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Das Ende einer Dynastie – aber es geht weiter

Willi Dinstl und seine Mitarbeiterin Monika Prüller (Mitte) erhielte Hilfe: Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner (re) machte als Trafikantin gute Figur und verkaufte in der Trafik Stammkundin Tina Neumann Lottoscheine.
© Wolfgang Wutzl Willi Dinstl und seine Mitarbeiterin Monika Prüller (Mitte) erhielte Hilfe: Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner (re) machte als Trafikantin gute Figur und verkaufte in der Trafik Stammkundin Tina Neumann Lottoscheine.

Neue Weichenstellung nach vier Generationen Kaufmannschaft: Pension ist nicht das Ende von 137 Jahren Trafik und 72 Jahren Annahmestelle, denn die Traditionstrafik wird übergeben. Damit ist in Lunz am See weiterhin „alles möglich“

Nach 137 Jahren ist Schluss – und auch nicht: Die Familie Dinstl zieht sich Mitte des nächsten Jahres als Kaufmanns-Familie zwar aus der örtlichen Trafik in Lunz am See/NÖ zurück, das Geschäft selbst sowie die darin eingerichtete Annahmestelle der Österreichischen Lotterien wird aber weiter bestehen. Und das aus gutem Grund: Zum einen ist es die einzige Annahmestelle im Ort und auch als „Ort der Begegnung“ äußerst beliebt, und zum anderen sind es nicht ausschließlich die rund 1.800 Einwohner, die das Geschäft frequentieren; die schmucke Marktgemeinde in der niederösterreichischen Eisenwurzen im Südwesten des Bundeslandes erfreut sich Jahr für Jahr zunehmender Beliebtheit bei Urlaubern und Sommerfrischlern.

Da ließ es sich auch Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Lotterien, nicht nehmen, der Trafik Dinstl persönlich einen Besuch abzustatten, für die jahrzehntelange ausgezeichnete Vertriebspartnerschaft zu danken und auf den bevorstehenden Abschied und den neuen Lebensabschnitt anzustoßen.

Ihren Stellenwert hat die Trafik resp. Lotto Annahmestelle zu einem Gutteil dem Engagement von Firmenchef Willi Dinstl zu verdanken, dem Mario Schöner, Außendienstmitarbeiter der Lotterien hohes Lob zollt: „Willi Dinstl besitzt eine langjährige und hohe Identifikation mit den Produkten der Österreichischen Lotterien. Ihn zeichnen großes Fachwissen sowie die Fähigkeit, dieses Wissen in leicht verständlicher Weise an Mitarbeiter und Kunden weiterzugeben, aus. Die sehr persönliche Kundenansprache in seiner Trafik ist ein wesentlicher Mitgrund für die überdurchschnittlichen pro-Kopf Umsätze in seiner Annahmestelle.“

Bis Mitte 2021 geht Willi Dinstl also seiner beruflichen Leidenschaft noch nach, dann wird die Trafik samt Annahmestelle verkauft. Eine Leidenschaft, die dem Motosport-Fan quasi in die Wiege gelegt wurde. Denn der Grundstein für das Geschäft im wahrsten Sinne des Wortes wurde bereits drei Generationen vor Dinstl gelegt: Der Schwiegervater seines Großvaters hat die Trafik im Mai 1884 erhalten, Dinstl selbst übernahm sie von seinem Vater. Seine Töchter jedoch gehen eigene und andere berufliche Wege, sodass nach vier Generationen nun die Weichen für das Geschäft neu gestellt werden.

Seit dem Jahr 1884 ist also Dinstls Trafik ein Ort der Begegnung, und als solcher erfuhr sie noch eine Aufwertung, als sie 1949 mit der Einführung von Toto in Österreich zur Annahmestelle wurde. Dass Willi Dinstl dem Trafikanten- inklusive Annahmestellen-Geschäft treu bleiben würde, wusste er spätestens zu Beginn der 1980er-Jahre, als er, erstmals vom elterlichen Betrieb getrennt, in Berlin eine kaufmännische Ausbildung genoss. Dort hatte er „Lotto gelernt“, wie er sagt, und somit gab es keine Zweifel, als ihm 1986 angeboten wurde, das in Österreich neu eingeführte Lotto in das Sortiment seiner Trafik aufzunehmen.

Vor allem aus der mittlerweile sieben Jahrzehnte dauernden Epoche als Annahmestelle gibt es jede Menge Geschichten und Geschichtchen, die in die früheste Kindheit des Willi Dinstl zurückreichen. Hier eine kleine Auswahl:

Bereits als Kind wollte und durfte Dinstl in der Annahmestelle mitarbeiten und hat unter den wachsamen Augen des Großvaters das Blaupapier von den Toto Scheinen getrennt, die Scheine gezählt und am Freitag Abend zur Post in Lunz gebracht (damals gab es noch keine Online-Verarbeitung, sondern dreiteilige Wettscheine, bestehend aus Original, Blaupapier und Durchschlag; den Durchschlag bekam der Toto Spieler, Original und Blaupapier blieben vorerst in der Annahmestelle; das Original wurde dann einmal pro Woche nach Wien zur weiteren Verarbeitung geschickt).

Die beiden spektakulärsten Gewinne in seiner Annahmestelle, die Dinstl bekannt wurden, waren ein sechsstelliger Solo-Joker mit knapp 280.000 Euro eines Spielteilnehmers aus dem Bezirk, sowie ein vierrädriger Sondergewinn eines Urlauber-Stammgastes: „Er kam mit einem Packen von etwa 50 Quittungen und ich überprüfte sie auf etwaige Gewinne“, erinnert sich Dinstl, „und auf einmal schien der Begriff ,Sondergewinn‘ auf dem Display auf. Und zu der Zeit wurden bei Lotto gerade Autos der Marke Jeep Cherokee ausgespielt.“ Gleich in der Annahmestelle wurde mit Sekt angestoßen, ehe die Feier im nahegelegenen Gasthof fortgesetzt wurde. „Und noch Jahre später kam der Gewinner stets mit seinem gewonnenen Auto zu uns nach Lunz auf Urlaub“, lacht Dinstl.

Einmal durfte sich Dinstl auch über hohen dienstlichen Besuch freuen. Er war gerade dabei, einer Kundin einen Lotto Schein zu verkaufen, als die Tür aufging und jemand fragte: „Wo blühen da in Lunz die Narzissen?“ Dazu muss man wissen, dass Lunz am See und das anschließende Ybbstal weit über die Grenzen hinaus bekannt sind für die Narzissenblüte. Die Frage kam ganz unaufgeregt, höflich und freundlich aus dem Munde von niemand geringerem als vom damaligen Casinos- und Lotterien-Generaldirektor Dr. Leo Wallner, der sich natürlich nicht irgendwo, sondern eben in einer Annahmestelle informieren wollte. Diese einmalige Chance wollte sich Dinstl nicht mit der simplen Beantwortung der Frage entgehen lassen, sondern er packte – bildlich gesprochen – Wallner an der Hand und geleitete ihn höchstpersönlich zu den schönsten Blumenfeldern rund um den See.

Jetzt nähert sich die Dinstl-Dynastie in Lunz beruflich ihrem Ende, die Trafik samt Annahmestelle wird es aber weiterhin als Nahversorgungsbetrieb und damit als Ort der Begegnung geben.

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