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Achtung vor übereilten Vertragsabschlüssen!

Die neue Coaching-Masche mit dem „Du“ in SocialMedia

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© (C) zerocreatives / Westend61 / picturedesk.com

Unbedachte Branchenbucheinträge durch angebliche Korrektur-Rückmeldungen waren immer schon ein Ärgernis. In solchen Fällen kann in Österreich oft die Wirtschaftskammer in Kooperation mit dem Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb helfen. 

Das AußenwirtschaftsCenter München warnt vor einer neuen Masche, wie vor allem aus Deutschland versucht wird,  Unternehmen zu leichtfertig geschlossenen Verträge mit zweifelhaftem Inhalt und noch zweifelhafteren Vertragspartnern in Deutschland zu verleiten.  

Tipp!
Kernaussage: Bevor man überhastet einen Vertrag unterzeichnet, bitte Inhalt und Partnerunternehmen prüfen. 
Auch hinter Angeboten auf den ersten Blick vertrauenswürdiger „neuer“ Partner kann sich Abzocke verbergen. Gerade in jüngster Zeit nehmen zweifelhafte Angebote von diversen Coaching-Dienstleistern zu, bei denen insbesondere die Leistung an sich gar nicht genau definiert oder überhaupt definierbar ist. Zunehmend locken scheinbare Selfmade-Millionäre und versprechen bspw. mit Coaching-Angeboten für Websiteoptimierung das schnelle große Geld. Die Kommunikation und „Korrespondenz“ wird oft ganz schnell und unkompliziert über SocialMedia-Kanäle geführt – das „Du“ suggeriert Nähe und freundschaftliche Verbundenheit, die dann aber ganz schnell passé ist, wenn der Auftragnehmer gar nicht so zufrieden mit der Vertragsleistung ist.

Oft tarnen sich solche Unternehmen als vermeintlich seriöse Unternehmensberater. 

Achtung!
Während in Österreich die Unternehmensberatung an einen strengen Befähigungsnachweis gebunden ist, kann diese Tätigkeit in Deutschland als „freies Gewerbe“ ausgeübt werden! Meistens kommt auch deutsches Recht zur Anwendung. 
All dies erschwert die Ausübung von Gewährleistungsrechten sowie Rücktritts- bzw. Kündigungsmöglichkeiten immens. Mahnschreiben aus Deutschland sollte man keinesfalls ignorieren. Eine grenzüberschreitende Klage ist innerhalb der EU kein wirkliches Problem.   

Im Nachhinein ist es selten einfach, aus solchen Verträgen heraus zu kommen. Gerade dann wenn der Vertrag von beiden Seiten über eine gewisse Zeit bereits „gelebt“ wurde, kann man die vertragliche Bindung kaum auflösen.  

Unsere Empfehlungen lauten daher:  

  • Bei Unsicherheit – insbesondere wenn vom Partner Druck ausgeübt wird - sofortige Beendigung des Telefonats oder Chats und dgl.  - Finger weg von Angeboten mit Zeitdruck! Vertragsschlüsse nicht übereilen! Seriöse Geschäftspartner würden nie zu einem Vertragsabschluss drängen.
  • Grundsätzlich sollten Verträge mit unbekannten Vertragspartnern weder am Telefon, via Chat, Internet-Meeting oder dgl. geschlossen werden. – Die Form des Vertragsschlusses sagt nichts über die Wirksamkeit des Vertragsschlusses aus! Die wenigsten Verträge müssen zu ihrer Wirksamkeit unterschrieben werden.
  • Unternehmern (auch Kleinunternehmen) steht kein Widerrufsrecht zu!
  • Achtung bei Preisen – Brutto oder Netto? Sind sie generell adäquat oder viel zu günstig? Was nichts kostet, ist nichts wert (so heißt es zumindest…) – was viel kostet, ist aber nicht automatisch immer den Preis wert!
  • Vertragsunterlagen sollten immer schriftlich angefordert und genau durchgelesen werden.
  • Sind die Vertragsunterlagen für einen Vertragspartner unverständlich, sind sie es grundsätzlich für jeden Dritten (Richter, Anwalt) auch. Vertragsbedingungen vereinbart man aber in allererster Linie zwischen den Vertragspartnern und nicht für Dritte, also Anwälte oder Richter.
  • Bei Fragen oder Zweifeln, kontaktieren Sie die AußenwirtschaftsCenter - in Deutschland: Berlin (berlin@wko.at) oder München (muenchen@wko.at) oder wenden sich an Ihre Bezirksstelle der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

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