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„Zusammen mehr Bewegen“

Kurt Hackl, Vizepräsident der WKNÖ, spricht im NÖWI-Interview über die WKNÖ als starke Interessenvertretung,Landespolitik und Faktoren für einen starken Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Digitalisierungund Fachkräfteausbildung „sind wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zukunft“.

Kurt Hackl
© Gerald Lechner WKNÖ-Vizepräsident Kurt Hackl
Was zeichnet die WKNÖ aus?
Hackl: Dass wir es als einzige Institution schaffen, quasi alle Anliegen der Wirtschaft abdecken zu können – obwohl sie unglaublich unterschiedlich sind. Von der Gründungsberatung eines Einzelunternehmers bis zur Beratung von internationalen Konzernen bringen wir alles unter einen Hut. Das Know-how und die Kompetenz unserer Institution ist einzigartig.

„Landespolitik“. Was sind Ihre Ziele dabei?
Das Thema hat sich bei mir fast von selbst ergeben, weil ich Landtagsabgeordneter und auch Klubobmann-Stellvertreter der VP Niederösterreich bin. Ich habe die Möglichkeit, in die Welt der Wirtschaftskammer und der Politik einzutauchen und auf beiden Seiten etwas bewirken zu können. Ich sehe es als meine Aufgabe, mögliche unterschiedliche Standpunkte sachlich zu diskutieren und Kompromisse zu erarbeiten, die eine hohe fachliche Qualität haben.

Wo haben Sie zuletzt Kompromisse gefunden?
Bei der Neufassung der NÖ Raumordnung wurde zum Beispiel eine hochwertige Lösung in einem breiten Miteinander erarbeitet. Auf der einen Seite wird sorgsam mit Grund und Boden umgegangen und auf der anderen Seite kann sich die Wirtschaft trotzdem weiterentwickeln. Als Wirtschaftskammer konnten wir unsere Expertise auf der Expertenebene und im politischen Diskurs einbringen. Eine weitere große Herausforderung war die Novelle der NÖ Bauordnung. Ein Gesetz, das für die Wirtschaft sehr wichtige Rahmenbedingungen setzt. Viele Standpunkte mussten hier unter einem Hut gebracht werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die NÖ Bauordnung setzt einerseits viele ökologische Akzente und andererseits wurde ein Bürokratieabbau im Sinne der Wirtschaft verwirklicht.

Wie finden Wirtschaft und Politik zusammen?
In NÖ möchte man Politik mit Hausverstand machen. Wir als Wirtschaftskammer geben der Politik mit einer starken Stimme das Handwerkzeug in Form von Praxisbeispielen, damit sie etwas sinnvoll umsetzen kann.

Wie finden Wirtschaft und Politik zusammen?
In NÖ mochte man Politik mit Hausverstand machen. Wir als Wirtschaftskammer geben der Politik mit einer starken Stimme das Handwerkzeug in Form von Praxisbeispielen, damit sie etwas sinnvoll umsetzen kann.

Wie beurteilen Sie den von Bundesministerin Leonore Gewessler verhängten Baustopp für die Umsetzung wesentlicher Straßenprojekte?
Auf den Punkt gebracht ist es ein Schlag ins Gesicht für die NÖ Wirtschaft. Auch wenn man sagt, es ist nur eine Evaluierung. Die Projekte wurden über Jahrzehnte geplant und evaluiert und jetzt, wo die Finanzierung geklärt ist und die Umsetzung starten konnte, werden aus einer politischen Ideologie heraus Infrastruktur- Projekte wie die S8 in Marchfeld verhindert. Für mich steht zuerst die Sachpolitik und dann die Ideologie. Das Marchfeld wird dadurch von einer positiven Wirtschaftsentwicklung abgeschnitten und die Menschen in einer Verkehrshölle im Stich gelassen. Das ist die Realität! Daher braucht es jetzt eine schnelle Lösung, auf die schon lange gewartet wird und keine Zukunftsszenarien einer möglicherweise veränderten Mobilität in den nächsten Jahrzehnten. Ich stehe hinter Artenschutz, aber es braucht auch einen Schutz der Menschen. Wie kann ich jemandem erklären, der in der Durchzugsstraße in Strasshof lebt, dass ein Vogel wichtiger ist als seine Kinder, die tagtäglich von den Auswirkungen der Verkehrslage betroffen sind?

