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Stanley: "Das Zählen der Schäfchen bringt rein gar nichts"

25 Jahre unseres Lebens verbringen wir im Durchschnitt mit Schlafen. Neil Stanley, Schlafforscher aus England, erzählt, warum unzureichender Schlaf lebensgefährlich sein kann.

Schlafforschung, Neil Stanley
© Marion Lobitzer Auch gestresste Unternehmer sollten bei ihrer Zeiteinteilung nicht am wohlverdienten Schlaf sparen, rät der unabhängige Schlafforscher Neil Stanley.

Warum ist Schlaf für uns so wichtig?

Neil Stanley: Weil er lebensnotwendig und eine Grundvoraussetzung für unser Wohlbefinden ist. Erst wenn Ernährung, Bewegung und Schlaf übereinstimmen, ist der Mensch ausgeglichen.

Was passiert eigentlich während wir schlafen? 

Es gibt unterschiedliche Schlafphasen. Entscheidend für einen erholsamen Schlaf ist die Tiefschlafphase, in der es zu einer körperlichen Entspannung und Erholung des Immunsystems und Gedächtnisses kommt. Der Übergang vom Wach- zum Schlafzustand dauert etwa 15 Minuten. Wenn es in dieser Zeit nicht gelingt einzuschlafen, sollte man sich nicht zu viele Gedanken darüber machen. Das ruft Stress hervor und behindert eine erholsame Nachtruhe. Statt stundenlang im Bett zu liegen, ist es besser aufzustehen und sich zu beschäftigen.

Wie viel Schlaf braucht ein Erwachsener?

Die meisten Menschen schlafen zwischen sieben und neun Stunden täglich. Ob jemand ausgeschlafen ist, lässt sich damit nicht beantworten. Es gilt für jeden individuell: Wenn ich am morgen frisch und munter erwache, ist mein Schlafpensum erfüllt. 

Sie sagen, schlechter Schlaf kann lebensgefährlich sein?

Ja, das ist er auch, da sich unsere  Reaktionszeit verlängert und wir anfällig für Fehler sind. Vor allem für Menschen in Betrieben, die Maschinen bedienen, oder beim Autofahren kann das gefährlich sein. Langfristig gesehen leidet auch unsere Gesundheit und Psyche darunter und viele Krankheiten wie Depression stehen mit schlechtem Schlaf in Verbindung.

Was können wir tun, um die Schlafqualität zu verbessern?

Der Schlafraum sollte dunkel und ruhig sein und die Temperatur zwischen 16 und 18 Grad liegen. Frische Luft ist ebenso essenziell wie der Verzicht auf Handy, Laptop oder Fernsehen. Am Wichtigs­ten ist aber ein komfortables und größtmögliches Bett, da wir uns bis zu 60 Mal pro Nacht drehen. Die Breite des Bettes für zwei Personen sollte mindestens 180 Zentimeter betragen. Der Preis sagt allerdings nichts über die Qualität des Bettes aus und wir müssen bewusster kalkulieren – wenn wir 25 Cent pro Person und Nacht in unser Bett investieren, dann sind es auf zehn Jahre gerechnet 1825 Euro. 

Auch bei optimalen Schlafbedingungen dreht sich das Gedankenkarussell weiter.

Das ist wohl das häufigste Problem der Menschen, dass sie nicht zur Ruhe kommen können. Eine Wochenendausgabe der New York Times enthält heute mehr Informationen, als Menschen früher während eines gesamten Lebens aufnahmen. Digitale Medien ermöglichen es uns zusätzlich rund um die Uhr online zu sein und wir arbeiten weit über den Achtstundentag hinaus – das Abschalten fällt immer schwerer. Rituale wie Meditieren oder Lesen können helfen, den Körper auf den Schlaf einzustimmen. 

Ist Powernapping sinnvoll?

Ja, sehr sogar. Viele Unternehmen fördern ein Nickerchen, um die Produktivität ihrer Mitarbeiter zu steigern. 20 Minuten sollten aber nicht überschritten werden.

Wie schafft man in hektischen Zeiten eine Balance?

Gerade in stressigen Zeiten verfolgen Menschen einen ungesunden Lebensstil, schlafen wenig und ernähren sich ungesund. Das funktioniert, um sich kurzfristig zu pushen. Auf lange Sicht hat der Körper aber ein Schlafdefizit. So einfach es klingen mag – wir sollten auf unseren Körper hören und wenn wir müde sind schlafen gehen und an nichts denken – also bitte auch keine Schäfchen zählen. 

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