelten zusätzlich Quarantäneauflagen. Wir bieten am Flughafen-Standort allen Reisenden auch die Möglichkeit, gleich einen Antigen- oder PCR-Test zu machen. Bis heute ist kein Cluster auf den Flughafen Wien zurückzuführen.

Welche Erfahrungen hat der Flughafen mit PCR-Tests gemacht?

Wir haben das Angebot im Mai 2020 gestartet und seitdem über 300.000 Tests durchgeführt, in Spitzenzeiten wurden zehn Prozent des gesamten österreichischen Testaufkommens bei uns am Airport durchgeführt. Nicht nur Flugreisende, sondern auch zahlreiche Unternehmen mit ihren Mitarbeitern, osteuropäische Pendler, Familien und viele mehr, nutzen dieses Service. Wir sind eines der wenigen Angebote, das sieben Tage die Woche ohne Voranmeldung zur Verfügung steht.

Merken Sie bereits, dass auch die Wirtschaft wieder durchstartet?

Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien legt langsam wieder zu. Noch reger ist der Zustrom durch neue Betriebsansiedlungen. So hat die Deutsche Logistik Holding DLH vor Kurzem den Startschuss für fünf große Logistikhallen am Rande des Airports gegeben, eine davon wurde bereits an einen künftigen Nutzer weiterverkauft. Die Flughafen-Region bereitet sich also schon auf die Zeit nach der Krise vor und das ist ein gutes Zeichen für die gesamte Wirtschafts- und Tourismusregion Niederösterreich.

Wie wichtig sind Lehrberufe für den Flughafen und für den Wirtschaftsstandort NÖ?

Wir bilden trotz Krise derzeit über 20 Lehrlinge im gewerblichen Bereich aus, in Berufen wie Kfz-Mechaniker, Elektro- und Gebäudetechnik, Lüftungs- und Heizungstechnik, Metalltechnik sowie im IT-Bereich. 

Wie wichtig ist Ihnen der ökologische Fußabdruck des Flughafens?

Der Flughafen Wien tut sehr viel für den Klimaschutz: Wir haben in den letzten Jahren den CO2-Ausstoß pro Verkehrseinheit um 70 Prozent und den Energieverbrauch um mehr als 40 Prozent gesenkt. Noch vor 2030 werden wir unseren Betrieb CO2-Neutral führen. Wobei die Luftfahrt insgesamt für nur 2,7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist.
In der aktuellen Klimaschutzdiskussion ist einiges richtigzustellen: Kurzstreckenflüge sind größtenteils Zubringer-Flüge nach Wien zum Weiterfliegen. Diese können mangels Kapazität und Anschlussqualität nicht durch Bahnangebote ersetzt werden, vielfach existiert gar kein Bahnangebot. Der von der EU geforderte Alleingang bei der Kerosinbesteuerung würde einen Flug-Tanktourismus hin zu jenen Ländern, wo Airlines günstiger tanken können, erzeugen und das würde die CO2-Emissionen erst recht in die Höhe treiben. Der einzige und stärkste Hebel zur Reduktion von CO2-Emissionen im Flugverkehr sind alternative Treibstoffe bzw. synthetisches Kerosin, darin liegt die CO2-freie Zukunft.

Wie viel Zeit und Geld wird in Innovationen investiert?

Wir arbeiten mit der kalifornischen Start Up-Schmiede Plug & Play zusammen, die seit 2019 mit einer Niederlassung am Flughafen vertreten ist und seitdem zahlreiche neue Produktideen und Geschäftsmodelle von jungen kreativen Unternehmen betreut. Vor kurzem ist es gelungen, mit dem österreichisch-israelischen Venture-Capital-Unternehmen Presto Tech Hub einen neuen Investor für Start Ups an den Standort zu holen. In unserem Office Park 4 finden junge kreative Köpfe eine perfekte Arbeitsumgebung mit Co-Working-Arbeitsplätzen, voll ausgestatteter Büroumgebung sowie einer ausgezeichneten Nahversorgungs- und Verkehrsinfrastruktur. Unsere AirportCity am Flughafen hat sich so erfolgreich als Innovationshub etabliert und wächst stetig weiter.

Haben Sie zurzeit ein Lieblings-Innovationsprojekt für den Flughafen?

Gemeinsam mit Plug & Play befassen wir uns mit vielen innovativen Ideen im Bereich Smart Cities und Travel & Hospitality. Ein Projekt davon haben wir nun im Echtbetrieb im Einsatz: Eine Chatbot-Lösung auf unserer Website, die Passagieren rund um die Uhr nützliche Infos liefert und laufend dazulernt. Das wichtigste Projekt ist für mich aber die Errichtung unserer neuen Photovoltaik-Anlage am Airport: Auf einer Fläche von rund 24 Hektar entsteht derzeit die mit Abstand größte Photovoltaik-Anlage Österreichs mit rund 24 MW Peak.

Wie wichtig sind Initiativen wie „Die Mutmacher“ für die niederösterreichische Wirtschaft?

Innovation und Unternehmergeist sind der Treibstoff, der den Wirtschaftsmotor am Laufen hält. Wir dürfen uns von einer Krise nicht entmutigen lassen, sondern müssen uns auf die Zukunft konzentrieren. Daran arbeiten Niederösterreichs Betriebe mit kreativen Ideen und hohem Einsatz und die Mutmacher-Initiative der WKNÖ holt diese vor den Vorhang. Das ist sehr begrüßenswert und zeigt die enorme Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der WKNÖ?

In jeder Weise hervorragend. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich ist für uns ein wichtiger Partner.

www.viennaairport.com

www.gesundheit.gv.at

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