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Auf frischer Tat ertappt

Diebstahl in Geschäften verursacht einen großen volkswirtschaftlichen Schaden.

Erwischt man jemanden dabei, etwas „mitgehen zu lassen“, sollte man sofort die Polizei verständigen. Dabei ist allerdings einiges zu beachten.
Diebstahl
© Steve Lovegrove/Hemera/Thinkstock
Wer im eigenen Geschäft einen Dieb auf frischer Tat ertappt, hat das Recht, den Verdächtigen auf angemessene Weise bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Es muss sofort die Polizei verständigt werden, die dann über die weitere Vorgehensweise entscheidet.

Taschenkontrolle nicht erzwingbar

Voraussetzung für dieses sogenannte Privatanhalterecht ist ein hinreichender Tatverdacht. Wenn sich ein Kunde weigert, seine Taschen kontrollieren zu lassen, ist das nicht ausreichend. Als Tatverdacht gilt etwa, wenn man beobachtet hat, dass jemand Waren eingesteckt und an der Kassa nicht deklariert hat.
Taschenkontrollen können nur auf freiwilliger Basis vorgenommen werden. Auch entsprechende Schilder wie „Mitgebrachte Taschen sind an der Kasse zu öffnen” berechtigen nicht dazu, in die Taschen anderer Leute zu sehen. Die Kunden können allerdings aufgefordert werden, vor dem Einkauf größere Taschen oder Säcke an der Kassa oder an einem anderen Ort abzugeben. Bei Taschenkontrollen, also beim Privatanhalterecht, sollten Unternehmer jedenfalls bedacht vorgehen, denn Fehler können strafrechtliche Folgen haben:
Erzwungene Taschenkontrollen können als Nötigung gewertet werden.
Auch darf für den vermeintlichen Diebstahl keine unangemessene Schadenersatzforderung in Verbindung mit der Androhung einer Anzeige gestellt werden. Das wäre dann unter Umständen Erpressung.
Die ungerechtfertigte Beschuldigung des Ladendiebstahls vor Dritten kann als üble Nachrede empfunden werden.
Wenn kein sogenannter qualifizierter Diebstahl vorliegt, kann von der Verfolgung einer Straftat zurückgetreten werden, wenn der Verdächtige ein Bußgeld entrichtet. Weitere Voraussetzung für eine derartige Diversion ist ein hinreichend geklärter Sachverhalt.

Bußgeld & Schadenersatz

Das Bußgeld kann bis zu 180 Tagessätze betragen. Ein Tagessatz liegt – je nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Täters – zwischen 4 Euro und 5.000 Euro. Der Unternehmer kann vom Täter auch Schadenersatz fordern. Ersatzfähig sind lediglich die Kosten, die durch die konkrete Tat entstanden sind:
Detektivkosten ab dem Zeitpunkt des konkreten Verdachts.
Kosten der Anhaltung und der Feststellung der Identität.
Kosten der erforderlichen Telefongespräche und des Büromaterials.
Mitarbeiterprämien für die Ergreifung in angemessener Höhe.
Es kann auch ein pauschalierter Schadenersatz für die Unkosten anlässlich der Ergreifung des Täters verlangt werden. Beträge in der Höhe von 50 bis 100 Euro gelten dabei als angemessen.
Generelle Überwachungskosten wie Videoüberwachung oder Warensicherung, die nicht durch die konkrete Tat entstanden sind, können dem Dieb nicht angelastet werden.

Strafmündigkeit

Menschen unter 14 Jahren fehlt die Strafmündigkeit. Auch 14- bis 16-Jährige werden bei Taten mit einem Strafrahmen bis zu drei Jahren nicht gestraft, wenn kein schweres Verschulden vorliegt und die Bestrafung nicht aus besonderen Gründen geboten ist, um den Jugendlichen von weiteren Straftaten abzuhalten. In solchen Fällen können lediglich Maßnahmen der Jugendwohlfahrt ergriffen werden.


Definition:

  • „Qualifizierter Ladendiebstahl“, insbesondere in Selbstbedienungseinrichtungen und Läden, liegt vor, wenn der Wert der gestohlenen Sachen unter 5.000 Euro liegt und nicht folgendes zutrifft wie etwa Einbruch, Waffen, räuberischer Diebstahl, gewerbsmäßiger Diebstahl oder Diebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung.
  • Die Strafdrohung beträgt bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätze.
  • Ist der Wert der gestohlenen Waren höher als 5.000 Euro, geht der Strafrahmen bis drei Jahre, bei einem Wert über 300.000 Euro von einem bis zehn Jahre.
GEMEINSAM.SICHER
  • Die Aktion „GEMEINSAM.SICHER“ ist eine Kooperation der Sparte Handel mit der Polizei.
  • Für den Herbst sind regionale Veranstaltungen zu Sicherheitsthemen wie Ladendiebstahl, Einbruch und Raub, Trickbetrug oder Falschgeld geplant.
    Als Referenten sind externe Trainer und Vortragende der Landespolizei vorgesehen.
  • Die genauen Termine werden im August veröffentlicht.

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