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100 Jahre Niederösterreich: Ein Land und seine starken Unternehmer 

Ein Bundesland feiert Geburtstag. Am 1. Jänner 1922 erhielt NÖ seine Souveränität. Seitdem hat es sich zu einem leistungsfähigen und erfolgreichen Land entwickelt. Nicht zuletzt Dank seiner unternehmerischen Vielfalt.

Erich Lackner
© Matthias Fischer, Simone Stecher Höhen und Tiefen. Verschiedene Modestile und Epochen. Seit 80 Jahren ist Erich Lackner Friseur. Er hat die Entwicklung des Berufs der letzten hundert Jahre hautnah miterlebt. Sein Vater gründete 1925 das Geschäft in der Bahnhofstraße 8 in Loosdorf.

Das ist mein Vater. Im Jahr 1928“, erklärt Erich Lackner und deutet auf einen Mann, der stolz vor seinem Friseurgeschäft steht. „Und hier, der fesche junge Kerl, das bin ich“, lacht der Friseurmeister, nimmt die Brille von der Nase und steckt sie in die Brusttasche seines Arbeitsmantels. „1949 hatte ich noch volles Haar“, scherzt er mit Blick auf die Schwarz-Weiß-Fotografie in der Loosdorfer Gemeindechronik, die den heute 92-Jährigen vor dem gleichen Geschäft in der Bahnhofstraße 8 zeigt.

Im selben Mantel und mit dem gleichen Gesichtsausdruck wie seinen Vater Franz 21 Jahre zuvor. Hier verbrachte Erich Lackner, der älteste noch aktive Friseur Österreichs, sein gesamtes Berufsleben. „Heuer werden es 80 Jahre“, sagt der Loosdorfer und lässt den Blick durch den kleinen Laden wandern.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Einrichtung, Fotografien und zahlreiche Memorabilien erinnern an ein kleines Museum. Das Wasser wird beim Haarewaschen in einem Kübel gesammelt, weil kein Kanalanschluss vorhanden ist. „Ein bisserl hab‘ ich schon renoviert und umgebaut, aber vieles ist so, wie es mein Vater einrichten ließ.“ Und auch die Kassa stammt noch aus dem Jahr 1925 – als sein Vater, damals Kammerdiener von Baron Tinti auf der Schallaburg, hier das Friseurgeschäft gegründet hat. 

Der Lehrling als Geschäftsführer

„Neben der Schule hab‘ ich schon im Geschäft geholfen: Einseifen, Mantel umlegen, Saubermachen. Als ich 13 war, zeigte mir mein Vater Rasieren. Ich durfte fleißig an ihm üben.“ Dann kam der zweite Weltkrieg und sein Bruder, der vom Vater das Friseurhandwerk gelernt hatte, wurde eingezogen. Da beschloss Franz Lackner für seinen jüngeren Sohn: „Ich brauch‘ dich im Geschäft, du wirst Friseur.“ So begann er 1943 als Lehrling bei seinem Vater. Als dieser ebenfalls einrücken musste, blieb der 15-jährige Erich Lackner als einziger Friseur in Loosdorf zurück. „Plötzlich war ich der Geschäftsführer.“ 

Haare werden gekämmt
© Matthias Fischer, Simone Stecher
Tisch mit verschiedem Friseurbedarf Sachen
© Matthias Fischer, Simone Stecher
Mann wird rasiert
© Matthias Fischer, Simone Stecher

Im März 1945 wurde auch Erich Lackner eingezogen. Auf den Rat seines Vaters hin – Friseure, Köche und Schuster haben es gut beim Militär – gab er sich als Friseur zu erkennen. „Während die anderen marschieren mussten, habe ich Haare geschnitten. Natürlich im Schneckentempo“, lacht er spitzbübisch.

