th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Der Konjunkturabschwung verfestigt sich

Die Konjunktur in der NÖ Industrie trübt sich weiter ein. Die Auftragslage hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Der Ausblick auf die kommenden Monate lässt keinen Optimismus aufkommen: die Unternehmen erwarten einen Rückgang der Produktion sowie eine sehr schwache Geschäftslage bei sinkenden Beschäftigtenzahlen.

Konjunktur-Kurve
© WIFO Sonderauswertung WIFO Konjunkturtest für die Sparte Industrie NÖ

Im Herbst zeigt sich für die niederösterreichische Industrie eine Fortsetzung der Konjunkturabschwächung. Die Konjunkturindizes zeichnen gegenwärtig einheitlich ein negatives Bild. Sowohl der Gesamtindex als auch die Teilindizes zur aktuellen Lagebeurteilung und zur zukünftigen Entwicklung haben in den vergangenen drei Monaten an Boden verloren und alle drei Indizes befinden sich unter ihren jeweiligen langjährigen Durchschnittswerten.

Ein ähnliches Bild zeigen auch die Detailindikatoren. Die Meldungen zur Produktion in den letzten drei Monaten zeigen zum ersten Mal seit Juli 2020 per Saldo einen Rückgang auf. Nur mehr gut 15 Prozent der Betriebe melden Produktionssteigerungen, 24 Prozent mussten sie im selben Zeitraum hingegen drosseln.

Fast 40 Prozent der niederösterreichischen Industrieunternehmen melden, dass die Abschätzung der zukünftigen Entwicklung der Geschäftslage unsicherer als je zuvor ist. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1996. Weitere 41 Prozent bewerten die Abschätzbarkeit als sehr unsicher, nur für knapp zwei Prozent der Unternehmen ist sie in gewissem Maße abschätzbar.

Die Auftragseingänge sinken das zweite Quartal in Folge und ein Überhang an Unternehmen berichtet in der Zwischenzeit von einem gesunkenen Auftragsbestand in den letzten drei Monaten. Damit konsistent ist die negative Entwicklung bei den Auftragsbeständen. Nur mehr 75 Prozent der Betriebe melden ausreichende oder mehr als ausreichende Auftragsbestände, das ist ein Rückgang von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Ebenso zeigen die Exportauftragsbestände eine Abwärtsbewegung und befinden sich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Auslastung der Produktionskapazität der niederösterreichischen Industrie liegt bei unterdurchschnittlichen 81 Prozent, ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Sommer. Eine steigende Anzahl von Unternehmen meldet vorhandene Überkapazitäten und per Saldo weist die Industrie Niederösterreichs zum ersten Mal seit April 2021 wieder einen leichten Überhang an Produktionskapazitäten aus. Marginal gestiegen ist die gesicherte Produktionsdauer, die nun bei fünf Monaten liegt – ein Plus von 0,1 Monaten.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen der niederösterreichischen Industrie per Saldo zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2021 wieder negativ bewertet. Der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung der Geschäftslage in den letzten Monaten gemeldet haben, hat sich im Vergleich zum Vorquartal fast verdoppelt und liegt bei 25 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, der die gegenwärtige Geschäftslage als besser als saisonüblich bewertet, ist hingegen um sieben Prozentpunkte gesunken.

Eine leichte Verbesserung ist bei den Ergebnissen zu den Produktionsbehinderungen zu beobachten. Für 39 Prozent der meldenden Unternehmen ist die Produktion derzeit ohne Probleme möglich, das ist trotz einem Anstieg zum Vorquartal ein sehr niedriger Wert. Die wichtigste Ursache für Produktionsschwierigkeiten liegt weiterhin bei Lieferengpässen für Material und Ausrüstung, obwohl dieser Anteil in den letzten drei Monaten stark gesunken ist (von 36 auf 21 Prozent). Der Mangel an Arbeitskräften bleibt ein wichtiger Faktor und wird von 19 Prozent der Unternehmen als Haupthindernis ihrer Produktionstätigkeit genannt. Für 15 Prozent der Betriebe ist die unzureichende Nachfrage das wichtigste Produktionshindernis, ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. Finanzierungsprobleme spielen weiterhin eine untergeordnete Rolle und sonstige Gründe werden von gut vier Prozent der Unternehmen als größte Behinderung gesehen.

