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AMS NÖ-Chef im Interview

Sven Hergovich im Gespräch zu den Themen Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel und individueller Betreuung.

Sven Hergovich, AMS-Landesgeschäftsführer NÖ
© AMS/Petra Spiola Sven Hergovich, AMS-Landesgeschäftsführer NÖ
In NÖ sind rund 46.000 Menschen arbeitslos, trotzdem ist der Fachkräftemangel groß. Was läuft falsch?
Hergovich: Gottseidank liegt der Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise mit mehr als 80.000 Arbeitslosen in Niederösterreich mittlerweile klar hinter uns. Die Arbeitslosigkeit liegt nur mehr um drei Prozent über dem Vorkrisenniveau und in manchen Regionen wie etwa dem Waldviertel liegen wir bereits deutlich darunter. Leider klaffen die nachgefragten und die angebotenen Qualifikationen oft weit auseinander. Meist werden junge, gesunde und gut ausgebildete Fachkräfte gesucht. Es entsprechen aber nur zehn Prozent der Arbeitssuchenden diesem Bild. Daher steht die konsequente Vermittlung im  AMS Nieder­österreich an erster Stelle. Um Branchen mit Arbeitskräftebedarf zu unterstützen finanzieren wir rund 4.000 technische Ausbildungen in den niederösterreichischen Ausbildungszentren. So konnten seit Jahresbeginn bereits rund 32.000 offene Stellen in Nieder­österreich mit einer passenden Arbeitskraft besetzt werden (+28%).

Gibt es bei der Nutzung von Instrumenten wie Personalvorauswahl, Jobbörsen oder betriebsnahen Qualifizierung durch die Betriebe noch Luft nach oben?
Das AMS hat während der Pandemie eine Reihe neuer Dienstleistungsformate entwickelt, um den Personalbedarf der Unternehmen trotz der Einschränkungen zu dec-ken. Unsere virtuellen Jobbörsen, die eJOBmeetings, werden gerade auf das gesamte Bundesland ausgerollt. Zugleich forcieren wir den persönlichen Kontakt zu den Unternehmen und bieten Jobbörsen und Personalvorauswahlen auch wieder in Präsenz an. Außerdem bieten wir Unternehmen über das Programm AQUA auch die Möglichkeit Arbeitssuchende direkt im Unternehmen auszubilden und übernehmen während der Ausbildungszeit die Finanzierung des Lebensunterhaltes der Arbeitssuchenden. Wichtig ist mir dabei, die bestehenden Zumutbarkeitsbestimmungen für Jobsuchende konsequent umzusetzen. Im heurigen Jahr wurden bereits über 2.600 Sperren wegen Vereitelung oder Verweigerung einer Arbeitsaufnahme verhängt. Das sind um 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwältigende Mehrheit der Jobsuchenden will aber nichts sehnlicher als rasch wieder arbeiten.

Muss es noch stärker in Richtung einer möglichst individuellen Betreuung von Arbeitslosen und Arbeitskräfte suchenden Firmen gehen?  
Ja – daher haben wir für die Betreuung und Beratung der niederösterreichischen Betriebe das Service für Unternehmen von 70 auf 100 MitarbeiterInnen aufgestockt. Um die niederösterreichischen Unternehmen auf dem Weg aus der Krise bestmöglich zu unterstützen, haben wir eine Reihe neuer Programme und Services zu Fragen rund um das Personalmanagement und Recruiting installiert. Als Beispiel sei hier der AMS Boxenstopp genannt: Seit Jahresbeginn haben bereits 2.565 Unternehmen dieses Service in Anspruch genommen. Auch die „Impulsberatung on-demand“ hat Unternehmen gezielt bei der Bewältigung der Krise unterstützt.

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