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„Müssen Wahlfreiheit für Familien schaffen“

Christiane Teschl-Hofmeister ist NÖ Landesrätin für Bildung, Familien und Soziales. Im Interview spricht sie über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und was gegen den Fachkräftemangel unternommen werden kann.

Christiane Teschl-Hofmeister
© Philipp Monihart Familien-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister ist Familienfreundlichkeit ein großes Anliegen.

Frau Landesrätin, im März 2018 haben Sie Ihr Amt angetreten. Damit können Sie auf zwei Jahre mit und zwei Jahre ohne Corona-Pandemie zurückblicken. Wie hat die Pandemie die Situation der Familien in NÖ verändert?

  • Christiane Teschl-Hofmeister: Gerade für Familien waren die letzten beiden Jahre herausfordernd. Durch Home-Office und Home-Schooling waren viele doppelt und dreifach belastet. Die Situation in den Familien hat sich im Vergleich zu „vor der Pandemie“ natürlich stark verändert. Ich denke aber, dass wir immer auch das Gute in Situationen erkennen müssen. Familien haben durch die Pandemie und die Lockdowns teilweise wieder enger zusammengefunden. Gemeinsame Spieleabende, Spaziergänge in der Natur oder Bananenbrot backen, es war auf einmal viel mehr Zeit für die Familie. Manche dieser neuen Angewohnheiten bleiben hoffentlich auch nach der Pandemie bestehen.

Kinderbetreuung ist eines der Herzensthemen Ihrer Amtszeit. Warum hat dieses Thema für Sie einen so großen Stellenwert?

  • Das Thema Kinderbetreuung ist für mich deshalb so wichtig, weil es ein schmaler Grat ist zwischen der Wahlfreiheit und der Machbarkeit. Mir ist es sehr wichtig, dass wir Wahlfreiheit für Familien schaffen. Ich will in diesem Zusammenhang bewusst von Familien und nicht nur von Frauen zu sprechen.
    Wenn beide Elternteile relativ rasch wieder arbeiten gehen möchten, muss das genauso möglich sein, wie wenn ein Partner über einige Jahre die Kinderbetreuung übernimmt. Beides ist gleichermaßen wertvoll. Wir haben im Zuge des blau-gelben Familienpaketes seit 2018 gemeinsam mit den Gemeinden 184 neue Gruppen für Kleinkinder und 241 Kindergartengruppen errichtet. Die Nachmittagsbetreuung ist in der Zuständigkeit der Gemeinden. Wenn genügend Bedarf besteht, muss es auch eine Betreuung geben. Natürlich sind wir aber immer bemüht, die Vielfalt an Angeboten weiter auszubauen. Ich möchte aber auch dazu sagen, ich bin eine Freundin von flexiblen Lösungen, halte aber einen Rechtsanspruch nicht für umsetzbar. Damit würden wir viel teuren Raum schaffen, der dann einfach nicht genutzt wird. Das hat erstens keinen Sinn und zweitens verschlingt es finanzielle und personelle Ressourcen, die sicher besser genutzt werden können.

Stichwort Vereinbarkeit: Wo sehen Sie beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Handlungsbedarf und welche Initiativen setzen Sie dafür?

  • Erst kürzlich habe ich mit Präsident Ecker im Zuge einer Pressekonferenz die verschiedenen Möglichkeiten der Kinderbetreuung im Betrieb vorgestellt. Vergangenes Jahr haben wir im Landtag die Möglichkeit für Tageseltern im Betrieb beschlossen. Dabei kann eine Tagesmutter oder ein Tagesvater bis zu vier Kinder betreuen. Dieses Modell, bei dem die Eltern in Ruhe arbeiten können, weil sie wissen, dass ihre Kinder ganz in der Nähe gut betreut werden, halte ich für ein sehr gutes. Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet aber mehr als Kinderbetreuung. Durch die Corona-Pandemie wurde Home-Office zur Normalität und ich bin mir sicher – generell „Mobiles Arbeiten“ ist gekommen, um zu bleiben. Wir brauchen aber nicht nur bei der Frage WO, sondern auch beim WANN eine Flexibilisierung. Viele möchten die Zeit am Nachmittag mit ihrer Familie verbringen und dafür am Abend nochmal arbeiten. In vielen Betrieben wird das auch schon gelebt. Alle diese Möglichkeiten machen die Vereinbarkeit möglich. Wir sind da sicher schon auf einem guten Weg. 

Christiane Teschl-Hofmeister und WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker
© NLK Filzwieser
Gut funktionierende Kinderbetreuungsangebote bringen allen was – den Familien und auch den Betrieben in Niederösterreich: Darin sind sich Familienlandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker einig und setzen zahlreiche Initiativen dafür.

Stichwort Bildung: Wir erleben gerade einen eklatanten Fachkräftemangel. Was kann aus Ihrer Sicht dafür getan werden, dass sich diese Situation entspannt?

  • Es gibt schon ganz viele großartige Alternativen und viele Ideen. Es ist sicher notwendig, die Berufsorientierung schon in einer viel früheren Schulstufe zu beginnen. Ab der 5. Schulstufe ist es auf jeden Fall notwendig. Man könnte auch Elternabende in Betrieben durchführen. Es sind oft nicht die Kinder selbst, die keine Lehre in Betracht ziehen, oft haben leider die Eltern ein veraltetes Bild von Lehre im Kopf. Die Polytechnischen Schulen und die Berufsschulen sind top ausgestattet und mittlerweile stehen Lehrlingen alle Möglichkeiten offen. Es gibt Lehre mit Matura oder die Lehre nach der Matura, der Meister ist dem Bachelor gleichgesetzt und die Verdienstmöglichkeiten sind in vielen Branchen sehr gut. Wir sehen im Moment aber nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern einen generellen Personalmangel. Umschulungen und Weiterbildungen können helfen, die Arbeitssuchenden mit den freien Stellen besser zu vernetzen. Die Digitalisierung kann da langfristig in vielen Bereichen sicher entlasten. 

Ein Gedankenspiel: Wenn Sie Ihr Lebensweg ins Unternehmertum geführt hätte: Welche Firma würden Sie heute leiten?

  • Das ist eine spannende Frage. Ich glaube, dann würde ich ein Lokal betreiben. Gerade in den letzten Jahren haben viele Menschen diese Orte der Kommunikation vermisst. Die Gastronomie hat es besonders hart getroffen, aber umso mehr freuen sich gerade alle, dass sie sich wieder in ihren Lieblingslokalen treffen können. Ich glaube, so einen Ort gestalten zu können, würde mir gut gefallen.

Zur Person

Christiane Teschl-Hofmeister ist seit März 2018 Landesrätin für Bildung, Familie und Soziales in Niederösterreich. Zuvor war sie als Journalistin, Moderatorin und Chefredakteurin beim ORF tätig. Die gebürtige Steirerin ist verheiratet und hat zwei Kinder. Aktuell wohnt sie in Krems an der Donau und Wien. Im November 2020 wurde sie zur Landesobfrau des Niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes gewählt. 

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