th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

„Für die Mitglieder etwas erreichen“

Thomas Schaden, Vizepräsident der WKNÖ, spricht im NÖWI-Interview unter anderem über wirtschaftliche Integration, eine „Trendwende“ bei der Lehre und sein Unternehmen in Katzelsdorf.

Portrait von Thomas Schaden
© Philipp Monihart
Ihr Schwerpunktthema als Vizepräsident ist „Wirtschaftliche Integration“. Was bedeutet das konkret?
Schaden: Es gibt Betriebe, die von Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden und sich schwer tun, weil sie vieles nicht wissen. Ein Problem ist, dass Deutsch nicht immer gut gesprochen wird. Daher ist es wichtig, dass wir auch Mitarbeiter in der WKNÖ haben, die in der jeweiligen Muttersprache helfen können. Mir ist es ein großes Anliegen, auch diese Mitglieder mit unseren Informationen zu erreichen.
Gleichzeitig ist das Sprachtraining von Lehrlingen mit Migrationshintergrund eine unabdingbare Voraussetzung. Ein relativ gutes Deutsch ist allein schon wichtig, um die Anweisungen zu verstehen und richtig umsetzen zu können. Gute Deutschkenntnisse sollten jedenfalls eine Grundvoraussetzung sein, bevor man jemanden vermittelt.

Welche Themen sind Ihnen noch wichtig?
Eine Entbürokratisierung in allen Bereichen. Amtswege müssen einfacher gemacht werden. Dazu zählt auch, dass ich als angehender Unternehmensgründer schnell einen Termin bei der Gemeinde bekomme, um die Informationen zu bekommen, die ich brauche. Damit nichts vergessen wird und die Neugründer eine Orientierung haben.

Und wie sieht es mit der Digitalisierung in NÖ aus?
Digitalisierung ja, aber mit Maß und Ziel. Wir brauchen einen besseren Breitband-Ausbau. Ich habe Unternehmerkollegen, bei denen mehrmals am Tag das Internet zusammenbricht. Diese können keinen Online-Shop anbieten, weil er nicht ordentlich erreichbar ist.  Es braucht einen Mittelweg zwischen bedingungsloser Digitalisierung und den Gegebenheiten, die es nach wie vor gibt. Man darf auch die ältere Generation nicht vergessen, die mit Handy und Internet nicht immer gut zurechtkommt. Hier braucht es gleiche Chancen für alle und vor allem auch für kleine Betriebe. 
Wir haben in Niederösterreich mehr als 60 Prozent EPU. Diese sollten im geschäftlichen Wettbewerb die gleichen Chancen wie große Industriebetriebe, die beispielsweise eigene EDV-Abteilungen, eigene Rechts-Abteilungen führen, haben. 

In einer virtuellen Unternehmerrunde zum Thema „Wirtschaftliche Integration“, die Sie mit NÖ Unternehmen geführt haben, haben Sie betont, dass es „derzeit nicht nur einen Fachkräftemangel gibt, sondern auch Hilfskräfte von den Betrieben gesucht werden“. Wie erklären Sie sich das?
Hilfskräftetätigkeiten werden in der heutigen Zeit immer weniger gerne gemacht.   Wir brauchen aber nicht nur Spitzenköche, sondern auch jemanden, der Hilfsarbeiten übernimmt. Auch hier braucht es Personal mit Qualifikation. 
Jedenfalls ist es wichtig, die Lehre noch mehr zu forcieren. Wobei sich die Wirtschaftskammer schon seit vielen Jahren sehr darum bemüht, die Lehre noch attraktiver zu machen. Da sind wir in Niederösterreich wirklich Vorreiter und machen auch mit den Sozialpartnern sehr viel in diese Richtung.

Die Wertschätzung und der Respekt gegenüber der Lehre haben also in den letzten Jahren zugenommen?
Durchaus. Da hat es eine Trendwende gegeben. Heute bilden Unternehmen Lehrlinge aus, damit sie sie dann im Betrieb als Facharbeiter haben. Ein Lehrling kostet Zeit und Geld, aber der Aufwand lohnt sich, denn danach hat man eine gut ausgebildete Fachkraft. Das wissen die Unternehmer heute. 

