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Fundament für "Duale Akademie" in NÖ gelegt

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden kann. Mit der „Dualen Akademie“ wollen Wirtschaftskammer, Land, AMS und die Industriellenvereinigung Niederösterreich in Kooperation mit der Bildungsdirektion einen weiteren Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzen. Ziel ist in NÖ die Entwicklung eines „Modells der Zusatzqualifikationen“, das allen Maturanten offensteht, die sich nach der Matura für eine Lehre entscheiden.

Mit Herbst 2022 soll auch in Niederösterreich die „Duale Akademie“ ihren Betrieb aufnehmen. Für die Lehrberufe Mechatronik, Applikationsentwicklung/Coding, Elektrotechnik und Speditionskaufmann/-frau.
© AdobeStock Mit Herbst 2022 soll auch in Niederösterreich die „Duale Akademie“ ihren Betrieb aufnehmen. Für die Lehrberufe Mechatronik, Applikationsentwicklung/Coding, Elektrotechnik und Speditionskaufmann/-frau.

Die Details sind noch in Ausarbeitung, doch die Richtung ist klar: Mit Herbst 2022 soll auch in Niederösterreich die „Duale Akademie“ ihren Betrieb aufnehmen. Für die Lehrberufe Mechatronik, Applikationsentwicklung/Coding, Elektrotechnik und Speditionskaufmann/-frau. Nach OÖ, Wien, Salzburg und Vorarlberg soll das Angebot österreichweit umgesetzt werden. „Die duale Ausbildung spielt im Kampf gegen den Fachkräftemangel eine entscheidende Rolle“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ und ergänzt: „Derzeit machen rund 220 Maturanten in NÖ eine Lehre. Mit der ,Dualen Akademie‘ wollen wir noch mehr AHS-Absolventen für dieses Ausbildungsmodell gewinnen.“

Erwerb von Zukunftskompetenzen. Vertiefende Ausbildungen. Auslandspraktika

„Mit der ,Dualen Akademie‘ können wir eine Lücke schließen und das Ausbildungsangebot in Niederösterreich noch breiter und vielseitiger gestalten“, erklärt Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Und wir richten dieses Angebot noch stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft aus“, ergänzt Arbeitslandesrat Martin Eichtinger.  Auch der Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, Sven Hergovich, begrüßt die Initiative zur Dualen Akademie in Niederösterreich: „Jeder Schritt zu mehr Bildungschancen ist richtig und wichtig.“

„Modell der Zusatzqualifikationen“ in Niederösterreich

Einig sind sich die Beteiligten darin, dass ein solches Projekt nur gemeinsam realisiert werden kann. Darüber hinaus soll in Niederösterreich gemeinsam ein „Modell der Zusatzqualifikationen“ entwickelt werden, das allen Maturanten offensteht, die sich für eine Lehre entscheiden. Das sieht vor allem Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, positiv: „Ziel muss es sein, für alle Fachkräfte nach dem Lehrabschluss mit Matura eine Höherqualifizierung und Zusatzqualifikationen zu realisieren und damit einen Abschluss auf NQR Level 5 zu ermöglichen.“

Die Ausbildung im Detail

Ausbildung im Lehrbetrieb:

  • Lehrverhältnis
  • Verkürzte Lehrzeit zum Beispiel statt 3 Jahre nur 2 Jahre; statt 4 Jahre nur 3 Jahre
  • Betrieb stellt einen betrieblichen Mentor während der Ausbildungszeit zur Verfügung

Unterricht an der Landesberufsschule:

  • Ziel, eigene „Duale Akademie“-Klassen zu schaffen – mit Anrechnung von Gegenständen durch Absolvieren der Matura; eigene Lehrpläne

Erwerb von Zukunftskompetenzen:

  • Zusatzmodule über soziale, digitale und internationale Kompetenzen

Zukunftsprojekt:

  • Der Lehrling muss gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb ein Projekt erstellen, das von einer externen Expertenkommission beurteilt wird

Vertiefende Ausbildung:

  • Zusatzqualifikation – insb. im Zusammenhang mit den Zukunftskompetenzen – an Weiterbildungseinrichtungen/FH/Uni – mit Zertifikatsabschluss

Auslandspraktikum

  • Mindestens ein einwöchiges Auslandspraktikum

Ergänzende Fachpraxis nach der Lehrabschlussprüfung (LAP), Abschluss auf NQR Level 5:

  • mindestens einjährige betriebliche Praxis nach Lehrabschlussprüfung (LAP)
  • Danach Gespräch mit Expertenkommission (ähnlich Ing.-Zertifizierung)

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