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"Duales System ist unsere Stärke"

Erich Moser, Vizepräsident der WKNÖ, spricht im NÖWI-Interview über die Stärken des dualen Systems, Herausforderungen im eigenen Betrieb sowie ein stärkeres Bewusstsein für Regionalität und Nachhaltigkeit. Der Stellenwert der Lehre „hat wieder an Bedeutung gewonnen“.

Interview: Nina Gamsjäger
Interviewfoto von Erich Moser
© Nina Gamsjäger
Was zeichnet die WKNÖ besonders aus?

Moser: Die WKNÖ hat eine ausgezeichnete Fachexpertise. Die Menschen, die hier arbeiten, verstehen etwas von der Sache. Gleichzeitig hat sie Funktionärinnen und Funktionäre, denen die WKNÖ wirklich ein Anliegen ist. Das duale System, die Mischung aus Theorie und Praxis, ist unsere Stärke und funktioniert sehr gut. 

Was ist Ihnen in Ihrer Funktion als Vizepräsident wichtig?

Der Mitgliedernutzen! Die Wirtschaftskammer muss einfach für ihre Mitglieder da sein. Das ist nicht immer leicht, weil es eine große Streuung vom EPU bis zum internationalen Großunternehmen gibt. Das Ziel ist, dass sich jeder abgeholt fühlt.

Ihr Schwerpunktthema ist das Thema Restart. Ein brandaktuelles Thema...

Das stimmt. Die letzten Monate haben wir ein Restart-Programm erstellt, das den Unternehmen beim Durchstarten helfen soll. Bei der Erarbeitung dieses Programms sind wir dual vorgegangen. Wir haben Gespräche mit zentralen Fachabteilungen, Sparten und den Bezirksstellen geführt. Sie wissen ganz genau, wo der Schuh drückt.  So haben wir mitbekommen, wie unterschiedlich die Probleme wirklich sind. Zusätzlich haben wir virtuelle Gesprächsrunden mit Unternehmern geführt. 

Wie erklären Sie sich, dass Regionalität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zunehmend in den Fokus rücken?

Die Krise hat diese Themen enorm verstärkt. Natürlich haben sie das Unternehmerleben auch schon vorher begleitet, aber jetzt musste man lernen, damit besser umzugehen. So haben viele Betriebe begonnen, ihre Abläufe zu straffen, zu ordnen und zu digitalisieren. Auch ich habe im eigenen Betrieb gesehen, wie sehr sich unsere Kunden beispielsweise die digitale Reservierungsmöglichkeit wünschen. 
Da fällt mir auch die Geschichte einer Floristin ein, die während Corona begonnen hat, ihre Kränze  online anzubieten. Ein einfaches Tool reicht, es braucht nicht Millionen Artikel online und die Seite muss nicht alles können. Vielmehr geht es darum, eine zusätzliche Möglichkeit zu haben, um den Betrieb zu präsentieren. 

Wie ist es Ihnen mit Ihrem Unternehmen in der Krise ergangen?

Wir sind ein Hotel und Restaurant mit zirka 30 Mitarbeitern. Die Höldrichsmühle ist mein Herz. Meine Familie ist seit 90 Jahren dort, ich bin der Vierte, der es leiten darf. Der Fokus liegt stark im Seminar- und Tagungsbereich, auf Geschäftsreisenden, Events und Feiern. 
Leider hat die Krise auch uns stark betroffen. Es war schlimm, als ich am Ostersonntag 2020 zuhause im Garten gesessen bin und auf der Straße stundenlang kein Auto vorbeigekommen ist. Da realisiert man erst, was das Zusperren bedeutet. Wir haben eine Zeit gebraucht, um mit der Situation klarzukommen, aber dann relativ rasch einen Kühlschrank installiert, den wir laufend mit frisch gekochten Speisen zum Mitnehmen befüllt haben. Während der Krise haben wir unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit gehalten, wir bilden derzeit auch sechs Lehrlinge aus. 

Die Lehrlingsausbildung ist Ihnen also wichtig?

Auf jeden Fall. Wir haben damit durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Sie bringen immer frischen Wind ins Unternehmen. Generell finde ich, dass  sich beim Stellenwert der Lehre einiges ins Positive verändert hat – auch durch das Wirken der Wirtschaftskammer. Die Lehre wird gesellschaftlich wieder mehr wertgeschätzt, bekommt Anerkennung und Respekt. Die Betriebe wollen junge Menschen ausbilden. Das war auch meine Motivation, bei der WKNÖ mitzuarbeiten. 

