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"We are Skills" - Graz ist 2020 Heimat der Berufseuropameisterschaften

Knapp 1100 Tage sind es noch, bis die besten Nachwuchs-Fachkräfte Europas bei den EuroSkills, den Berufseuropameisterschaften, vom 16. bis 20. September 2020 in Graz beweisen, was sie können. Wir haben bei der Kärntner EuroSkills-Botschafterin und Service-Weltmeisterin Franziska Ehgartner nach gefragt, worauf wir uns freuen können.

Franziska Ehgartner, WorldSkills, EuroSkills
© KK

Graz wird 2020 der Austragungsort der Berufseuropameisterschaften EuroSkills sein – als Österreicherin freut man sich da besonders, oder?

Ich bin in der Steiermark aufgewachsen und habe meine Lehre in Kärnten absolviert. Dass wir dieses Groß-Event jetzt bald ausrichten dürfen, freut mich sehr.

 

Welche Auswirkungen wird die Austragung auf die Stadt haben?

Graz wird von den Skills sicherlich profitieren – immerhin kommen zahlreiche Teilnehmer, Teammitglieder und Besucher. Und alle müssen schlafen und verpflegt werden, das kann nur positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Außerdem hoffe ich, dass die Skills-Veranstaltungen dadurch in Österreich bekannter werden. In Skandinavien werden sowohl die EuroSkills als auch die WorldSkills groß gefeiert und werden etwa live im Fernsehen übertragen.

 

Wie sieht dein persönlicher Werdegang aus?

Ich habe meine Lehre als Restaurantfachfrau im Parkhotel Pörtschach absolviert, war dann saisonweise in Lech am Arlberg und bin jetzt seit zwei Jahren Chef de Rang im Wiesergut in Salzburg. Die längste Zeit meiner Lehre war ich also in Kärnten und das auch während meiner Zeit als Skills-Teilnehmerin.

 

Was ist deine Aufgabe als EuroSkills-Botschafterin?

Alle Bundesländer-Botschafter versuchen jetzt die EuroSkills zu bewerben und Stimmung zu machen, damit wir 2020 in Graz ein Top-Team aus Österreich haben. Ich mache mir da zwar keine Sorgen, denn Österreich gehört immer zu den vorderen Plätzen bei allen Skills-Wettbewerben, aber als Kärnten-Botschafterin möchte ich selbstverständlich noch viel mehr Kärntner Lehrlinge zur Teilnahme motivieren. Immerhin haben wir Österreicher 2020 den Heimvorteil. Den müssen wir nutzen!

 

Warum hast du dich für eine Lehre entschieden?

In der Schule war ich zwar nie schlecht, aber ich wollte nie studieren. Mein Vater war jahrelang in der Gastronomie tätig und einige Zeit auch selbstständig. Ich bin also damit aufgewachsen und mir war auch schnell klar, dass das der richtige Weg für mich ist. Meine Lehre mit Matura habe ich nie bereut. Das Kärntner System ist da ideal und mein Lehrbetrieb in Pörtschach hat mich dabei voll unterstützt.

 

Die Weltmeisterschaft in Brasilien 2015 war nicht dein erster und einziger Wettbewerb als Lehrling. Kannst du dich noch an den ersten erinnern?

Im zweiten oder dritten Lehrjahr habe ich das erste Mal bei einem Kärntner Landeslehrlingswettbewerb mitgemacht. Da hat mich das Wettbewerbsfieber sozusagen gepackt. Dann ist es mit dem Bundeslehrlingswettbewerb und anderen nationalen Ausscheidungen weitergegangen. Bei den Staatsmeisterschaften habe ich mich mit dem ersten Platz für die WorldSkills in Brasilien qualifiziert.

 

Weltmeisterin, Franziska Ehgartner, Kärnten, WorldSkills, EuroSkills, We are Skills, Graz 2020
© WKK/Just Knapp ein halbes Jahr hat die Restaurantfachfrau für die WorldSkills 2015 in Brasilien trainiert.


Wie fühlt es sich an, Weltmeisterin zu werden?

Es war toll und witzig zugleich. Man trainiert ja wirklich lange auf den Wettbewerb hin und möchte selbstverständlich auch Gold gewinnen. Im Service-Bereich sind 35 Kandidaten angetreten. Dass gerade ich gewinne, war nicht absehbar, auch wenn ich während dem Wettbewerb immer ein gutes Gefühl gehabt habe. Danach ist eine riesige Last von mir abgefallen.

 

Wie bereitet man sich auf einen Wettbewerb vor?

Die Trainings sind nervenaufreibend und man muss als Lehrling schon sehr viel Zeit investieren. Mitmachen sollte also nur, wer es wirklich möchte!

Peter Makula und Kathrin Nussbaumer, die Trainer der WIFI-Talenteakademie, haben in den Monaten vor den WorldSkills mit mir trainiert. Meine zwei Skills-Coaches waren in Oberösterreich. Auch mit ihnen habe ich immer wieder spezielle Trainings absolviert. Ein Kaffee-Spezialist und Mentaltrainer haben mich in Einzeltrainings vorbereitet. Und jeden Montag und Dienstag habe ich in meinem Lehrbetrieb mit unserem Oberkellner geübt. Ansonsten habe ich auch während der Arbeit jede freie Minute genutzt um Dinge zu wiederholen oder mich auf spezielle Anforderungen vorzubereiten. Da wurde in unserem À-la-carte-Restaurant dann eben viel tranchiert, flambiert und filetiert.  Außerdem gab es zwei Auslandstrainings – in England und Finnland. Dort kann man sich erstmals mit der internationalen Konkurrenz vergleichen.

 

Welchen Vorteil siehst du für österreichische Lehrlinge? Ist unser duales Ausbildungssystem im internationalen Vergleich ein Vorteil?

Das ist sehr unterschiedlich, aber gerade in den Tourismusberufen hat man gemerkt, dass die Österreicher klar im Vorteil waren. Nicht umsonst werden international im Tourismus gerne Österreicher eingestellt. Unsere praxisnahe Ausbildung ist eine ideale Vorbereitung für jeden Job im Tourismus. In den meisten Ländern wird eine Schule besucht, ein Kurs absolviert oder man studiert. Eine Kombilösung mit Praxis und Berufsschule, wie in Österreich, gibt es fast nirgends. Da sind wir vielen weit voraus. Das habe ich beim Probetraining in Finnland gesehen. Die Konkurrenz hat zwar hart trainiert, aber das Persönliche hat gefehlt.

 

Wie wichtig sind die Bewerbe für Lehrlinge?

Man lernt nicht nur viele fachliche Dinge, sondern auch sich selbst kennen. Beim ersten Wettbewerb war ich noch sehr nervös und habe mir viele Gedanken gemacht. Bei den WorldSkills, der Weltmeisterschaft, war es dann eigentlich gar nicht mehr so schlimm. Die Nervosität  wird einem dort aber auch vom Team genommen. Alle waren sehr nett und die die Atmosphäre eher familiär – auch wenn man tagelang eigentlich immer unter genauer Beobachtung steht. Pro Bewerber gibt es ein Jurymitglied, da wird nur wenig übersehen.

Gerade internationale Bewerbe sind Erfahrungen, die einem keiner mehr nehmen kann. Man trifft Menschen aus der ganzen Welt, schließt Freundschaften und lernt viel Neues kennen.

 

Was rätst du Lehrlingen, die bei Bewerben antreten wollen oder werden?

Macht euch nicht zu viele Sorgen - traut euch und nutzt die Erfahrungen, die ihr dort machen könnt! Ihr werdet dabei nicht nur fachlich, sondern auch persönlich wachsen!

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