Mit Zurückhaltung sehen die Unternehmen der Entwicklung der Konjunktur in den kommenden Monaten entgegen. Die Industrie in Niederösterreich erwartet per Saldo zum ersten Mal seit zwei Jahren Produktionsrückgänge. Der Anteil der Unternehmen, die mit einem Produktionsrückgang rechnen, ist von 13 auf 21 Prozent gestiegen, nur 12 Prozent rechnen mit einer Steigerung. Die pessimistische Stimmung schlägt sich auch auf die Beschäftigtenerwartung durch, die zum ersten Mal seit Jänner 2021 in den negativen Bereich gerutscht ist. Zum zweiten Mal in Folge verschlechtern sich die Geschäftslageerwartungen und die Industrie Niederösterreichs rechnet mit einer sehr schwierigen Geschäftslage in 6 Monaten. Bei den Verkaufspreisen erwarten die Unternehmen bedingt durch das schwierige preisliche Umfeld einen überdurchschnittlich starken Auftrieb, der allerdings schwächer ausfallen dürfte als im vergangenen Quartal.

Mineralöl- und chemische Industrie

Eine deutliche Eintrübung am Konjunkturhimmel zeigt sich für die Mineralöl- und chemische Industrie. Die Produktion ist in den letzten drei Monaten zum ersten Mal seit Sommer 2020 gesunken, nachdem vor allem zu Jahresanfang teilweise sehr starke Produktionszuwächse gemeldet wurden. Die Situation bei den Auftragsbeständen hat sich gegenüber dem Vorquartal ebenfalls verschlechtert und liegt nun deutlich unter dem Niveau des langjährigen Durchschnitts. Die Produktion ist nur für 2,8 Monate gesichert. Dementsprechend wird auch die aktuelle Geschäftslage deutlich negativer bewertet als zuletzt.

Die Erwartungen für die nächsten Monate versprechen keine Verbesserung der aktuellen Konjunktur. Die Produktionserwartungen haben sich weiter verschlechtert und sind tief im negativen Bereich, mit steigenden Verkaufspreisen rechnet die überwiegende Mehrheit der Unternehmen. Die Branche sieht sich per Saldo zu einem Abbau von Beschäftigten gezwungen und rechnet mit einer negativen Entwicklung der Geschäftslage für das kommende halbe Jahr.

Papier- und Holzindustrie

In einer Phase der deutlichen Konjunkturabkühlung befindet sich die PROPAK, Papier- und Holzindustrie. Die Unternehmen berichten von einem starken Rückgang der Produktion im vergangenen Quartal. Dementsprechend wird die derzeitige Geschäftslage pessimistisch beurteilt. Die Auftragssituation hat sich im Verlauf des letzten Quartals klar verschlechtert, vor allem im Exportbereich befinden sich die Auftragsbestände auf sehr niedrigem Niveau. Die Kapazitätsauslastung ist um rund sechs Prozentpunkte zurückgegangen. Gleichzeitig wächst das Fertigwarenlager und wird von einer steigenden Zahl von Unternehmen als zu groß bewertet.

Zwiespältig ist der Ausblick auf die kommenden Monate. Die Branche erwartet in verstärktem Ausmaß einen Produktionsrückgang, im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen steigen die Verkaufspreise weniger stark. Die Geschäftslage entwickelt sich deutlich schlechter als zuletzt und die Unternehmen rechnen mit einer Abnahme der Beschäftigtenzahlen.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Schwierig gestaltet sich der aktuelle Konjunkturverlauf für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Produktion ist in den letzten Monaten erstmals seit April 2021 wieder rückläufig. Die Auftragsbücher sind zwar besser gefüllt als im Vorquartal, allerdings sieht die Situation bei der Exportauftragslage schlechter aus als zuletzt. Eine steigende Anzahl von Unternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage pessimistisch und übertrifft die Anzahl jener Unternehmen, die zufrieden sind.

Die Erwartungen für die kommenden Monate sind teilweise sehr pessimistisch. Die Unternehmen rechnen mit einem weiteren Rückgang in der Produktion. Die Branche erwartet eine sehr schwierige Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden Monaten. Die Anzahl der Beschäftigten wird nach Ansicht der Unternehmen eher sinken, die Verkaufspreise werden hingegen infolge der Energiepreisanstiege durch die Bank steigen.

