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Mein WKO

Bewährt. Wandelbar. Zukunftsfit.

Digitalisierung. Automatisierung. Industrie 4.0. Arbeitswelt und Gesellschaft verändern sich – doch eine Konstante bleibt: Die Lehre als ihr stabiles und tragfähiges Fundament. Seit Beginn kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst, ist und bleibt sie ein Modell mit Zukunft. Immer der Zeit voraus. 

Meister mit Lehrling
© Simone Stecher

Als ich angefangen hab‘, damals in den 1980er-Jahren“, sagt Rauchfangkehrermeister Markus Nentwich, und greift zum Messgerät, „sind wir noch auf Knien und Ellbogen durch die Kamine gekrochen und haben den Ruß mit Schereisen von den Wänden gekratzt.“

Die Ausbilder hatten Spaß daran, die jungen Burschen in die „schliefbaren“ Kamine zu schicken. „Mir war das egal. Ich hab‘ mir eine Taucherbrille aufgesetzt, um in der Rußwolke zumindest irgendetwas erkennen zu können, und bin rein“, lacht Nentwich. „Doch meist hat sich die Brille beschlagen und ich musste mich doch wieder auf meinen Tastsinn verlassen.“

Heute gibt es schliefbare Kamine nur noch bei denkmalgeschützten Gebäuden. Und auch der Alltag des Rauchfangkehrers hat sich gewandelt. Moderne Werkzeuge und digitale Lösungen sind hinzugekommen – andere Tätigkeiten in den Hintergrund gerückt. Hat ein Rauchfangkehrer vor 100 Jahren noch ausschließlich Kamine gekehrt, ist er heute ein moderner Umwelttechniker.

Neue Heizsysteme und Bauweisen.

Im Jahr 1911 gründete der Urgroßvater von Markus Nentwich in Herzogenburg einen Rauchfangkehrer-Betrieb. In vierter Generation geführt, hat sich dieser mittlerweile zum High-Tech-Unternehmen entwickelt. So sind ein Ofen-Center samt Schauraum in Perschling sowie die Bereiche Brandschutz, Kaminsanierung und Griller dazugekommen.

Meine  „World of Fire“, sagt Nentwich mit Blick auf das gemütliche Feuer, das im hinteren Teil des Schauraums knistert. „In den 1980er-Jahren haben die Leute meist mit Holz, Koks und Kohle geheizt. Bei diesen Festbrennstoffen musste der Rauchfangkehrer jeden Monat zur Überprüfung kommen.“ 

Doch Heizsysteme und Bauweise haben sich verändert – die Gebäude wurden immer mehr zu Niedrigenergiehäusern. Auch die Klimadiskussion ist längst ein Thema in der Branche geworden. Die Wirtschaft hat auf diese Entwicklungen reagiert und den Lehrplan laufend angepasst. Es wurden neue Schwerpunkte in der Ausblidung gesetzt. „Heute erleichtern viele (digitale) Hilfsmittel die Arbeit, dennoch muss ein Rauchfangkehrer sein Handwerk beherrschen. „Es braucht auch heute  Gespür für den Kunden und viel Erfahrung“, weiß Nentwich.

Deshalb erlernen seine Nachwuchskräfte die Rauchfangkehrerei in all ihren Facetten – von der Pieke auf. „Unsere Jungen dürfen sich hin und wieder auch in schliefbaren Kaminen beweisen“, meint Nentwich. Drei Niederösterreicher machen derzeit eine Lehre in der „World of Fire.“ Die Zahl der Lehranfänger in den NÖ Lehrbetrieben ist gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent gestiegen – von 4.594 auf 4.946 Lehrlinge (Stand Ende September). NÖ liegt damit klar über dem Österreich-Schnitt von plus 4,4 Prozent. Mit 17.288 Lehrlingen wurde sogar der Vor-Corona-Stand vom September 2019 übertroffen (2019: 16.920).

