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Der Schatten, der die Zeit anzeigt

Im „Tal der Sonnenuhren“ werden seit 45 Jahren Meisterstücke für die Ewigkeit geschaffen. Johann Jindra junior hat vor 16 Jahren die Schlosserei samt Sonnenuhrproduktion von seinem Vater übernommen. Mit viel Leidenschaft und Präzision fertigt er Einzelstücke für Kunden aus der ganzen Welt an. Im Zuge des NÖWI-Umfragen Gewinnspiels haben wir den Unternehmer besucht.

Johann Jindra jun. im Sonnenuhrgarten.
© Daniela Neumayer Johann Jindra jun. im Sonnenuhrgarten.
Hügelige Wälder, malerische Wiesen, glitzernde Wasserläufe und an jeder Ecke Sonnenuhren. Das Ysper-Weitental im südlichen Waldviertel macht seinem zweiten Namen „Das Tal der Sonnenuhren“ alle Ehre. Allein in der knapp über 1.100 Seelen Gemeinde Weiten gibt es 70 Sonnenuhren. Und für alle ist die Schlosserei Jindra verantwortlich. Der Familienbetrieb befindet sich bereits in der fünften Generation und die sechste hat vor Kurzem die Meisterprüfung abgelegt. Tradition wird im Familienunternehmen großgeschrieben. Johann Jindra jun. erzählt: „Ich bin mir nicht sicher, ob jeder im Ort weiß, wie ich wirklich heiße“, scherzt der Schlossermeister, „mich kennen alle unter ‚Jimmy‘“.

Den Impuls gab eine kahle Mauer

Johann Jindra sen. hat vor 45 Jahren mit der Sonnenuhrproduktion begonnen. Die Inspiration für das ungewöhnliche Produkt, das gegenwärtig fast 50 Prozent der Gesamtproduktion ausmacht, gab eine kahle Außenmauer. Jimmys Mutter wollte die Halle verschönern. Johann Jindra sen. kaufte daraufhin auf einem Flohmarkt ein Buch über Sonnenuhren. „Ich glaube, er hat es vor allem wegen des schönen Einbandes gekauft“, lacht Jimmy. Für die Herstellung der ersten Sonnenuhr benötigte Jindra sen. zwischen sieben und acht Jahre. Nach der Fertigstellung musste das erste Exemplar gleich wieder korrigiert werden, der Zeiger war für die tief stehende Sonne im Winter zu kurz.

Heute dauert die Fertigstellung nicht mehr so lange: „Je nach Auftrag und Wünschen dauert die Produktion zwischen drei Tagen und zwei Wochen“, erklärt Jimmy, „ich profitiere von dem Wissen, das sich mein Vater mühsam selbst erarbeiten musste.“

Sonnenuhr
© Daniela Neumayer

Von Auftrag zum fertigen Produkt

Die Herstellung jeder Sonnenuhr ist einzigartig. Zu Beginn entscheiden die Kunden, ob es eine Stand- oder eine Wandsonnenuhr werden soll.
Dafür hat Familie Jindra einen liebevoll gestalteten Schaugarten angelegt. Für die Produktion einer Standsonnenuhr benötigt der leidenschaftliche Unternehmer Längen- und Breitengrad des Standortes. Die Vorarbeiten einer Wandsonnenuhr sind umfangreicher. „Dazu berechne ich im Vorhinein den genauen Zeitpunkt des Sonnenhochstandes. Vor Ort benötige ich zu diesem Zeitpunkt mindestens fünf Minuten Sonnenschein“, sagt Jimmy. Das bedeutet jedes Mal Präzisionsarbeit denn: „Eine Verrechnung um ein Grad bedeutet eine Zeitdifferenz von vier Minuten.“ Dafür braucht er keine technischen Hilfsmittel. „Ich verlasse mich da am liebsten auf meinen Kopf und meine Erfahrungen,“ sagt Jimmy bei einem Rundgang durch den Sonnenuhrgarten. 
Sonnenuhren zeigen nicht nur Stunden an: Sie können auch Jahreszeiten, Monate und sogar ganz bestimmte Daten wie zum Beispiel ein Geburtsdatum anzeigen. Damit begeistert der leidenschaftliche Skisportler nicht nur prominente Gäste: „Ich konnte schon mit Marcel Hirscher, Heinz Fischer, Harry Prünster und Nikki Lauda über meine Arbeit plaudern.“ Jindra Sonnenuhren kann man auch außerhalb Österreichs bewundern. „Meine höchste Sonnenuhr habe ich auf der Gandegghütte bei Zermatt auf 3.030 Meter Seehöhe mit Blick auf das Matterhorn montiert und die am weitesten entfernteste steht in Kapstadt in Südafrika.“

„Sonne, Zeit und Ewigkeit“

2008 eröffnete die Schlosserei Jindra die Ausstellung „Sonne, Zeit und Ewigkeit“. Hier können über 40 verschiedene Sonnenuhrarten besichtigt werden. Die Führungen macht Jimmy Jindra am liebsten selber.
Die Leidenschaft die er bei seiner Arbeit empfindet, ist in den Geschichten, die er zu jeder Sonnenuhr erzählt, praktisch spürbar. Das Pandemiejahr ist leider auch an der Schlosserei nicht ganz spurlos vorübergegangen. „Wir mussten einen Kaufrückgang von 30 Prozent hinnehmen, die jährlichen Besucherzahlen sind von 5.000 auf 400 Personen zurückgegangen. 
Da waren die Unterstützungen und die Angebote der Wirtschaftskammer NÖ und der Bezirksstelle Melk sehr hilfreich. Außerdem lesen meine Frau und ich die Berichte in der NÖ Wirtschaft sehr gerne, so haben wir auch vom NÖWI-Umfagen Gewinnspiel erfahren.“ 

Jimmy Jindra hat eine zusätzliche Motivation: „Die Besucher sollen nach der Führung mehr wissen als davor“, und das gelingt dem leidenschaftlichen Zeit-Experten mit Leichtigkeit.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Sonnenuhrhaus und im Sonnenuhrgarten „Sonne, Zeit & Ewigkeit“ kann ganzjährig besichtigt werden. 

Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr
Samstag von 9 bis 12 Uhr

Führungen   
Montag bis Freitag von 10 und 14 Uhr
Samstag 10 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten sind Führungen nur nach telefonischer Anmeldung möglich.
T  02758/8292
www.sonnenuhren.com

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