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Kärntner Touristiker empört über ÖGB-Vorstoß

Trotz der Vereinbarung über 1.500 Euro Mindestlohn, fordert die Gewerkschaft in Kärnten 1.700 Euro. Für WK-Obmann Stefan Sternad "unverständlich und nicht finanzierbar".

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"Zwischenrufe während sozialpartnerschaftlichen Gesprächen halte ich für unpassend. Es sieht ganz danach aus, als würden wir uns in den nächsten Tagen einigen. Umso mehr überrascht mich jetzt das Echo aus Kärnten. Der ÖGB-Vorsitzende sollte sich dringend mit seinen Bundeskollegen abstimmen", so Sternad.

Laut Sternad sei die Forderung des ÖGB im Augenblick absolut nicht finanzierbar: "Die Rahmenbedingungen lassen 1.700 Euro als Mindestlohn nicht zu. Die Gewerkschaft schießt sich auf finanzielle Verbesserungen ein, sieht aber nicht, dass durch andere Maßnahmen, wie etwa einer flexiblen Arbeitszeit, die Mitarbeitern zusätzlich profitieren." Die Einführung von flexiblen Arbeitszeiten wäre gerade in der Gastronomie und Hotellerie eine Erleichterung. "Wenn wir Mitarbeiter künftig bedarfsorientiert einsetzen könnten, dann wäre es leichter mehr zu bezahlen, da das fehlende Geld in den Spitzenzeiten eingearbeitet wird. Man muss sich einmal vor Augen führen, dass wir im Tourismus circa 75 Prozent unserer Umsätze in nur 25 Prozent der Zeit erwirtschaften", erklärt der WK-Obmann. Er sieht die Hauptproblematik in der Gastronomie und Hotellerie in den starren Arbeitszeiten und ruft in Erinnerung: "Der Kärntner Tourismus hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, denn er schaufelt 660 Millionen Euro jährlich ins Land. Jeder fünfte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Es ist schon längst an der Zeit die Rahmenbedingungen zu verbessern!"

In den Gastronomie- und Hotelleriebetrieben wird ständig an Verbesserungen gearbeitet. Qualifizierte Mitarbeiter werden händeringend gesucht und haben derzeit eine noch nie dagewesene Chance auf eine Karriere im Tourismus. "Top ausgebildete Mitarbeiter werden weit über den Kollektivvertrag bezahlt. Außerdem werden in den meisten Betrieben Kost und Logis zur Verfügung gestellt – das wird in den Diskussionen immer ausgeklammert", meint Stefan Sternad. Unter dem Motto "Qualifikation muss sich bezahlt machen" arbeiten die Sozialpartner auf Bundesebene daran, eine einheitliche Lösung zu finden, um besser ausgebildete Mitarbeiter auch besser entlohnen zu können.

Abschließend spricht Stefan Sternad noch eine Einladung an den Kärntner Gewerkschaftsbund-Vorsitzenden aus: "Im Sinne der regionalen Sozialpartnerschaft würde ich mich freuen, wenn wir uns zu einem Gespräch treffen, um uns über die gemeinsamen Ziele und über die Zukunft unseres Tourismusnachwuchses zu unterhalten."

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