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Niederösterreich besucht Bayern: Blick in die Zukunft der Wasserstoff-Wirtschaft

Im Bereich Wasserstoff zählt Bayern in Europa zu den Vorreitern. Im Mittelpunkt einer Delegationsreise von Niederösterreichs Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, die Wirtschaftsagentur des Landes ecoplus sowie Unternehmen aus Niederösterreich nach München stand daher das Thema Wasserstofftechnologie.

V.l. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Zachary Pinder, Prozessentwicklungsingenieur bei Electrochaea und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger
© Astrid Schmidhuber V.l. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Zachary Pinder, Prozessentwicklungsingenieur bei Electrochaea und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger

„Gerade angesichts des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise, die ganz Europa gerade vor große Herausforderungen stellt, können wir viel von unseren bayrischen Nachbarn in Sachen Wasserstoff lernen. Die Wasserstoff-Strategie des Bundes muss nun sehr rasch umgesetzt werden. Hier hinken wir Bayern noch hinterher, die bereits seit zwei Jahren geeignete Maßnahmen umsetzen. Jetzt gilt es rasch praktikable Rahmenbedingungen für die Produktion und Nutzung von Wasserstoff in Österreich zu etablieren“, betonten Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger und Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker.

„Langfristig haben wir großen Handlungsbedarf, insbesondere wollen wir unsere Abhängigkeit vom russischen Erdgas reduzieren, denn derzeit kommen 80 Prozent unseres Bedarfs aus Russland. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen, aber Wasserstoff wird dabei ein wesentlicher Baustein sein. Der klare Fokus liegt dabei auf grünem Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. Hier wollen wir von den Besten lernen, wie das funktionieren kann. Ich freue mich daher sehr, dass sich derart viele renommierte Betriebe aus Niederösterreicher unserer Delegation angeschlossen haben und bin zuversichtlich, dass daraus Kooperationen mit bayrischen Firmen entstehen werden“, unterstrich Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.

Wie wichtig diese Unabhängigkeit ist, verdeutlichen die konkreten Zahlen: Knapp 25 Prozent des Energiebedarfs wird über Gas abgedeckt. Davon benötigen nur ein Achtel die Haushalte, der Rest wird von den Unternehmen verwendet. Umso wichtiger sind neue Wege in der Gasversorgung und die Nutzung der Potenziale von Wasserstoff.

WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker betonte daher: „Unser Ziel ist es immer, uns mit den Besten auszutauschen. Bayern setzt mit seiner Wasserstoffstrategie Weichen für die Zukunft. Darüber hinaus sind Niederösterreich und Bayern traditionell starke Partner in den Sektoren Energie und Technologie. Damit ist die Basis für Kooperationen im zukunftsträchtigen Themenfeld Wasserstoff schon gelegt!“

Im Rahmen der Reise lag der Fokus einerseits auf der Auseinandersetzung mit der bayrischen Wasserstoff-Strategie und anderseits erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessante Einblicke in innovative Unternehmen und Institutionen – so konnten die NÖ Vertreterinnen und Vertreter einen Blick in die Zukunft der Wasserstoff-Wirtschaft werfen. Besucht wurden unter anderem die Electrochaea GmbH, eines der weltweit führenden Technologieunternehmen für biologische Power-to-Gas-Lösungen. Die Firma KEYOU entwickelt Wasserstofftechnologien, mit deren Hilfe eine rasche Evolution vom

Ölzeitalter zum Wasserstoffzeitalter in Gang gesetzt werden kann. Die SFC Energy AG ist ein führender Anbieter von Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen für stationäre und mobile Hybrid-Stromversorgungslösungen.

Länderübergreifende Kooperation

Kooperationen sind das Um und Auf, wenn es darum geht, innovative Produkte zu entwickeln. So sollen auch mit der Reise weitere Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet werden. Ein Beispiel für eine gelungene länderübergreifende Kooperationen im Bereich Wasserstoff: Die Firmen SFC Energy AG aus Bayern, der TEST-FUCHS GmbH aus Niederösterreich und die Auto AG Group aus der Schweiz entwickeln gemeinsam den weltweit ersten mobilen und emissionsfreien Wasserstoff-Generator seiner Leistungsklasse. Der mobile Stromerzeuger mit Wasserstoff-Brennstoffzellen ist unter anderem für Areale ohne Zugang zum Stromnetz wie auf Baustellen oder bei Outdoor-Events geeignet.

Acht Unternehmen aus Niederösterreich – Brantner Group, CLEEN Energy AG, EVN AG, HydroSolid GmbH, Kälte- und Systemtechnik GmbH (Kustec), TEST-FUCHS GmbH, Venz GmbH sowie Worthington Industries Austria – nahmen an der Delegationsreise teil und konnten wertvolle Einblicke gewinnen und Kontakte knüpfen.

Organisiert wurde die Delegationsreise von der WKNÖ und ecoplus. „Ein Ziel von Delegationsreisen ist es, sich mit zukunftsweisenden Technologien zu befassen, neue Geschäftsmodelle kennenzulernen oder ganz einfach neue Perspektiven aufgezeigt zu bekommen. Ich denke, diesen Anspruch konnten wir erfüllen und wir nehmen viele Eindrücke und Ideen mit nach Niederösterreich“, betonten ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki und WKNÖ-Direktor-Stellvertreterin Alexandra Höfer.

v.l. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Bayerischer Staatsminister Florian Herrmann und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger
© Bayerische Staatskanzlei v.l. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Bayerischer Staatsminister Florian Herrmann und Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger

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