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„Dann mache ich das einfach“ - Jochen Flicker im Porträt

Jochen Flicker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKNÖ, im Interview über Regionalität, Fachkräfte und den Schlüssel für eine starke Interessenvertretung.

Jochen Flicker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKNÖ
© David Pany Jochen Flicker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKNÖ.
Wie kommt die Sparte Gewerbe und Handwerk durch Corona?
Die Pandemie hält uns seit nunmehr fast einem Jahr fest im Griff. Da geht uns langsam die Luft aus – auch emotional. Weil man ständig neue Problemstellungen hat, die man vor einem Jahr nicht gehabt hat. Es ist einfach mühsam.

Haben sich in der Sparte Veränderungen entwickelt, die auch nach Corona bleiben werden?
Natürlich! Wie haben einen DigitaIisierungsschub gekriegt – von Online-Konferenzen über Homepage-Gestaltungen, Online-Shops, Click & Collect und so weiter. Das wird auch nach der Krise so weitergehen. Sonst wäre das eine verschenkte Chance.

Wann ist Corona überstanden?
Diesen Blick in die Glaskugel hätte ich gerne. Unser Ticket in die Freiheit wird die Impfung sein. Und davor heißt es: Testen, Testen, Testen.

Klammern wir jetzt Corona einmal aus: Was wären für die Sparte dann die größten Herausforderungen?
Da bleibt vor allem der große Fachkräftemangel – ob mit oder ohne Corona. Der ist nicht besser geworden. Wir suchen quer durch die Sparte Fachkräfte, Lehrlinge. Denn wenn wir heute keine Lehrlinge ausbilden, haben wir morgen noch weniger Fachkräfte. Dann weiter die bürokratischen Hürden. Und die Regionalität weiter forcieren: „Kauf im Ort, geh‘ nicht fort.“ Wir brauchen die Wertschöpfung aus der Auftragsvergabe an regionale Handwerks- und Gewerbebetriebe bis hin zum Einkauf beim örtlichen Händler.

Stichwort Regionalität: Da sind also Konsumenten und öffentliche Hand gleicher-
maßen gefordert?

Natürlich. Deshalb machen wir in der Sparte etwa mit der ARGE Baugewerbe auch Beratungen für Kommunen, welche Möglichkeiten es für regionale Vergaben gibt – ohne große Ausschreibungen. Das wird auch recht gut angenommen. Und genauso müssen wir an den Konsumenten dranbleiben, dass sie nicht irgendwo in Übersee etwas bestellen, was sie bei uns auch bekommen – und überdies mit Serviceleistungen vor Ort, wenn irgendetwas ist, was der Konsument beim Übersee-Kauf sonst nicht erhält.

Sie haben vorhin die Lehrlinge angesprochen. Fast die Hälfte aller Lehrlinge in Niederösterreich wird ja im Gewerbe und Handwerk ausgebildet. Könnten es trotzdem noch mehr sein?
Ja, natürlich. Da gibt’s Luft nach oben. Wobei ich froh bin, dass die Zahlen trotz der Pandemie relativ stabil sind.

Betrifft die „Luft nach oben“ die Zahl der Jugendlichen, die sich für eine Lehre entscheiden, oder die Zahl der Ausbilderbetriebe?
Sowohl, als auch. Wir haben noch immer zu wenige Jugendliche, die sich für eine Lehre begeistern. Da nehme ich auch die Eltern in die Pflicht, denn die Lehre ist einfach eine hochwertige Ausbildung auf Stufe 4 im NRQ. Und wir haben Betriebe, die in den letzten Jahren wenig ausgebildet haben. Tatsache bleibt: Wir haben viele offene Lehrstellen.

Kommen wir zu Ihrer Funktion in der Interessen-vertretung. Was hat Sie an der Funktion des Spartenobmanns gereizt?
Wenn ich in etwas einen Sinn sehe, dann mache ich das einfach. So war ich schon immer. Ich war etwa 20 Jahre als Freiwilliger beim Roten Kreuz tätig, bin Rettungswägen gefahren, etc. Und das gilt auch jetzt. Denn niemand kann unsere Interessen als Wirtschaftstreibende besser vertreten als wir selbst. Da hat man selbst Erfahrungen, da muss man mit offenen Ohren durch die Branchen gehen, da baut man gemeinsam Strategien – und das vertritt man dann, mit klaren Positionen aus der Praxis. Und darum bin ich Spartenobmann. Ganz einfach.

Ist das das Geheimnis einer starken Interessenvertretung?
Im Grunde ja: Praxis, Strategien, entsprechende Beispiele, warum etwas nicht oder anders besser geht – denn ehrlich: Niemand außer uns kann genau wissen, wie Regelungen konkret in
Betrieben ankommen.

Der Spartenobmann ganz persönlich:

Jochen Flicker, geboren 1979, führt in Altnagelberg einen Fliesen­leger- und Hafnerbetrieb.
Über 20 Jahre war der Vater von drei Mädchen bis hin zu Führungspositionen beim Roten Kreuz
aktiv.
2016 bis 2019 fungierte Flicker als Vorsitzender der Jungen
Wirtschaft NÖ.
Seit 18. Mai 2020 ist er Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKNÖ.


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