In der „World of Fire“ wurden bisher  gut 60 Rauchfangkehrer ausgebildet – von Nentwich und seinem Vater. Heute überlässt der Unternehmer den Unterricht aber seinen Meistern. „Mir fehlt die Zeit und die Geduld“, sagt er und meint grinsend: „Aber ich lasse es mir nicht nehmen, ab und zu die Lernfortschritte zu überprüfen.“

„Für einen Überraschungstest am Morgen nach dem Umziehen im Heizraum ist der Chef immer gut“, bestätigt Manuel Gradinger, seit September als Lehrling Teil des Teams. „Rauchfangkehrer war nicht meine erste Wahl. Ich habe andere Berufe ausprobiert, aber es hat nie wirklich gepasst. Da dachte ich mir, vielleicht versuche ich etwas ganz anderes, etwas, bei dem man richtig Anpacken muss.“ Nach dem Schnuppern in der „World of Fire“ war für Gradinger klar: „Das passt.“  Vor allem der Kontakt mit den Kunden und die Abwechslung taugen dem jungen Mann.

„Man kann und muss das Berufsbild laufend modernisieren, aber der Rauchfangkehrer lässt sich nicht durch Roboter ersetzen. Jede Feuerstelle ist anders. Solange Menschen Häuser bauen, wird es auch den Rauchfangkehrer geben, um diese zu betreuen“, betont Gradinger und schiebt angestrengt den Kehrbesen durch das Kaminrohr eines Gebäudes.

Junge Frauen auf dem Vormarsch.

„Als Rauchfangkehrer brauchst du auch heute einiges an Muskelkraft“, bestätigt Diana Shliaha, Gesellin in der „World of Fire“, während sie ihren Kollegen dabei unterstützt, den Besen im Kaminrohr nach oben zu befördern. 

In den 145 NÖ Rauchfangkehrer-betrieben haben heuer 19 Lehrlinge eine Ausbildung begonnen (Stand Oktober), davon eine junge Frau. 2020 waren unter 22 Lehranfängern vier Mädels. „Wir sind zwar noch in der Unterzahl, aber wir werden mehr“, freut sich Shliaha. Für sie stand bei der Berufswahl der Sicherheitsgedanke im Mittelpunkt. „Ich kann mit meinem Handwerk Menschen vor Schaden bewahren. Darüber hinaus hab‘ ich Abwechslung, frische Luft und bleibe fit“, sagt die junge Frau und wischt sich mit dem Handrücken über die rußverschmierte Stirn. „Und für den Dreck gibt’s Duschen.“

Kühne+Nagel.
© : Kühne + Nagel Ges.m.b.H. Kühne+Nagel. In Österreich betreibt der weltweit tätige Logistikkonzern 15 Standorte, beschäftigt rund 700 Mitarbeiter, darunter auch viele Quereinsteiger und bildet mehr als 100 Lehrlinge aus.

Adaptiert

Das Lehrberufspaket dient dazu, Lehrberufe immer wieder zu überarbeiten. Bei Bedarf werden auch neue Berufsbilder geschaffen.

  • Lehrberufspakete gab es schon immer. In den 1970er Jahren gab es Sammelverordnungen. Heute werden mehrere Ausbildungsordnungen gleichzeitig „im Paket“ erlassen.

  • Die Lehrberufspakete betreffen seit 2015 Ausbildungen, die rund 2/3 aller Lehrlinge umfassen. 

  • 2021 liegt ein Fokus auf Metalltechnik. In weiterer Folge kommen etwa die Modullehrberufe Elektro- und Installations- sowie Gebäudetechnik dazu. Die kaufmännischen Berufe wurden 2020 neugestaltet, die der Gastro 2019. Auch hier wird es neue Entwicklungen geben, die abzubilden sind.  

  • Allgemein werden alle Berufsbilder kompetenzorientiert, nach „Lernergebnissen“, beschrieben und in berufsspezifische und -übergreifende Kompetenzbereiche gegliedert. 

