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„Weil ich bin, wie ich bin“

Beate Färber-Venz, die Obfrau der Sparte Transport und Verkehr der WKNÖ, im Interview über Fairness,Regionalität, Fachkräfte und die Freude am Gestalten.

Beate Färber-Venz, die Obfrau der Sparte Transport und Verkehr der WKNÖ
© Gregor Lohfink Beate Färber-Venz, die Obfrau der Sparte Transport und Verkehr der WKNÖ
Wie kommt die Sparte durch Corona?
Färber-Venz: Wir sind als Sparte Transport und Verkehr sehr breit aufgestellt, vom Fahrradkurier bis zum Flughafen reicht da die Palette. Generell kann man aber sagen, dass wir erst dann gefragt sind, wenn andere ihre Geschäft bereits abgewickelt haben. Deren Bedarf bestimmt dann unser Geschäftsleben und unsere Auftragsbücher. Konkret an einem Beispiel: Zwei Geschäftspartner einigen sich auf eine Transaktion. Erst im zweiten Schritt kommen wir ins Spiel, wenn es darum geht, die Reise zu ermöglichen oder die Ware von A nach B zu transportieren. Die Möglichkeiten für solche Beispiele sind unendlich.

Ihre sehr heterogene Sparte ist also auch noch unterschiedlich betroffen?
Genauso ist es. Die Transporte von Hygiene-Artikeln boomen, während die Reisebus-Branche völlig stillsteht. Und dazwischen gibt es jede erdenkliche Spielart. Über die eigene Branche hinausgedacht, gibt es aber auch Bereiche mit Konsequenzen, die nicht unbedingt schlecht sind: Schlagworte wie „Lauf nicht fort, kauf im Ort“ sind aktuell so wahr wie nie. Auch, wenn wir – gelinde ausgedrückt – eine vermehrte Paketzustellung feststellen, ist doch auch ein neues Bewusstsein für Regionalität zu bemerken. Das betrifft auch den Tourismus: Ich möchte nicht wissen, wie viele erwachsene Österreicherinnen und Österreicher wegen Corona jetzt österreichische Sehenswürdigkeiten wie etwa Hallstatt besuchen, die sie vorher nie interessiert hatten.

Wird sich dieses regionale Bewusstsein auch halten?
Ich glaube nicht in dem Maß, wie ich es mir wünsche. Was auf jeden Fall auch nach Corona bleiben wird, ist der selbstverständliche Umgang mit digitalen Arbeitshilfen im Alltag. Sicher geht nichts über den persönlichen Kontakt – aber bevor Zeitdruck und Terminstress aufkommen, wird mit einer weit geringeren Hemmschwelle als bisher das Meeting einfach digital absolviert. Gleiches gilt fürs Home Office. Jetzt, da es nicht anders geht, kann man ja feststellen, ob Befürchtungen in Bezug auf Home Office berechtigt sind oder nicht. Damit stehen nach der Pandemie dann sehr viele Möglichkeiten offen, man denke nur an eingesparte Mieten oder zusätzliche Arbeitsplätze, die keine oder weniger Räumlichkeiten benötigen.


Bei den Güterbeförderern ist der König der Landstraße ein tradiertes Bild, will das heute noch jemand werden?
Die große Freiheit und Ungebundenheit spielt‘s einfach nicht mehr. Digitaler Tacho, Lenk- und Ruhezeiten, Ladegutsicherung und Nachtfahrverbote – die Liste der Ge- und Verbote ist endlos lang. Und die damit einhergehende Bürokratie ist erdrückend. Statt Drucklufthorn und wehender Wimpel aus aller Herren Länder bestimmen heute Spritspar-und Sicherheits-Trainings das Berufsbild. Das wiederum halte ich für gut, aber es ist eben für viele nicht mehr so attraktiv.
Gleichzeitig kämpfen wir für die Verbesserung des Lkw-Images: Er stinkt, macht Staus, verpestet die Umwelt und provoziert Unfälle – das ist das Vorurteil, gegen das wir angehen. Unsere Lkw sind bereits so sauber, dass sie mitunter weniger Abgas ausstoßen, als so mancher Pkw. Natürlich sind sie nicht so schnell wie ein Sportwagen. Aber wenn es keine Schiene oder keinen Wasserweg zum Zielort gibt, wie soll die Ware dann hingelangen? Jeder will seine Bestellung geliefert bekommen, aber keiner will einen Lkw auf der Straße sehen.

Welche Rolle spielt die Entlohnung für Fahrerinnen und Fahrer bei der Berufswahl?
Das ist nicht nur eine Frage der Entlohnung, sondern eine Frage der Preisgestaltung in der Branche generell. Was wir brauchen, ist wesentlich mehr Fairness. Oft wird ein Auftrag zu einem schon bedenklichen Preis übernommen, und der Fahrer, der den Auftrag im Endeffekt durchführt, ist beim Sub-Sub-Sub-Unternehmer angestellt. Man kann sich vorstellen, zu welchen Konditionen dann gefahren wird, damit alle anderen noch etwas verdienen. Diese Dynamik muss durchbrochen werden.

Nicht zynisch gemeint – warum sind Sie bei dem Arbeitsauftrag Sparten­obfrau geworden?
Weil ich bin, wie ich bin. Das große Gestaltungspotenzial in dieser Funktion passt hervorragend zu meiner Freude am Gestalten.

Der Word-Rap zum Schluss:

WKNÖ ... Vertretung für alle

Corona ... mehr als herausfordernd

Teamarbeit ... Basis für den Erfolg

Erfolg ... Lohn der Anstrengung

Wettbewerb ... Notwendigkeit für gesunden Ansporn

Zahlen, Daten, Fakten

  • 5.587 Aktive Mitglieder
  • 43.892 unselbstständig Beschäftigte
  • 533 Lehrlinge,
    davon 161 im 1. Lehrjahr
  • 330 Neugründungen im Jahr 2020
  • 4,7% Anteil an der Bruttowertschöpfung NÖ
  • 9,4% Anteil an Bruttowertschöpfung innerhalb der gewerblichen Wirtschaft NÖ

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