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Filmwirtschaft setzt auf Aus- & Weiterbildung

Stanzl: "Filmproduktionen bringen durch die Umwegrentabilität mehr Geld ins Land , als sie kosten"

In Niederösterreich gibt es derzeit 509 aktive Unternehmen der Filmwirtschaft. Rund 95 Prozent davon sind Ein-Personen-Unternehmen, viele davon nur nebenberuflich. Die NÖ Fachvertretung legt vermehrt Augenmerk auf Aus- und Weiterbildung.

Fachvertretungsvorsitzender Franz Stanzl
© www.fotoprofis.at Fachvertretungsvorsitzender Franz Stanzl

Am WIFI NÖ wurde 2016 der Diplomlehrgang Wirtschaftsfilm installiert, der dazu beitragen soll, das Niveau der Wirtschaftsfilmproduktion wieder zu steigern. Auch auf der Fachhochschule
St. Pölten wurde verstärkt Kalkulation und Bewusstseinsbildung zum professionellen Imagefilm unterrichtet – eine Notwendigkeit, denn vor allem im Bereich Wirtschafts- und Werbefilm wurden im letzten Jahr starke Rückgänge verzeichnet.

Preisniveau leidet durch Billiganbieter

Der Wirtschaftsfilm sei einem Preisdumping verfallen, da immer mehr junge Produzenten ohne entsprechendes Knowhow und mit billigem Equipment auf den Markt drängen, wie Fachvertretungsvorsitzender Franz Stanzl erklärt: „Die meisten davon verschwinden zwar wieder, haben dann aber einen wesentlichen Beitrag zum Dumping geleistet. Die Jungfilmer benötigen für das Videoproduktionsgewerbe keine Unternehmerprüfung, wodurch ihnen die Grundlage für eine richtige Filmkalkulation fehlt. Zudem wurden die Aufträge von öffentlichen Stellen aufgrund des Sparprogramms stark reduziert, und die österreichische Industrie ist mit Wirtschaftsfilmproduktionen eher abwartend. Große internationale Unternehmen lassen Videoproduktionen aufgrund der hohen Kollektivverträge in Österreich vorwiegend in den Nachbarländern durchführen."

Dokumentar- und Spielfilme legen zu

Im Spielfilmbereich hingegen haben die NÖ Werbe- und Marketingmaßnahmen zu zusätzlichen Produktionen geführt. Auch der Bereich Dokumentarfilm weise wegen des erhöhten Fördervolumens des Rundfunk- und Telekommunikationsmarktes zweistellige Zuwachszahlen auf.

„Dafür ist der Bildungsfilmbereich nahezu zusammengebrochen, weil die VAM-Filmförderung wegen eines Urheberrechtsprozesses mit Amazon eingefroren werden musste. Hier ist ein positiver Ausgang des Prozesses dringend erforderlich", meint der Vorsitzende, „ein neues Konzept der ‚digitalen Schule‘ könnte den Unterricht wesentlich reformieren. Pro Jahr werden 108 Millionen Euro für Printmedien in Schulen ausgegeben, für Bildungsfilme sind es weniger als eine halbe Million Euro. Wenn nur zehn Prozent der 108 Millionen für Filme ausgegeben würden, könnten viele neue Arbeitsplätze in diesem Bereich entstehen."

Auch die Budgets für Filmproduktionen mit dem ORF seien so eine Sache: „Im Vorjahr wurden Auftragsproduktionen in Höhe von 95 Millionen Euro zwar zugesagt, aber laut eigenen Angaben nur 85,2 Millionen für die Produzenten zur Verfügung gestellt", bedauert der Vorsitzende, „eine wirkliche Transparenz der Zahlen ist hier nicht gegeben. Zwischen ORF und Filmproduzenten sollte es in Zukunft faire Verträge geben wie etwa bei ARD und ZDF. In Österreich gibt es lediglich mit großen Filmproduktionsunternehmen akzeptable Produktionsverträge, kleine Produzenten oder Teamvermieter erhalten eher Verträge, die zwar eine gewisse Investition bei den Produzenten erforderlich machen, aber keine Abnahmegarantie durch den ORF geben. Fakt ist, der ORF benötigt zwar viel Programm, leistet zu Auftragsproduktionen aber lediglich einen Beitrag von 20 bis 30 Prozent, gedeckelt bis zu einer Million Euro. Der Großteil muss von Filmförderungen, also vom Steuerzahler und von privaten Unternehmen aufgebracht werden. Eine Planungssicherheit für Produzenten wie sie noch vor zehn Jahren üblich war, ist derzeit nicht mehr gegeben."

Franz Stanzl ortet die hauptsächlichen Probleme bei der „Politik, die noch immer zu wenig Bewusstsein dafür hat, dass Filmproduktionen durch die Umwegrentabilität mehr Geld ins Land bringen, als sie kosten. Die Zukunft der Filmwirtschaft kann sich nur dann positiv entwickeln, wenn die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden, das Bewusstsein zum Wert des Filmes gesteigert wird, die Ausbildung der Produzenten sowie die Infrastruktur weiter verbessert wird und die Preise für Wirtschaftsfilmproduktionen wieder ein erträgliches Maß erreichen".

www.filmandmusicaustria.at

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