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Motoren der US-Wirtschaft nach "Corona-Starre" wieder angelaufen

Wirtschaftsdelegierter Daniel Zawarczynski über Wirtschaftswachstum und "great resignation".

Porträtfoto
© WKÖ
Wie läuft die Wirtschaft in den USA trotz Corona? 
Die Motoren der US-Wirtschaft sind nach der „Corona-Starre“ von 2020 wieder angelaufen. Der Bounce-Back-Effekt führt zu einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 6,4 Prozent für das Jahr 2021 und damit zum stärksten Aufschwung seit 1984. Bereits im zweiten Quartal 2021 konnte damit das absolute Vor-Corona-Niveau wieder erreicht werden.  

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch eine schnell und breit ausgerollte Impfkampagne sowie durch umfassende Unterstützungsmaßnahmen für die Bevölkerung und die Unternehmen seitens der Regierung. Dass der Motor der US-Wirtschaft aber nicht ganz reibungslos läuft zeigen auch die hohen Inflationsraten, die zum Teil auf den explosionshaften Anstieg der inländischen Nachfrage bei dem das aktuelle Angebot nicht mithalten kann. Besonders betroffen sind dabei Neu- und Gebrauchtwägen, inländische Reisen, Benzin und tägliche Einkäufe.  

Die hohe Arbeitslosenrate von Mitte 2021 ist einem massiven Arbeitskräftemangel gewichen – es wird von der „great resignation“ gesprochen. Vor allem in den Bereichen Gastronomie, Handel, Hotellerie, Fernverkehr, Landwirtschaft, aber auch bei den Fachkräften stehen die Unternehmen vor dem Problem, kein Personal zu finden – mitunter eine Kombination der umfassenden staatlichen Unterstützungsmaßnahmen, aber auch der schlechten Arbeitsverhältnisse und der Neuorientierung vieler Menschen während des Corona-Jahres.  

Das dritte Wirtschaftsquartal hat mit einem Wachstum von lediglich zwei Prozent die Auswirkungen der Verstimmung der globalen Wertschöpfungsketten gezeigt. Zusätzlich angefeuert durch den Fernfahrer Mangel in den USA und dem damit verbundenen Stau in den Schiffscontainerhäfen.  
Empfehlen Sie NÖ Firmen dorthin zu exportieren? / Welche Produkte/Dienstleistungen sind gefragt? 
Die neugewonnene Dynamik der US Märkte öffnet neue Geschäftschancen, die es zu nutzen gilt. Das gewaltige Infrastrukturpaket von Präsident Biden soll die marode US-Infrastruktur wieder erneuern, wobei ein Schwerpunkt auf grüne und nachhaltige Lösungen und Materialien gelegt wird – eine Stärke der österreichischen Betriebe. Auf Grund des „Buy American“ Fokus werden in erster Linie Firmen mit Niederlassungen in den USA von dem Paket profitieren, aber je nach Wertschöpfungsanteil, werden auch Zulieferer für die Umsetzung der ambitionierten Projekte gebraucht. 

Die COVID-Krise hat den USA schmerzlich vor Augen geführt, welche Folgen die massive De-Industrialisierung und das „Outsourcing“ der letzten Jahrzehnte auf die Wirtschaft hatte. Mit Unterstützungsmaßnahmen in Schwerpunktbereichen sollen Schlüssel-Industrien (wie zum Beispiel die Mikrochip- und Halbleiterindustrie) wieder verstärkt in den USA angesiedelt werden. Um die Kostennachteile gegenüber anderen Produktionsstandorten wie Südostasien, aber auch Osteuropa etc… auszugleichen werden produzierende Betriebe auf hochautomatisierte Anlagen setzen müssen. Ebenfalls ein Bereich bei dem österreichische Anlagen- und Maschinenbauer punkten können.
Was sind die Herausforderungen beim US-Export? 
Gehemmt wird das Wirtschaftswachstum durch die Herausforderungen am Arbeitsmarkt und in den globalen Wertschöpfungsketten. Diese haben zu einer massiven Verteuerung der Schiffs- und Luftfracht geführt und erschweren den Außenhandel durch die hohen Preise, die ausländische Waren im Vergleich zu US-Produkten weniger kompetitiv machen. Umso wichtiger ist, dass mit hoher Qualität und neuen Technologien gepunktet wird.