Bei der Lehre sind wir hier in Niederösterreich Vorreiter.
Thomas Schaden


Wie kann man dem Hilfskräftemangel entgegenwirken?
Hier gilt es einerseits, die Bezahlung zu verbessern und zusätzlich auch die Arbeitszeiten attraktiver zu gestalten. Gerade in der Gastronomie sollten Lösungen erarbeitet werden, die es für den Arbeitnehmer familienfreundlicher machen. Dienste müssen planbarer werden, beispielsweise einmal eine Frühschicht und einmal eine Spätschicht, aber nicht immer ganztägige Dienste. 
Eine höhere Bezahlung der Mitarbeiter bedeutet auch, dass ein Restaurant-Besuch teurer wird. Da müssen auch Kunden bereit sein, mehr zu bezahlen, sonst wird es für Unternehmer schwierig. 

Möchten Sie Ihr Unternehmen kurz vorstellen?
Ich habe das Unternehmen vor 22 Jahren gegründet. Wir bieten vom Kugelschreiber über Zuckerl, Power-Banks und Firmenbekleidung bis hin zu Beipackwaren wie Blechboxen oder Kochlöffeln alles an. Nachdem ich bei REWE und Meinl schon in ähnlichen Bereichen gearbeitet habe, habe ich mich schon ganz gut ausgekannt, als ich mich selbstständig gemacht habe. 

Wie sind Sie als Unternehmer durch die Krise gekommen?
Das Erste, was unsere Kunden eingespart haben, waren die Werbeartikel. Aber wir haben es recht gut geschafft, weil wir uns in der Zeit auf den Maskenverkauf spezialisiert haben. Wir mussten keine Förderung in Anspruch nehmen und konnten alle zehn Mitarbeiter behalten. 

Was bedeutet Unternehmertum für Sie?
Unternehmerische Freiheit! Zu tun, was ich möchte und was ich für richtig halte. Natürlich hat man auch Sorgen, gerade wenn man Mitarbeiter beschäftigt. Was mich freut ist, dass wir viele langjährige Mitarbeiter haben und gleichzeitig eine sehr geringe Krankenstandsquote. Das zeugt davon, dass sie zufrieden sind. Die Mitarbeiter sind das wichtigste Asset, das wir haben, vor allem für uns Kleinunternehmer!

Und was macht Ihnen in Ihrer Funktion als Vizepräsident besonders Spaß?
Dass man für die Mitglieder etwas erreichen kann. Es ist schön zu sehen, dass Dinge umgesetzt werden und sich als Interessenvertretung der Unternehmen einzusetzen. 

Wie war für Sie der Start in die Selbstständigkeit?
Am Anfang war es schwer. In meinen vorigen beiden Jobs in Großunternehmen hat man für alles jemanden, den man fragen kann. Sei es die EDV-Abteilung, die Marketing-Abteilung oder die Import-Abteilung. Als Selbstständiger muss man das alles selbst machen, was einfach eine Umstellung ist. Aber ich habe von Anfang an viel Unterstützung von der Wirtschaftskammer bekommen. Vieles hätte ich sonst womöglich  gar nicht bedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mathias Past, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft NÖ (4.v.r.) freute sich, dass die Sitzung des Landesvorstandes nach langer Zeit wieder in Präsenz stattfinden konnte. Zu Gast war man in Purkersdorf.

Junge Wirtschaft NÖ startet Kampagne #unternehmenumwelt

Die Initiative #unternehmenumwelt zeigt, wie Unternehmer, Startups, junge Selbstständige und Kreative aus der Herausforderung Klima- und Umweltschutz neue Chancen machen. mehr

Das Niederösterreich-Schmuckstück wurde von Goldschmied Edwin Surin entworfen.

Gold- und Silberschmiede präsentieren Niederösterreich-Schmuckstück

LH Mikl-Leitner: NÖ Kunsthandwerker/innen schaffen Qualität von Meisterhand  mehr