Braucht die Wirtschaft Straßenbau?
Eine hochwertige Infrastruktur im Bereich der Straße schafft Arbeitsplatze vor Ort. Das ist Lebensqualität für die Menschen und durch kurze Anfahrtswege ohne Stau auch ökologisch. NÖ ist ein Flächenbundesland. Eine öffentliche Anbindung ist wichtig und es wird hier auch viel investiert, aber durch unsere Größe ist dies nicht flächendeckend möglich. Ein guter Mix ist die Lösung mit Hausverstand! Die Wirtschaft braucht das Vertrauen in die Politik, wenn es um langfristige Perspektiven, wie zum Beispiel beim Straßenbau geht. Die von Bundesministerin Leonore Gewessler gestoppten Projekte sind lange geplant und versprochen. Verzögerungen oder gar Verhinderungen aus ideologischen Gründen kann ich nicht akzeptieren.

Was sind die Herausforderungen abseits von Corona?
Wir müssen es in NÖ schaffen, beim Breitbandausbau voranzukommen. Das ist für uns als Flächenbundesland schwieriger als beispielsweise in Wien. Es gibt schon viele positive Initiativen, auch vom Land NÖ, aber wir müssen den Fortschritt hier noch mehr beschleunigen. Ein Hauptthema ist sicher auch der Fachkräftemangel. Wir sind in der Wirtschaft bereit, auszubilden. Aber da braucht es mehr Unterstützung. Da ist auch die Bundesregierung gefordert, Maßnahmen für (Langzeit-)Arbeitslose zu finden und diese zurück ins Berufsleben zu bringen. Für einen sicheren und attraktiven Wirtschaftsstandort ist es außerdem wichtig, dass wir den Außenhandel forcieren. Da haben wir bei der WKNÖ viel Kompetenz und arbeiten auch eng mit dem Land zusammen. Genauso müssen wir die Chancen der Ökologisierung nutzen. So geht derzeit auch der Photovoltaik-Ausbau in großen Schritten voran.

Möchten Sie Ihr Unternehmen kurz vorstellen?
Wir sind eine Full-Service-Werbeagentur, die seit 1995 besteht. Wir bieten unseren Kunden Gesamtkonzepte von der ersten Idee bis zur Produktion. Wir erstellen das Kreativkonzept, übernehmen die Projektplanung, Textierung, Grafik, Produktionsüberwachung sowie die abschließende Analyse.

Wie ist Ihr Unternehmen durch die Krise gekommen?
Ehrlich gesagt war ich am Anfang als Bezirksstellenobmann so mit der Beratung anderer Unternehmer beschäftigt, dass ich für meinen Betrieb nicht viel zum Nachdenken gekommen bin. Auch für uns war es nicht leicht, viele unserer Kunden haben ihre Aufträge um ein Jahr verschoben. Ich denke, dass wir ab 2022 wieder auf dem Vorkrisenniveau sind. Niederösterreichs Unternehmen haben in der Pandemie bewiesen, dass sie sich auch mit schwierigen Krisen arrangieren können und neue Lösungen finden.

Was bedeutet es für Sie, Unternehmer zu sein?
Dass man selbstständig entscheiden kann und dass man mehr arbeitet, als es vielleicht notwendig ist. Aber dafür kann man die eigenen Träume verwirklichen.

Und was reizt Sie an der Funktion als Vizepräsident?
Ich arbeite gerne mit Menschen und für Menschen. Ich bin ein Teamplayer. Mein Motto lautet: Zusammen mehr Bewegen. Ich denke, eine Stärke von mir ist, dass ich Dinge auch tatsächlich umsetzen kann.

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