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In Launsdorf werden Diamanten zu Scheiben

Sie sind sechs bis 750 Millimeter groß und schärfen Werkzeuge für die Arbeit an den härtesten Materialien: Die Schleifscheiben der Molemab Inotech Schleifmittelindustrie GmbH in Launsdorf sind weltweit gefragt.

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© Peter Just Seit 25 Jahren im Betrieb: Gabi Nott und Wolfgang Frühwirt. „Ihr Know-how ist unser Wettbewerbsvorteil“, sagt Mario Schmied (Mitte).

Sie funkeln nicht wie ihre „echten“ Kollegen, die auf Schmuckstücken eingesetzt werden. Die Diamanten in den Schleifscheiben des Launsdorfer Unternehmens Molemab haben andere Vorzüge: Sie sorgen dafür, dass beispielsweise Fräswerkzeuge in CNC-Anlagen scharf bleiben.
„Unsere Scheiben sind Präzisionswerkzeuge“, so Geschäftsführer Mario Schmied. Und sie sind zum Großteil Einzelanfertigungen: Die durchschnittliche Losgröße beträgt 2,5 Stück. „Wir produzieren etwa 40.000 Schleifscheiben im Jahr. Oft versenden wir eine einzelne Scheibe um die halbe Welt.“ Dementsprechend hoch ist die Exportquote: Sie liegt bei über 80 Prozent – mit steigender Tendenz.

„Unser Markt ist weltweit. Launsdorf ist ein toller Standort, aber Kunden für Diamant-Schleifscheiben findet man hier keine“, lacht Schmied, der sich gerade für die Abfahrt zu einem potenziellen Kunden nach Deutschland bereit macht. Der persönliche Kontakt ist ihm wichtig, „und ich fahre auch deshalb zu neuen Kunden, weil wir verstehen wollen, was sie produzieren und wie sie es machen. Nur wenn wir das wissen, können wir die ideale Lösung für sie finden.“ Wer nämlich denkt, eine Schleifscheibe sei ein einfaches Werkstück, der irrt. Sie ist eine Komposition aus den unterschiedlichsten Korngrößen, Belagbreiten, Durchmessern und Bindungssystemen. „Die eigentliche Kunst besteht darin, zu wissen, welche Zusammensetzung man für die jeweilige Verwendung braucht“, erklärt Mario Schmied.

Das Know-how seiner Mitarbeiter sei deshalb auch das wichtigs­te Kapital des Unternehmens. „Erfahrung ist bei dieser Arbeit enorm wichtig. Wir helfen Kunden, effizienter zu arbeiten. Mit unseren Polierscheiben kann die Haltbarkeit eines Fräsers für die Aluminiumbearbeitung etwa verdoppelt werden. Das schaffen wir aber nur, wenn wir uns optimal auskennen.“

Um immer wieder Lösungen für neue Herausforderungen zu finden, hat das Unternehmen nicht nur in eine CNC-Anlage inves­tiert, auf der die Schleifscheiben getestet werden, sondern auch in ein Forschungslabor. „Dadurch sparen wir uns Zeit und sind flexibler. Wir schicken keine Proben an die Technische Universität, um Laboranalysen zu bekommen, sondern machen es selbst.“

Aktuell arbeiten 37 Mitarbeiter im Launsdorfer Werk, schon bald werden es 40 sein. Damit setzt das Unternehmen den Wachstumskurs der vergangenen drei Jahre fort, in denen der Umsatz um ein Drittel gesteigert werden konnte. „Wir haben außerdem vor kurzem auf Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt, um die Auftragsspitzen besser abdecken zu können“, erzählt Schmied. Sein Ziel für die nächsten Jahre: „Weiter wachsen, aber dabei flexibel und innovativ bleiben. Mit unseren individuellen Lösungen heben wir uns vom Mitbewerb ab.“


Wenn Schleifscheiben zu sprechen beginnen...

… steckt High-Tech dahinter. Seit kurzem stattet Molemab Schleifscheiben mit NFC-Chips aus.