NE-Metall-, Metalltechnische und Fahrzeugindustrie 

Die NE-Metall-, Metalltechnische und Fahrzeugindustrie bewegt sich in diesem schwierigen konjunkturellen Umfeld teilweise sehr gut. Diese Branche konnte als einzige die Produktion ausweiten, wenn auch nicht mehr ganz in dem Umfang wie im Sommer. Die Auftragslage hat sich gegenüber dem sehr starken Vorquartal zwar verschlechtert, bleibt aber über dem langjährigen Durchschnitt. Daher ist es keine Überraschung, dass die Branche die aktuelle Geschäftslage noch positiv bewertet.

Die Aussicht auf die kommenden Monate fällt in diesem Bereich relativ gut aus, kein einziger vorauseilender Indikator ist im negativen Bereich. Die Branche erwartet eine moderate Steigerung der Produktion und rechnet auch mit einer leicht besseren Geschäftslage im kommenden halben Jahr. Nach Meinung der Unternehmen steigen die Beschäftigungszahlen weiter an.

Elektro- und Elektronikindustrie

Die Produktion in der Elektro- und Elektronikindustrie ist wie auch schon in den vergangenen Quartalen weiter rückläufig. Die Auftragslage hat sich gegenüber dem Sommer verschlechtert. Die Bestände in den Warenlagern haben deutlich zugelegt. Die Kapazitäten werden mit knapp 89 Prozent überdurchschnittlich gut ausgelastet, allerdings sinkt die Anzahl der Unternehmen, die von Kapazitätsengpässen berichten. Die gesicherte Produktionsdauer liegt bei überdurchschnittlichen 5,5 Monaten.

Zwiespältig ist der Ausblick auf die kommenden Monate. Die Branche erwartet - wie schon zu Jahresanfang - einen deutlichen Produktionsrückgang bei weiterhin stark steigenden Verkaufspreisen. Die Geschäftslageerwartungen sind sehr pessimistisch und die Unternehmen rechnen auch das erste Mal seit Sommer letzten Jahres mit einer Abnahme der Beschäftigtenzahlen.

Bergwerke, Stein- und keramische Industrie und Glasindustrie

Auf Grund einer geringen Rücklaufquote können dieses Quartal keine Ergebnisse für den Bereich Bergwerke, Stein- und keramische Industrie und Glasindustrie ausgewiesen werden.

 

Technische Anmerkungen

Mitte November 2022 präsentiert die Abteilung für Statistik der WKÖ eine Sonderauswertung des WIFO-Konjunkturtests für die niederösterreichische Industrie, deren Ergebnis die aktuelle Wirtschaftslage nach Einschätzung durch die Unternehmen wiedergibt. Niederösterreichische Unternehmen aus dem industriellen Bereich wurden nach ihrer Einschätzung zur derzeitigen wirtschaftlichen Lage befragt. Die Auswertungen dieser Fragen erlauben somit einen Rückschluss auf die Stimmungslage in der niederösterreichischen Industrie und den momentanen Stand im Konjunkturzyklus. Die Sonderauswertung für die niederösterreichische Industrie wird vierteljährlich durchgeführt. Es stehen auch längere Zeitreihen zur Verfügung, wodurch eine Zeitreihenanalyse möglich wurde und die Auswertung an Aussagekraft gewinnt. Zusätzlich werden die Auswertungen mit den Ergebnissen des WIFO Konjunkturtests für die Sachgütererzeugung Österreichs verglichen und erlauben eine Gegenüberstellung der niederösterreichischen Industrie mit der gesamten Sachgüterproduktion in Österreich. Die Systematik hinter der Auswertung nach der Sachgütererzeugung Österreichs und der Auswertung für die niederösterreichische Industrie ist nicht identisch, auf Grund der geringen Unterschiede ist aber ein Vergleich der Ergebnisse beider Untersuchungen möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Luftaufnahme des Werkes

Was die Metalltechnische Industrie antreibt

Alternative Energiekonzepte für die unternehmerische Zukunft. mehr

Gruppenfoto beim TBWA

Finnland - nicht nur kalt, sondern cool!

Die Marktsondierungsreise der Sparte IC führte die Delegation unter der Leitung von Spartenobfrau KR Ingeborg Dockner im September 2022 nach Finnland, das nördlichste und möglicherweise am meisten unterschätzte EU-Mitglied. mehr

Gruppe

NÖ Bauwirtschaft appelliert an FMA und Bundesregierung: Schaffung von Eigenheimen muss leistbarer werden

Wirtschaftsvertreter betonen enorme Bedeutung von leistbaren Eigenheimen für den niederösterreichischen Wirtschaftsstandort  mehr