Am 7. Mai 1945, als die Amerikaner im Westen vorrückten, meinte sein kommandierender Offizier nur knapp: „Der Krieg ist vorbei. Geht‘s heim Buben.“ Die 200 Kilometer von Liezen im Ennstal nach Loosdorf legte er mit dem Zug („Der Bremser eines Güterzugs erbarmte sich und nahm mich ein Stück in seinem Bremserhäuschen mit“), zu Fuß und auf dem Rad zurück. Dabei entkam Lackner zwei Mal nur knapp russischem Beschuss aus der Luft. „Als ich beim Melker Friedhof mit meinem Rad im Graben lag und die Kugelsplitter über meinem Kopf hinweggesaust sind, hab‘ ich bei mir gedacht. Wenn du das überlebst, dann wirst du 90.“

Erich Lackner
© Simone Stecher Langgedient: Die Kasse stammt noch aus dem Jahr 1925, als der Vater von Erich Lackner in der Bahnhofstraße 8 in Loosdorf das Friseurgeschäft eingerichtet hat.



Nicht nachlassen, sondern sich  körperlich und geistig fit halten.

         - Erich Lackner, Friseurmeister

Haareschneiden für Lebensmittel

Zurück in Loosdorf war Lackner gezwungen, für die russischen Besatzer zu arbeiten. „Dafür habe ich Essen erbettelt. Ich musste bis zur Rückkehr von Vater und Bruder ja für meine Mutter und zwei jüngere Geschwister sorgen.“ Als Franz Lackner im Winter 1945 und wenig später auch Bruder Rudolf aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten, führten die drei das Geschäft einige Zeit gemeinsam. Dann eröffnete Rudolf Lackner nebenan einen Damenfriseur. 1965 ging Franz Lackner in Pension und Erich Lackner übernahm das Geschäft in der Bahnhofstraße 8 – bis heute.

Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich viel, vor allem die Mode. „Jetzt wollen die Jungen wieder extreme Kurzhaarschnitte. Früher, in Zeiten der Beatles, waren die Haare schulterlang. Ich hätte mir auch nie gedacht, dass Glatze jemals modern wird“, sagt Lackner, seit 1954 Friseurmeister, und öffnet eine große braune Kartonschachtel. „Meine Schatzkiste“, meint Lackner und holt antik anmutende Friseurwerkzeuge heraus. „Aus den 1920er-Jahren, noch von meinen Vater. Mit solchen Handschneidern mussten wir früher arbeiten, da war nichts mit elektrischen Schneidemaschinen. Das ging ordentlich auf die Muskeln“, erinnert er sich. Heute hat Erich Lackner sein Geschäft an drei Tagen in der Woche geöffnet. „Meine Kunden kommen aus einem Umkreis von 20 Kilometern, weil sie einen Herrenfriseur suchen, der mit dem Messer umgehen und rasieren kann. Doch es werden weniger, meine Stammkunden sind ja großteils Senioren.“
ein mann mit vielen Leidenschaften

Rad fahren („Jeden Tag, egal bei welchem Wetter“). Wandern. Bergsteigen. Tennis spielen. Schach. Tanzen. In 17 Vereinen war Erich Lackner Mitglied, vier davon hat er gegründet: Den Tennis-, Schach-, Schützen- und Tischtennisverein. „Eigentlich wollte ich Schauspieler werden“, verrät Lackner und fügt augenzwinkernd hinzu: „Meine Frau meint, ich kann sehr überzeugend lügen.“ Seiner Leidenschaft fürs Schauspiel frönte Lackner bei der Loosdorfer Theaterbühne – zehn Jahre als Hauptdarsteller in vielen Stücken, danach lange Jahre als Maskenbildner.

„Du darfst nie nachlassen. Das ist gefährlich. Wichtig ist, sich körperlich und geistig fit zu halten“, erklärt Lackner, der nach wie vor alles im Kopf rechnet und die Buchhaltung selber macht. „Um fünf Uhr steh‘ ich auf, dann mache ich täglich meine Eiswasserkur im Garten, gefolgt von 120 Turnübungen und einer Runde mit dem Rad, ehe ich ins Geschäft schaue.“
Und obwohl seine Hände so ruhig sind wie in seiner Anfangszeit, denkt der langgediente Friseur langsam ans Aufhören. „Im Juli werden es 80 Jahre, die ich hier in diesem Laden verbracht habe. Ich glaub‘, mit diesem Tag lass‘ ich es gut sein und sage nach 230.000 Haarschnitten und 130.000 Rasuren dem Friseurleben adieu.“

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