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Borkenkäfer & Corona: Holzindustrie gefordert

Die Temperaturen steigen, die Corona-Maßnahmen werden gelockert, und die Laune hebt sich. Nicht so bei den Forstbetrieben, denn die warmen Temperaturen sind auch das Startsignal für den Borkenkäfer.

Borkenkäfer als Raupe und ausgebildeter Käfer
© David Hablützel/Pixabay Der Borkenkäfer bedroht die Wälder.

Nach einem eher trockenen Winter wird befürchtet, dass wie in den Jahren zuvor große Mengen der geschwächten Bäume – vor allem Fichten – vom Borkenkäfer befallen werden.

Das befallene Holz kann zudem wegen der aktuellen Corona-Krise oft nicht unmittelbar verarbeitet werden. Und Italien, der wichtigste Export-Markt für Österreich, ist derzeit nahezu gesperrt. „Wir können zwar liefern, falls überhaupt etwas nachgefragt wird, die Kosten dafür sind aber deutlich höher als sonst", betont Franz Kirnbauer, Niederösterreichs Obmann der Holzindustrie.

Zusätzlich dazu kann derzeit auch weniger produziert werden. „Wir müssen die Kapazitäten anpassen und die Werke auf Sicht fahren. Außerdem müssen die Schichten wegen des Sicherheitsabstands auseinandergezogen werden," erläutert Franz Kirnbauer. Und wie sich der Holzpreis entwickeln wird, ist noch fraglich: Es ist noch nicht absehbar, ob wir die Preise hinterher korrigieren müssen, denn wir haben jetzt wesentlich mehr Aufwand in den Betrieben. Wir hoffen aber darauf, dass nach Ostern der Handel mit Italien wieder Schritt für Schritt aufgenommen werden kann", ist der Obmann optimistisch, „bis Mai oder Juni, wenn der Borkenkäfer voll aktiv ist, werden wir die Märkte wieder hochfahren können."

Ein aktueller Diskussionspunkt betrifft – vor allem tschechische – Holzimporte. Als Forderungen kursieren Maßnahmen wie ein Importstopp, um die Abnahme heimischer Hölzer zu steigern oder auch eine Abnahmeverpflichtung für die Industrie. Holzindustrie-Obmann Franz Kirnbauer sieht solche Maßnahmen nicht gerechtfertigt: „Die niederösterreichische Holzindustrie verarbeitet rund fünf Millionen Festmeter im Jahr, der niederösterreichische Forst liefert uns rund 2,45 Millionen. Dieses Delta wird durch Importe ausgeglichen. Außerdem gibt es eine gültige Vereinbarung zwischen Forst- und Holzindustrie, dass primär unser eigenes Holz verarbeitet wird, und die ist natürlich nach wie vor intakt."

Abnahme durch die Holzindustrie:

In den vergangenen Jahren konnte verstärkt auch Sturm-oder Käferholz von der Holzindustrie aufgenommen werden.

Allein in den letzten drei Jahren wurden insgesamt 1,6 Millionen Festmeter mehr aus dem heimischen Wald aufgenommen.

Die abgenommenen Mengen an solchem Holz (Käfer, Sturm, Dürre etc.) wurden innerhalb nur eines halben Jahres um eine Million Festmeter erhöht.

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