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Ein Blick in die Zukunft der NÖ Tabaktrafikanten

Neues Setting, spannende Vorträge, großes Interesse. Beim ersten virtuellen Fachgruppentag der NÖ Tabaktrafikanten spannte sich der Themenbogen von Corona über die Tabakprodukterichtlinie 2 und den EU-Cancer-Plan bis zur Frage, wie die Branche zukunftsfit gemacht werden kann.

Beim ersten virtuellen Branchentag: Bundesgremialobmann Josef Prirschl, Landesgremialobmann Peter Schweinschwaller und WKNÖ-Präsident  Wolfgang Ecker (v.l.).
© Sonja Reingrabner Beim ersten virtuellen Branchentag: Bundesgremialobmann Josef Prirschl, Landesgremialobmann Peter Schweinschwaller und WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker (v.l.).

Österreichs Trafiken sind systemrelevant und dürfen auch im Lockdown offen halten. „Die 410 Tabakfachgeschäfte und 726 Tabakverkaufsstellen in NÖ sind nahe am Menschen, sind dort, wo die Menschen wohnen und tragen so wesentlich zur regionalen Nahversorgung im Land bei. Auch wenn die Trafikanten bisher zu einem Großteil gut durch die Krise gekommen sind, gilt es, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auf jede Branche kommen Veränderungen und neue Herausforderungen zu. Sich neu aufzustellen, sich weiterzuentwickeln, ist entscheidend, um diese gut zu meistern. Die WKNÖ wird die heimischen Trafikanten und Trafikantinnen auch weiterhin nach Kräften unterstützen“, betonte Wolfgang Ecker, Präsident der WKNÖ, beim virtuellen Fachgruppentag.

Peter Schweinschwaller, Landesgremialobmann der NÖ Tabaktrafikanten und Präsident der Vereinigung der europäischen Tabakeinzelhändler CEDT, umriss die kommenden Herausforderungen, aber auch Chancen für die Branche: „Der EU-Plan zur Krebsbekämpfung hat als eines seiner Ziele eine tabakfreie Generation definiert. Demnach soll bis 2040 der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung unter fünf Prozent fallen. Umso wichtiger ist es für die Trafiken, jede Chance für neue Produkte oder Neuerungen bei bestehenden Produkten zu nutzen. Als Branchenvertretung arbeiten wir an neuen Geschäftsfeldern, um die Zukunft der Trafiken abzusichern.“

Josef Prirschl, Bundesgremialobmann und stellvertretender Gremialobmann in NÖ, ging auf die aktuellen Forderungen der Berufsvertretung ein (siehe Kasten auf Seite 45). „Die Verkaufszahlen während der Lockdown-Monate haben erstmals den Anteil der nicht in Österreich versteuerten Tabakwaren gezeigt. Durch diesen Kaufabfluss entgehen dem österreichischen Staat jährlich 100 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Mit einer deutlichen Reduktion der Freimengen an Tabak sollen diese Verluste eingedämmt werden.“ Am Beispiel Frankreich, wo eine solche Regelung bereits gilt, wollen „wir eine Importbeschränkung von 200 Stück Zigaretten erreichen.“

Die Veranstaltung zum Nachschauen unter: youtube.com/watch?v=LuukDCkwsC4

Peter Schweinschwaller
© Tanja Wagner

Peter Schweinschwaller, Gremialobmann der NÖ Trafikanten und Präsident des Europäischen Verbandes der Tabakhändler, über die aktuelle Situation, künftige Herausforderungen und Lösungsansätze der Branche.

Seit einem Jahr beherrscht Corona das Leben der Menschen. Wie sind die NÖ Trafikanten bisher durch die Corona-Krise gekommen?
Schweinschwaller: Die Trafikanten in Niederösterreich sind ganz gut durch die Krise gekommen. Als systemrelevante Branche durften wir offen halten. Da die Grenzen dicht waren, fiel das Cross-Border-Shopping weg. Weiters sind unsere Trafiken nahe bei den Menschen, dort wo sie wohnen. Probleme hatten jene Trafiken, die an die Gastronomie angeschlossen sind und jene, die in Ballungszentren, Shoppingcentern und Stadtzentren angesiedelt sind. Hier blieben aufgrund der eingeschränkten Mobilität Kunden aus. 

