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Auf die NÖ Sozialpartnerschaft können sich Unternehmer und Arbeitnehmer verlassen

Die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer funktioniert in Niederösterreich. Im Interview geben WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und AK NÖ-Präsident Markus Wieser einen Ausblick auf die Zusammenarbeit 2021. 

Gemeinsamer Auftritt beim ORF NÖ Jahresrückblick mit Moderatorin Claudia Schubert, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und AK NÖ-Präsident Markus Wieser.
© ORF / Puchinger Gemeinsamer Auftritt beim ORF NÖ Jahresrückblick mit Moderatorin Claudia Schubert, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und AK NÖ-Präsident Markus Wieser.

Corona hat die Gesellschaft und die Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern? 


Wolfgang Ecker: Ich möchte es anders formulieren: Die Sozialpartnerschaft zeigt in der Krise, dass man sich auf sie verlassen kann. Wir sind stabiler Faktor ebenso wie konstruktiver Problemlöser – und das nicht erst seit Corona!
Ich nenne dazu nur zwei Beispiele: Kurzarbeit und unsere gemeinsame Initiative der Corona-Schnellteststraßen. Bereits Anfang Oktober haben wir eine erste Corona-Schnellteststraße gestartet. Weitere Standorte und die Möglichkeit von Pop-Up-Teststraßen folgten. Wir waren mit dieser breiten Teststrategie praktisch Vorreiter für Strategien auf österreichweiter Ebene.

Markus Wieser: Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass wir in Niederösterreich ganz genau wissen, es geht nur miteinander. Alleine mit diesem Teststraßen-Angebot können sich 800.000 Arbeitnehmer und 130.000 Firmen kostenlos testen lassen, vom Einmannbetrieb, etwa einem Frisör, bis zur Großfirma. 
Damit sorgen wir auf beiden Seiten für Planbarkeit und Sicherheit. Diese Zusammenarbeit sorgt auch international für Aufsehen. Ein Schweizer Journalist, der von dieser gemeinsamen Aktion der Schnellteststraßen ganz fasziniert war, kontaktierte uns beide und wollte wissen, wie wir das in Niederösterreich geschafft haben.

Ecker: Offensichtlich ist eine solche enge und fruchtbare Zusammenarbeit nicht selbstverständlich und eine besondere Stärke. Dabei ist das Rezept ganz einfach: Gegenseitiger Respekt, Begegnung auf Augenhöhe, ein ehrlicher Umgang miteinander und das Wissen und Verständnis, was dem Gegenüber zumutbar ist und was nicht. 

Ein Dauerbrenner in der Zusammenarbeit ist der Fachkräftemangel, der auch trotz Corona weiter vorherrscht. Was sind hier die konkreten Pläne?


Wieser: Corona hat uns vor Augen geführt, wie wichtig eine hochwertige Ausbildung für Jugendliche ist. Es wird verstärkt weitere Maßnahmen geben, um junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg in die Zukunft noch besser zu unterstützen.
Es geht darum, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die persönlichen Stärken und Talente von jungen Menschen zu der passenden dualen Ausbildung führen. Es gibt mehr als 200 Lehrberufe. Knapp 60 Prozent der Lehrlinge werden aber nur in zehn Lehrberufen ausgebildet.
Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass das breite Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten noch stärker bekannt wird. Denn je früher die Jugendlichen mit der Berufswelt in Berührung kommen, desto eher entscheiden sie sich, einen Lehrberuf zu ergreifen. 

Ecker: Diese gemeinsame Strategie ist entscheidend. Knapp zwei Drittel der Unternehmen spüren auch jetzt einen starken oder sehr starken Fachkräftemangel und können offene Stellen nicht besetzen.
Investieren wir als Sozialpartner in die Aus- und Weiterbildung, profitieren davon Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber selbstverständlich auch unsere Unternehmen. Vor allem im Gewerbe und Handwerk sowie in der Technik ist der Bedarf an Fachkräften groß. Bei der Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft muss ein Rad ins andere greifen, damit beide Seiten profitieren. Die Jugendlichen finden den für sie passenden Beruf und die Firmen die dringend benötigten Fachkräfte.

Brauchen Ausbilderbetriebe in dieser Zeit besondere Unterstützung?

Ecker: Die Zahl der Ausbilderbetriebe ist in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen. Das zeigt, dass unsere Unternehmen trotz Corona wirklich alles, was möglich ist, für die Ausbildung unserer Jugend und die Fachkräfte von morgen tun.
Zum Teil könnten es sogar noch mehr Lehrlinge sein, aber es fehlen die passenden Bewerber. Daher setzen wir auch verstärkt auf Ausbildungsverbünde, bei denen Betriebe bei der Lehrlings-Ausbildung mit anderen Betrieben oder Bildungseinrichtungen wie dem WIFI zusammenarbeiten. Auch bei dieser Initiative zeigt sich deutlich, wie sozialpartnerschaftlich wir unterwegs sind. 

Wieser: Mit dem eigenen Master-Lehrgang für Berufsorientierung an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) in Baden haben wir einen  Meilenstein in der Ausbildung von Lehrkräften etabliert.
Und wir wollen die Eltern noch besser mit einbinden, damit sie genau wissen, was in einem bestimmten Beruf verlangt wird und welche Eignungen dafür Voraussetzung sind.

Wie glauben Sie, wird die Arbeits- und Wirtschaftswelt nach Corona aussehen?

Wieser: Corona hat viele Entwicklungen zugespitzt. Ich habe daher die „3V“ definiert, die für die Zukunft maßgeblich sind. Dazu zählen die Veränderung der Arbeitswelt ebenso wie Versorgungssicherheit und die Verteilungsgerechtigkeit. Für diese Herausforderungen gilt es, nachhaltige Lösungen umzusetzen.  

Ecker: Nach Corona werden die Unternehmen jede Facharbeiterin und jeden Facharbeiter benötigen, um durchstarten zu können. Das hat sich bei der Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt, und das wird jetzt genauso sein. Mit unseren Initiativen richten wir rechtzeitig den Blick in die Zukunft, um Jugendlichen und Betrieben Perspektiven zu bieten.

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