  • Infos unter: www.bmdw.gv.at (Themen\Lehre und Berufsausbildung)



Beschleunigung von Information. Die Logistikbranche im Wandel.

Indes, knapp 90 Kilometer südöstlich von Perschling, nahe dem Flughafen Wien-Schwechat – in der Österreich-Zentrale des internationalen Logistik-dienstleisters Kühne+Nagel: „Machen Sie sich ein Bild von Ihrer Rolle in der Zukunft. Streben Sie eine Führungsrolle an, oder ist Ihnen eine Tätigkeit als Sachbearbeiter oder Kundeberater lieber?“

Niederlassungsleiter Karl Meyer blickt in erwartungsvolle Gesichter. „Alle diese Ebenen werden gebraucht, es gibt kein besser oder schlechter. Wichtig ist aber, dass Sie sich ehestmöglich über die eigene Rolle Gedanken machen und darauf hinarbeiten“, fährt Meyer mit der Begrüßung der Lehrlinge an ihrem ersten Tag im Unternehmen fort. „Kein Auszubildender ist wie der andere. Ein 15-Jähriger hat in der Regel ein weniger klares Zukunftsbild als ältere Auszubildende“, weiß Meyer, der Ende der 1970er-Jahre selbst eine Lehre zum Speditionskaufmann bei Kühne+Nagel gemacht hat.

„Meine Oma war ein Leben lang Unternehmerin. Eine starke Frau. Sie betrieb ein Fuhrunternehmen und hatte einige Fernfahrer angestellt. Die eine Hälfte, für einen anderen Betrieb tätig, hat sich oft beschwert. Die andere Hälfte, unterwegs für Kühne+Nagel, war immer zufrieden“, erzählt Meyer und führt durch eine riesige Halle, in der hunderte Paletten auf den Weitertransport warten. „Ich war damals in der 9. Schulstufe in der HTL. Doch das hat sich mit meiner Work-Life-Balance gespießt“, sagt Meyer und schmunzelt. Also bat er seine Oma, ihm eine Lehrstelle bei Kühne+Nagel zu vermitteln.

Heute, 40 Jahre später, ist es Meyer, der die jungen Menschen im Betrieb auf ihrem Weg zu Logistikspezialisten begleitet. 1890 von August Kühne und Friedrich Nagel in Bremen gegründet, hat sich Kühne+Nagel von einer traditionellen Spedition zu einem weltweit führenden Logistikpartner entwickelt. In Österreich betreibt das Unternehmen 15 Standorte, beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und bildet mehr als 100 Lehrlinge aus.

Klimawandel. Nachhaltigkeit. Digitalisierung. „Big Data“: Die Logistikbranche befindet sich in einem umfangreichen Wandel. Diese Veränderungen finden auch Niederschlag in den Berufsbildern. „Der Spediteur ist ein kaufmännischer Beruf. An den kaufmännischen Grundprinzipen hat sich nichts geändert. Was sich aber sehr stark gewandelt hat, sind die Werkzeuge und die damit verbundene Beschleunigung von Informationen“, erklärt Meyer. „Heute schulen wir viel intensiver auf die Arbeitsmittel ein als zu meiner Lehrzeit. War es früher eher Hardware wie Schreibmaschine oder Telex, müssen die Mitarbeiter heute zahlreiche Software-Systeme beherrschen.“ 

Seine Lehrzeit lasse sich mit den aktuellen An- und Herausforderungen nur schwer vergleichen. „Als ich angefangen hab‘, war der Sicherheitsgurt noch nicht erfunden“, lacht Karl Meyer und erklärt. „Das meine ich vor allem im übertragenen Sinn. Das Leben der jungen Menschen ist heute in Freizeit und Beruf viel stärker reglementiert als damals.“ Doch eines gelte bei Kühne+Nagel nach wie vor: „Wer sich einbringt, engagiert und interessiert ist, wird unmittelbar gefordert und gefördert.“ Und hier biete die Branche ein tolles Einstiegsgehalt und rasante Aufstiegsmöglichkeiten.