Geschäftsführer Mario Schmied zückt sein Smartphone. Nach kurzem Tippen hält er es über die Schleifscheibe und schon beginnt es zu sprechen: Man erfährt vom Handy, wo und wann die Scheibe produziert wurde, welche Bezeichnung sie hat und andere relevante Daten. Möglich macht das ein Chip, der einen kontaktlosen Austausch von Informationen herstellt.

Auf die Idee sind wir gekommen, weil immer wieder Kunden bei uns angerufen haben, die eine bestimmte Schleifscheibe nachbestellen wollten. Oft war die Bezeichnung auf der Scheibe aber nicht mehr zu erkennen. Mit dem Chip geht es ganz einfach: Der Kunde erfährt innerhalb von Sekunden, welche Schleifscheibe er braucht.“ In Zukunft wird dieser NFC-Chip noch wesentlich mehr Einsatzmöglichkeiten haben: „Der nächste Schritt ist, dass der Chip mit der Anlage kommunizieren wird. Wir haben einen Kunden, der diese Funktion bereits nutzt. In den nächsten Jahren wird es weiter in diese Richtung gehen.“

Datenbrillen als Zukunftstechnologie

Und da das Launsdorfer Unternehmen immer einen Schritt voraus sein will, arbeitet es bereits an der nächsten Weiterentwicklung: Schon bald sollen die Scheiben mit Sensoren ausgestattet werden. Sie werden dem Anwender laufend Informationen über den aktuellen Zustand der Schleifscheiben übermitteln.

Damit wären wir auch schon beim nächsten Innovationsthema: Weil bei der Arbeit mit den Schleifscheiben enorm viel von der Einstellung der Maschinen und deren Handling abhängt, wird Molemab wohl demnächst „Hololens“ (Datenbrillen) an Kunden aussenden. „Momentan ist die Technologie noch zu teuer, aber schon bald wird es vom Finanziellen her kein Problem mehr sein. Dann werden wir über die Datenbrille sehen, was der Kunde sieht, und ihn von Launsdorf aus unterstützen können“, so Schmied. Auch für die Endkontrolle der Schleifscheiben sollen die Datenbrillen eingesetzt werden, dazu laufen bereits die ersten Tests im Unternehmen.


Interview mit dem Geschäftsführer, Mario Schmied

Mario Schmied, Molemab,Kärnten_Launsdorf_Schleifscheiben_Diamanten
© Peter Just Mario Schmied ist Geschäftsführer von Molemab in Launsdorf.

Wenn Sie einen Wunsch an die Politik frei hätten – welcher wäre das?

Molemab-Geschäftsführer Mario Schmied: Insgesamt wünsche ich mir weniger Bürokratie und mehr Zug zum Tor von der Politik. Das Ziel muss sein, mehr Arbeitsplätze in Kärnten zu schaffen. Dafür müssen wir die Indus­triebetriebe im Land halten. 

Wie leicht fällt es, Mitarbeiter zu finden?

Einen Mitarbeiter zu finden, ist nicht schwer. Aber einen zu finden, der ins Team passt und die Arbeit genau macht, ist schwieriger. Wir sind ein kleines Unternehmen, da müssen alle zusammenhelfen, sonst schaffen wir es nicht.

Sie sagen, Innovationen sind bei Schleifscheiben wichtig. Welche?

Da gibt es viele Themen. Es gibt beispielsweise immer wieder neue Materialien, mit denen unsere Kunden
arbeiten. Momentan ist das Schleifen von Keramik-Werkzeugen ein Thema für uns. Da muss man sich neu heran­tasten und Lösungen finden.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung für Ihr Unternehmen?

Eine große, wir arbeiten momentan am „Smart Wheel“, einer Schleifscheibe mit Sensoren. Die Lösung mit dem NFC-Chip verwenden wir seit eineinhalb Jahren. Wir haben das Glück, langjährige Erfahrungswerte mit neuen Ideen und Technologien kombinieren zu können, das macht unsere Arbeit spannend.

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