Wie war die Corona-Zeit für Ihre Mitarbeiter?

Es war nicht einfach, aber mir war es wichtig, jeden Mitarbeiter zumindest einmal in der Woche zu sehen. Damit man den Kontakt nicht verliert. Vor dem großen Aufsperren haben wir auch einen Mitarbeitertag gemacht, wo wir unsere Pläne definiert und uns wieder einigermaßen strukturiert haben. 
Das Ziel ist, dass sich jeder abgeholt fühlt. Vom Groß-unternehmen bis zum EPU.
Erich Moser

Was reizt Sie an der Funktion als Vizepräsident?

Dass es bei der WKNÖ immer um positive Dinge geht. Wir wollen etwas für die Unternehmen tun. Mit so einer positiven Welle kann man auch mehr bewirken. Die WKNÖ hat gerade auch in dieser Krise gezeigt, wie wichtig sie ist und dass sie ein guter Verhandlungspartner ist. Das ist für mich ein großer Anreiz und es ist eine große Freude, da mitarbeiten zu dürfen. 

Und was ist Ihnen als Unternehmer besonders wichtig?

Ich war immer gerne für mich selbst verantwortlich und wollte mein Schicksal selbst gestalten. Vor der Betriebsübernahme und nach meinem Studium habe ich bei ein paar Arbeitgebern Erfahrung gesammelt. Das Arbeiten im Team ist mir wichtig. Bei der Übernahme habe ich gemeinsam mit meiner Frau das Unternehmen umstrukturiert und umgebaut. Die Selbstständigkeit hat mich immer gereizt und natürlich würde ich mich freuen, wenn meine Kinder einmal am Betrieb Interesse haben. Es ist spannend, das Unternehmen verändern zu können und auszuprobieren, was bei den Gästen ankommt und was nicht. Wenn einmal etwas nicht klappt, kann man daraus lernen.

Sie sind Vizepräsident, Unternehmer und auch Bürgermeister von Hinterbrühl. Wie schaffen Sie diesen Spagat?

Ich gebe in allen Funktionen mein Bestes. Es ist eine sehr intensive Zeit meines Lebens, bei der mich meine Frau sehr unterstützt. Sonst wäre das nicht machbar. Hinterbrühl hat 5000 Einwohner, ich wohne dort und kann mit dem Rad zur Arbeit fahren. Wenn ich einen weiteren Weg hätte, wäre es schwieriger. Als Bürgermeister muss ich einfach greifbar sein. Bei der WKNÖ bin ich für den Finanzbereich zuständig, wo es viel um Planung und Budgets geht. Das kann ich mir gut einteilen. 

Im Betrieb bekomme ich genauso die volle Unterstützung. Ich bin hauptsächlich für den Personalbereich und die Geschäftskunden zuständig. Auch hier bin zeitlich flexibel und muss nicht immer vor Ort sein. Dennoch möchte ich meine Mitarbeiter und Gäste kennen. Ich bin kein Multifunktionär, sondern gut im Zeitmanagement und nehme gerne neue Herausforderungen an.


Der Vizepräsident ganz persönlich...

Erich Moser, der in Hinterbrühl lebt und aufgewachsen ist, führt dort das Hotel & Restaurant Höldrichsmühle. Nach der Volksschule und dem Jesuitengymnasium Kalksburg hat er Betriebswirtschaft studiert. Danach verschlug es ihn beruflich für ein paar Jahre in die Schweiz und nach Russland. Moser ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 23 und 24 Jahren. Er ist jahrzehntelang geritten, hat auch einen eigenen Reitstall und ist mit den Eltern und Pferden quer durch Europa gefahren. Jetzt ist er zum Mountainbiker geworden und übt das Hobby gemeinsam mit seiner Gattin aus. Bevor Moser Bürgermeister von Hinterbrühl wurde, hat er für seinen Vorgänger die Finanzen gemacht. Der Werdegang in der WKNÖ hat über die Bezirksstelle Mödling und die Fachgruppe Hotellerie begonnen. Vor elf Jahren wurde er Fachgruppen-Stellvertreter. Von da an ging es Schritt für Schritt in den Finanzbereich der WKNÖ und  in die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, bis er schließlich 2020 Vizepräsident der WKNÖ wurde.


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