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Die Vision ist klar: "CityBull statt Mistkübel"

Der CityBull ist eine kreative Lösung den Müll in öffentlichen Anlagen nicht nur praktisch entsorgen zu können, sondern auch optisch schön an die Umgebung anzupassen. Für das niederösterreichische Unternehmen spielen dabei Regionalität, Kundenbeziehungen und die Umwelt eine große Rolle.

Lisi Steinacher und Manfred Perger mit dem CityBull.
© CityBull Lisi Steinacher und Manfred Perger mit dem CityBull.

Der Frühling steht vor der Tür. Trotz oder gerade wegen Corona genießen viele die ersten warmen Sonnentage. Das idyllische Bild der heimischen Gemeinden wird oftmals durch achtlos weggeworfene Plastikflaschen oder FFP2-Masken getrübt. Neben de Frühjahrsputzaktionen, bei denen rund 200 Tonnen Müll von Freiwilligen aus der Landschaft geholt werden, wollen zwei Unternehmer aus Mank das Problem an der Wurzel packen.

Bedürfnisorientierter Mistkübel

Lisi Steinacher und Manfred Perger zeichnen für die Idee zum CityBull verantwortlich. Ausschlaggebend für das Unternehmenskonzept waren unterschiedliche Ansätze von Verkaufs- und Kundenphilosophie mit ausländischen Anbietern. „Der Kunde muss an erster Stelle stehen“, ist Lisi Steinacher überzeugt. Zu Beginn eines jeden Kundenkontakt steht die Ortsbegehung. Steinacher: „Mistkübel passen optisch oft gut zum Aufstellungsort, die Reinigungskräfte sind aber mit dem Handling unzufrieden. In einem modernen Designkonzept muss auch die Müllverwertung beachtet werden.“
Gegründet wurde das Start-Up 2020. Steinacher: „Wir wurde vom Gründerservice der Wirtschaftskammer NÖ bestmöglich unterstützt. Sie standen uns mit Rat und Tat zu Seite und hatten immer ein offenes Ohr für unsere Probleme. Die Experten berate bei wichtigen Entscheidungen und geben Tipps, das Unternehmen mit den besten Voraussetzungen zu starten. Für alle Neugründer ist das eine absolute Empfehlung.“ 
Das Corona-Jahr hatte auch positive Seiten. Die Testphase etwa konnte besser genutzt werden und
die Unternehmer nahmen ein Umdenken in der Bevölkerung wahr. Steinacher: „Das war ein großer Vorteil für den CityBull. Für die Leute muss ein Produkt nicht aus China kommen, die Regionalität
ist vielen wichtiger.“ Steinacher hat das Gefühl, dass die Unternehmen näher zusammenrücken
und miteinander arbeiten. Die gegenseitige Unterstützung ist ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt
geworden.

Smarter Mistkübel

Der Entstehungs- und Entwicklungsprozess zum fertigen CityBull dauerte etwa ein dreiviertel
Jahr. Steinacher: „Schwierigkeiten gab es bei der Kapazitäts- und Risikoeinschätzung. Unsere Partner produzierten ohne Absatz-Garantie. Dafür sind wir jetzt sehr stolz auf ein ganzheitliches ‚Made in Austria‘-Produkt.“
Im Dezember 2020 wurden die ersten CityBulls an die Wiener Linien geliefert. Weitere Kunden sind Krankenhäuser, Bergbahnen, Einkaufs-Center, Gemeinden, Hotels
und Tourismusverbände. Die Meinungen zum CityBull sind alle positiv. „Das gibt uns Rückhalt. Es
motiviert und spornt uns an immer weiter zu verbessern“, freut sich Steinacher.
Der CityBull ist zusätzlich mit einem praktischen Feature ausgestattet. Das technische Outdoordesign macht es möglich, den Füllstand digital zu messen. Über eine App bekommen zum Beispiel die Bauhofmitarbeiter den Standort und die Füllmenge jedes einzelnen CityBulls in der
Gemeinde übermittelt. So können Ressourcen effizienter eingesetzt und Zeit und Geld gespart werden.
„Einen kleinen Nachteil hat der CityBull“, scherzt Steinacher, wenn man ihn gut pflegt, wird er jeden Bürgermeister überleben.“ Dafür sorgt eine innovative Drehtür ohne Scharnier. Entstanden ist sie durch einen Irrtum. „Nach wochenlangen Vorarbeiten und intensiven Überlegungen, wie ein mechanisches Verschleißteil am besten verstärkt wird, ist unserem
Partner ein ‚Verzeichner‘ im Plan passiert. So ist die Idee entstanden“, erzählt Steinacher.
Auch beim Holz-CityBull wird auf Regionalität gesetzt. „Wir verwenden heimisches Holz. Das
Lärchenholz wird geölt und auf Wunsch gestrichen.“

Neue Produkte in Testphase

Für die Unternehmerin steht die Einzigartigkeit des CityBulls fest: „Zum einen ist es die individuelle
Gestaltbarkeit. Zum anderen ist es die Regionalität. Jeder einzelne Produktionsschritt wird
in Niederösterreich umgesetzt.“ Darüber hinaus liegt Steinacher der Umweltschutz am Herzen.
„Der Transport wird durch regionale Produktionsketten auf ein absolutes Minimum reduziert.
So sparen wir CO₂ und als besonderes Service bieten wir auch für kleine Absatzmengen eine direkte Lieferung ohne Zusatzkosten an.“ Der CityBull ist in ständiger Weiterentwicklung.
Menschen verändern sich und ihre Lebenssituation laufend. Zwangsläufig ändert sich dadurch auch der Müll, den sie produzieren. Der CityBull passt sich diesen Lebensveränderungen
an und wird stetig optimiert. Steinacher: „Zurzeit ist er fertig designt und funktioniert, weil
sich aber auch der Müll verändert, muss sich auch der Mistkübel ändern. Weiters wird an neuen Produkten gearbeitet. Zurzeit ist eine Solarbank in der Testphase. Sie bietet neben einer Sitzmöglichkeit auch USB-Anschlüsse zum Laden von technischen Geräten.“ Die Ansprüche an die Bank sind hoch: Sie soll leistbar, wartbar und austauschbar sein.

Zukünftige Ziele

„Hinter uns liegt ein hartes Jahr. Keiner weiß, wie lange diese schwierige Zeit noch dauern wird,
aber meine Vision für den CityBull ist ganz klar: die Marke soll zum Produkt werden.“ Die Unternehmerin erklärt ihre Vision so: „Wir möchten in den nächsten Jahren die Transparenz erhöhen. Menschen, die mit der Abfallwirtschaft zu tun haben, sollen CityBull statt Mistkübel sagen.“

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