Heute schulen wir viel intensiver auf die Arbeitsmittel ein als zu meiner Lehrzeit.
Karl Meyer, Kühne+Nagel 

Interview mit Andreas Kandioler, Landeslehrlingswart und Vorsitzender des WKNÖ-Bildungsausschusses

Andreas Kandioler, Landeslehrlingswart und Vorsitzender des WKNÖ-Bildungsausschusses
© Josef Bollwein Andreas Kandioler, Landeslehrlingswart und Vorsitzender des WKNÖ-Bildungsausschusses

Wirtschaft in NÖ: Herausforderung Fachkräftemangel. Ändern sich die Interessen der Jugendlichen, oder die Bedürfnisse der Wirtschaft?

Andreas Kandioler: Beides. Die Generation Z „tickt“ ganz anders als die Generation Y zuvor.  Dementsprechend sind die Unternehmen auch gefordert, die Arbeitsbedingungen/-strukturen anzupassen (Stichwort Employer Branding) – ebenso wie die Wirtschaft selbst, die einem internationalen Wettbewerb unterworfen ist.

Fakt ist: Gerade die Lehre ist eine der zukunftsträchtigsten Formen beruflicher Qualifikation. Weil die Lehrberufe von Anfang an mit aktuellen und zukunftsorientierten Berufsbildpositionen versehen wurden – Wirtschaft und Arbeitnehmer sich gemeinsam auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung verständigt haben.

Was können Betriebe machen, um Lehrlinge zu finden?
Haben sich früher Jugendliche proaktiv um Lehrstellen bemüht, müssen heute Unternehmen vermehrt aktiv werden. Sei es durch Kooperationen mit Schulen, bei Berufsorientierungs-Veranstaltungen und Messen oder über Social Media. Wir als Wirtschaftskammer Niederösterreich beraten hier gern.

Franz schütz Gesmbh, weissenkirchen 1927 wurde der erste Lehrvertrag unterzeichnet. 55 der aktuell 130 Mitarbeiter lernen oder haben im Betrieb gelernt –  im Bild: Gerhard Zeilinger, Niklas Fischl, Oliver Hellerschmied und Anton Rester.
© Franz Schütz GesmbH Franz schütz Gesmbh, weissenkirchen 1927 wurde der erste Lehrvertrag unterzeichnet. 55 der aktuell 130 Mitarbeiter lernen oder haben im Betrieb gelernt – im Bild: Gerhard Zeilinger, Niklas Fischl, Oliver Hellerschmied und Anton Rester.

Digitale Pläne und Geräte sind heute Alltag auf Baustellen.

Die Digitalisierung hat auch am Bau längst Einzug gehalten. Das Bild vom Maurerlehrling (seit dem zweiten Lehrberufspaket 2019 heißt er Hochbauer), der tagein, tagaus Ziegel und Zementsäcke schleppen muss, gehört längst nicht mehr der Realität an. Elektronische Datener­fassung, digitale Pläne und Geräte sind heute Alltag auf der Baustelle. Die Wirtschaft hat reagiert und stellt Lehrlingen etwa kostenlos Tablets mit vorinstallierten Bau-Apps zur Verfügung. Auf der Plattform e-Baulehre.at finden sie darüber hinaus viele nützliche Tools und Videos. Hilfsmittel, die es 1985, als Anton Rester eine Maurerlehre beim Wachauer Bauunternehmen Fanz Schütz GesmbH begann, noch nicht gab. „Der Weissenkirchner Kirchturm wird mir ewig in Erinnerung bleiben“, erzählt Rester, heute Ausbilder und Hochbau-Polier auf der momentan größten Baustelle des Unternehmens – dem Danube Private Doctors Club in Unterloiben. „200 Stufen, beladen mit Kübel und Ausrüstung, musste ich bis zur Kirchturmspitze zurücklegen – mehrmals am Tag. Da war ich schon nach dem ersten Mal müde“, erinnert er sich. Die Arbeit am Bau sei auch heute noch körperlich anstrengend, „aber die Handarbeit ist weniger geworden.“

