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„Das ist auf Dauer von den Betrieben nicht zu stemmen“

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, im Interview zum aktuellen Top-Thema Energie und was es an Aktivitäten sowie Unterstützung benötigt.

Porträtbild von WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker
© Rita Newman
Die Stromkosten steigen, die Versorgung mit Gas löst große Unsicherheiten aus. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Situation der NÖ Unternehmen?
Wir haben dazu in den letzten Wochen viel in Gesprächen mit niederösterreichischen Unternehmerinnen und Unternehmern gehört und bekommen auch viele Anrufe und E-Mails dazu. Auf der einen Seite müssen zahlreiche Unternehmen noch die Auswirkungen der Pandemie verkraften. Auf der anderen Seite stellt das  Thema Energie für viele Betriebe aktuell eine große Herausforderung dar. Preissteigerungen, v.a. bei Gas, um das Siebenfache sind keine Seltenheit.
Haben Sie konkrete Beispiele?
Ja, leider zahlreiche in der letzten Zeit. Etwa ein Autohaus, dass bisher jährlich für Strom und Gas rund 6.600 Euro gezahlt hat und zukünftig rund 48.600 Euro zahlen muss – ganze 42.000 Euro mehr! Ein lokaler Bäckerei-Betrieb hat uns geschrieben, dass seine Kosten für Mehl um 40%, für Personal um 4% und für Material um 20% gestiegen sind. Dazu kam noch eine Verdopplung des Strompreises. Er musste zum Ausgleich die Verkaufspreise für Brot und Gebäck um 12% steigern. Diese Beispiele zeigen, dass das auf Dauer von den Betrieben nicht zu stemmen ist. Das trifft uns dann alle. Denn wir dürfen eines nicht vergessen: In unserer vernetzten Wirtschaft hat jedes betroffene Unternehmen Auswirkungen auf andere Betriebe und viele Menschen. 
Soll die öffentliche Hand in die Energiepreisentwicklung eingreifen?
Als Unternehmer und Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich stehe ich zur freien Marktwirtschaft. Wird diese allerdings verzerrt, sind zeitlich beschränkte Eingriffe notwendig. Wenn es daher um die Sicherung einer leistbaren und sicheren Energieversorgung geht, darf es keine Denkverbote geben. Daher gehören alle Varianten auf den Tisch und offen diskutiert. Dabei müssen finanzielle Anreize aber immer in Verbindung mit Energiesparmaßnahmen gesehen werden.
Wo muss eine Lösung der Problematik ansetzen? Reichen Ihnen die bisherigen Aktivitäten in der Bundesregierung bzw. in der EU aus?
Eine leistbare und sichere Energieversorgung hat nicht nur für uns Unternehmen oberste Priorität. Da geht es um uns alle. Da sitzen wir alle in einem Boot. Dafür braucht es von der EU die volle Anstrengung für Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise und zur Versorgungssicherheit. Mit den Vorschlägen des EU-Gas-Notfallplan wurde ein erster wichtiger Schritt gesetzt, diese müssen rasch umgesetzt werden. Auch in Österreich können wir einiges tun. Allen voran muss die Bundesregierung ihre schon länger verkündeten Unterstützungs-Maßnahmen für Betriebe rasch und unbürokratisch in die Tat umsetzen. Genauso müssen die Potenziale von Wasserstoff, besonders im Bereich des Straßenverkehrs und der Industrie, genutzt werden. Und selbstverständlich den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.
In der Praxis dauert die Umsetzung von entsprechenden Projekten aber oft lange. Wie soll das also funktionieren?
Das stimmt leider. Daher brauchen wir für solche Projekte Rechtssicherheit und keine jahrelange Verzögerung. Wir brauchen eine 30fach höhere Geschwindigkeit bei den Genehmigungsverfahren! Viele Betriebe haben schon Konzepte für eigene Projekte zur Energieversorgung in der Lade. Davon würden auch Haushalte in der Region profitieren. Dafür brauchen wir rechtliche Sicherheit und Planbarkeit. 
Ein Thema, das zunehmend lauter wird, sind Aufforderungen an die Bevölkerung und damit auch an die Wirtschaft, Energie zu sparen. Gibt es da in den Unternehmen noch Sparpotenziale?
Die niederösterreichischen Betriebe leisten schon jetzt sehr viel. Der überwiegende Teil der Neuinvestitionen ist bereits mit den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit verbunden. Aber es gibt immer Luft nach oben. Ein Energiesparpotenzial von 10% ist grundsätzlich ohne Einschränkung des Geschäftsbetriebes möglich. Das müssen wir nutzen. Denn senken wir den Energieverbrauch, senken wir auch die Kosten und die CO2-Emissionen gleichermaßen. 
Wie unterstützt die Wirtschaftskammer NÖ in Sachen Energie ihre Mitglieder?
Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich bieten wir die geförderte ökologische Betriebsberatung an. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen dabei, Energiesparpotenziale im Betrieb zu finden und zu nutzen. Besonders nachgefragt werden die Themen Energiesparen, Erneuerbare Energie, thermische Sanierung und Mobilität, z.B. die Umstellung auf E-Fahrzeuge. Zusätzlich gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, so kann der Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control für die Marktorientierung verwendet werden. Und unser Förderservice hat den Überblick über Förderungen zu vielen verschiedenen Themen.


Information

Infos zur geförderten Ökologischen Betriebsberatung wko.at/noe/oeko

Überblick über Förderungen zu vielen verschiedenen Themen wko.at/noe/foerderservice

Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control zur Marktorientierung Gewerbe-Tarifkalkulator 

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