Was sind künftige Herausforderungen der Branche? 
Wir erwarten in Zukunft einige neue Stolpersteine. Daher fordern wir auf Bundesebene auch eine 200-Stück-Regelung für Zigaretten im EU-Ausland. Da es sich bereits um ein hoch besteuertes Produkt handelt (78 Prozent), kann hier der freie Warenhandel nicht gelten, denn der Staat hat ja bereits via Steuer eingegriffen. Hier arbeite ich als Präsident der Europäischen Verbandes der Tabakhändler sehr eng mit dem Bundesgremium zusammen.

Welche Forderungen an die Politik gibt es? 
Nicht mehr blind wegschauen beim Verkauf rauchbarer Hanfprodukte. Diese gehören in einen geregelten Kanal und unterliegen ohnedies dem Tabakmonopolgesetz. Ebenso wie so genannente Nikotinpouches (Lutschsackerl mit Nikotin) – auch hier soll der Verkauf ausschließlich über die Trafiken erfolgen. Und beim grenzüberschreitenden Erwerb von Tabakprodukten muss nachgeschärft werden. In keinem anderen Land kaufen mehr Menschen ihre Tabakwaren in den angrenzenden Nachbarländern. Durch diesen Kaufabfluss entgehen Österreich Steuern in Millionenhöhe. Deshalb fordern wir eine klare Reduzierung der Richtmengen, eine klarere Definition des Begriffs „Eigenverbrauch“, eine zeitliche Eingrenzung und den Ausbau der Zollkontrollen.

Wie können sich die Tabaktrafikanten zukunftsfit machen?
Da unser Hauptprodukt von Jahr zu Jahr weniger Marktanteil hat, müssen wir uns neue Geschäftsfelder eröffnen, um das größte soziale und familiäre Unternehmernetzwerk  am Laufen zu halten. In den Lockdowns war klar ersichtlich, wie regional wir sind – nämlich oft das letzte Geschäft.

Sie sind auch der Präsident des Europäischen Verbandes der Tabakhändler, was machen andere Länder besser? Und sind wir irgendwo Vorreiter?
Ich vertrete als Präsident der CEDT (www.cedt.eu) 160.000 Einzelhändler in Europa. In jedem Land wird das Thema Tabak anders reguliert, Österreich hat mit seiner sozialen Komponente hier ein Alleinstellungsmerkmal. Seit Oktober letzten Jahres verdichten sich die Hinweise auf eine Evaluierung der Tabakprodukterichtlinie 2. Ein erster Bericht wird im Mai erwartet.

Auch der Anti-Cancer-Report hat unsere Branche im Visier. Hier vertrete ich an vorderster Front die Interessen der Tabakeinzelhändler – im Gegensatz zu den Interessen der Industrie. Mein Bestreben ist es, uns als Teil der Lösung zu positionieren und nicht als Teil des Problems. Daher unterstützten alle meine Mitgliedsländer die 200-Stück-Regelung, eine Diskussion und Lösung rund um Cannabis light (CBT Produkte), eine Annäherung der Tabakpreise in Europa und natürlich den Kampf gegen die illegale Produktion. 

Seit der Verfolgbarkeit jedes Produktes verlagert sich die illegale Produktion aus dem Osten immer mehr innerhalb der EU. Spitzenreiter ist hier Spanien mit einem geschätzten Anteil von mehr als zehn Prozent.

Die Forderungen

»  Nikotinhältige Lutschsäckchen nur über Trafiken verkaufen.

» Rauchbare Hanfprodukte nur über Trafiken verkaufen. 

» Freimengen bei Tabak innerhalb der EU reduzieren und einheitlich regeln.

Die NÖ Trafikanten: Zahlen | Daten | Fakten

»  410 Tabakfachgeschäfte
»  726 Tabakverkaufsstellen 
»  Rund 3.000 Menschen werden beschäftigt, über die Hälfte, nämlich 3,8 Prozent der Geschäfte,
     werden von Menschen mit Behinderung geführt.

»  Tabakumsatz Fachgeschäfte und Verkaufsstellen 2020: 
     Fachgeschäfte:
     NÖ: 485.863.650 Euro 
     Ö: 2.709.929.057 Euro 
     Verkaufsstellen:
     NÖ: 136.171.444 Euro 
    Ö: 694.892.381 Euro 

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