1926 in Weissenkirchen gegründet und 1968 um die Sparte Tiefbau und ein Betonwerk in Kottes erweitert, blickt der staatlich ausgezeichnete Lehrbetrieb auf eine lange Ausbildungstradition zurück. 1927 wurde der erste Lehrvertrag unterzeichnet, bis 2020 hat man rund 265 Lehrlinge ausgebildet. „55 der aktuell 130 Mitarbeiter lernen beziehungsweise haben bei uns gelernt“, erzählt Alice Schütz, die den Betrieb gemeinsam mit ihren Eltern führt. Einer davon ist Niklas Fischl. „Ich will nach meiner Zeit beim Bundesheer wieder zur Firma zurück“, meint er bestimmt und greift zu einer Holzlatte. „Ich mag den Geruch von Holz, ich mag, wie es sich anfühlt und ich mag seine Wandelbarkeit.“ Der Zimmerer- und Dachdecker-Lehrling im vierten Jahr wollte schon immer mit diesem Werkstoff arbeiten. Am meisten taugt es ihm, das Holz für die Weiterverarbeitung herzurichten.

„Die Arbeitsmethoden haben sich stark gewandelt. Früher wurde alles auf der Baustelle zusammengebaut, heute passiert das Großteils in Werkstätten und Hallen“, weiß Gerhard Zeilinger. Der Zimmerer steht im Bauwagen und erklärt Lehrling Oliver Hellerschmied etwas auf dem großen Plan, der an der Wand hängt. „Apps und Tablets sind in vielen Bereichen eine tolle Unterstützung, aber ganz ohne Papier geht‘s dann doch nicht“, sagt Hellerschmied und fügt hinzu: „Genauso wenig wie ohne uns Fachkräfte vor Ort auf den Baustellen.“

Die Investition in die Ausbildung der eigenen Mitarbeiter „ist die beste Versicherung gegen den Facharbeitermangel“, betont Alice Schütz. Um auch die Persönlichkeit der Lehrlinge weiterzuentwickeln, gibt es beim NÖ Bauunternehmen  regelmäßig Trainings und Workshops mit einer Lehrlingsexpertin. Hier geht es um Themen wie Auftreten beim Kunden, Knigge-Regeln & Tischkultur, Präsentationstechniken, unternehmerisches Denken, Motivation und Eigenverantwortung.

„Meine Lehrlinge liegen mir sehr am Herzen. Jeder einzelne. Die Ausbildung ist mir ein Herzensanliegen“, erklärt Seniorchefin Anna Schütz. Wenngleich die Ausbildung immer herausfordernder werde. „Junge Menschen haben heute so viele Möglichkeiten. Und auch Eltern, Freunde, das Umfeld spielen hier eine viel größere Rolle als früher.“
Es gehe darum, die richtige Mischung zu finden, erklären die Ausbilder Rester und Zeilinger mit Blick auf den Nachwuchs. „Die richtige Dosis an Strenge und Milde. Damit wir die Burschen auf den rechten Weg bringen.“ „Wir verlieren schon nicht die Bodenhaftung“, kontern Fischl und Hellerschmied grinsend. In einer Sache herrscht beim gesamten Schütz-Team Einigkeit: „Mit der Lehre legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Denn das Handwerk lässt sich nicht ersetzen und Fachkräfte sind gefragter denn je.“


Berufsorientierung (BO)

Die WKNÖ setzt verschiedenste Maßnahmen, um die richtigen Jugendlichen für einen Lehrberuf zu gewinnen:

  • Die WKNÖ bietet auf der Website lehre-respekt.at einen Überblick aller Unternehmen in NÖ, die Jugendlichen die Möglichkeit zum Schnuppern bieten. Darüber hinaus gibt es auch die Schnupper-Hotline: T 02742/ 851-17910
  • NÖ Talente Check für Jugendliche: talentecheck.at
  • Social Media-Kanäle: 2020 wurden knapp eine Million Menschen über Medien, wie Facebook, SnapChat oder Instagram erreicht.
  • Eltern-Webinare, um im Themenfeld „Berufsorientierung für meine Kinder“ zu beraten und betreuen
  • www.berufsinfo-noe.at wurde von der WKNÖ initiiert: Auf dieser Plattform findet man regionale Veranstaltungen zur BO, die von WKNÖ, AK NÖ, AMS und Schulen angeboten werden
  • Spezieller Newsletter für NÖ BerufsorientierungslehrerInnen
  • Neue BO-App der Sozialpartner „Berufsorientierung to go“ für Eltern. Derzeit in der Testphase.
  • Ergänzt werden diese Maßnahmen durch viele spezifische Angebote und Initiativen der WKNÖ-Branchenvertretungen.

    Kontakt:
    Abteilung Bildung in der WKNÖ:
    T 02742 851 17501
    E bildung@wknoe.at
    wko.at/noe/bildung

Gäste werden anspruchsvoller.  Dienstleistungsgedanke im Fokus

Während auf der Baustelle in Unterloiben langsam Ruhe einkehrt, rüsten sich Franz Winkler und sein Team im St. Pöltner Gasthaus Winkler für das Abendgeschäft. „Block und Bleistift gibt es bei uns nach wie vor“, lacht der Gastronom und erklärt: „Hinter diesen 118 Jahre alten Gemäuern hat der Orderman keinen Empfang.“ Doch abgesehen davon hat sich im Gasthaus Winkler in den letzten Jahrzehnten einiges verändert – auch in der Lehrlingsausbildung.

Seit den 1960er-Jahren haben Franz Winkler, seine Eltern und Großeltern rund 120 junge Menschen ausgebildet – meist in Doppellehre zum Gastronomiefachmann/-frau (ehemals Koch/Kellner). „Das Anforderungsprofil hat sich stark gewandelt. Von der Vorstellung, dass ein Restaurantfachmann lediglich Speisen und Getränke von A nach B bringt, muss man sich endlich lösen.“

Heute stehe der Dienstleistungs- nicht der Bediengedanke im Vordergrund. 2019 wurden die gastronomischen Berufe neugestaltet. Dabei wurde dem Dienstleistungsgedanken, dem Kommunikationsaspekt, den Trends und Innovationen in der Branche Rechnung getragen. „Die Gäste werden anspruchsvoller, sie kennen sich zunehmend in der Materie aus und wollen beraten werden. Ein Ziel bei der Ausbildung ist es, dass unsere Profis den Gästen immer einen Schritt voraus sind“, erklärt Winkler und deutet seinem Lehrling, dass er die Teller zum Tisch bringen kann.

„Die Branche ist unheimlich schnelllebig. Es gibt zahlreiche Trends, die in die Ausbildung einfließen müssen, so sind in den letzten Jahren etwa Bereiche wie Barista oder Bier-Sommelier dazugekommen“, erklärt Winkler. Zwei Lehrlinge machen derzeit im Gasthaus Winkler eine Ausbildung zum Gastronomiefachmann. „Ich würde gerne mehr ausbilden“, erklärt der Unternehmer.

Der Trend bei den Lehranfängern zeigt nach oben, auch im von Corona besonders hart getroffenen Tourismus. Mit einem Plus von 11 Prozent im Vergleich zum September des Vorjahres verzeichnet die Branche einen satten Anstieg. „Dennoch: Es ist schwieriger geworden, Lehrlinge zu finden, obwohl es kaum eine vielschichtigere Branche gibt, in der der Umgang mit Menschen so gelebt werden kann, das Know-how so ortsungebunden ist und es so viele Möglichkeiten gibt, über den Tellerrand zu blicken“, erklärt Winkler und betont: „Der Tourismus ist eine Zukunftsbranche – mehr denn je.“

Der Gast will beraten werden - ähnlich wie bei einem Verkaufsgespräch.
Franz Winkler, Gasthaus Winkler

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