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Der Kampf wider der kulturellen Ödnis

Kärnten kann auf eine bunte und lebendige Kulturszene und eine breite Palette kultureller Angebote blicken. Doch wie lange noch? Längst ist der größte Teil der Kulturschaffenden von Unterstützung Dritter abhängig. Die Töpfe des Landes und der Gemeinden sind jedoch leer, weshalb oft nur Leuchtturmprojekte gefördert werden können. Einspringen im Bemühen, eine Monokultur zu verhindern, könnten kulturinteressierte Unternehmen, die der Verein „arsarea“ mit Künstlern und Kulturschaffenden zusammenbringen will.

Jutta Mitteregger und Kurt Knappinger stehen mit ihrer Kulturplattform noch am Anfang. Dennoch stehen bereits drei Pilotprojekte, bei denen die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur funktionieren kann, in den Startlöchern.
© arsarea Jutta Mitteregger und Kurt Knappinger stehen mit ihrer Kulturplattform noch am Anfang. Dennoch stehen bereits drei Pilotprojekte, bei denen die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur funktionieren kann, in den Startlöchern.

Die kulturelle Vielfalt in Kärnten bunt und breit zu halten, ist ein hartes Brot. Denn viele kleine Kulturbetriebe kämpfen um das finanzielle Überleben. Oft geht es nur um einen Zuschuss von 1.000 Euro um den Betrieb am Laufen zu halten und das Angebot auch für zukünftige Generationen zu sichern. Land und Gemeinden haben bei der breiten Kulturförderung längst ihre Grenzen erreicht. Zu angespannt ist die finanzielle Lage, um jeder Produktion auf Kärntens Bühnen unter die Arme greifen zu können. Auch die europäische Kulturförderung kommt selten zum Tragen. Zu umständlich ist das Meistern der bürokratischen Hürden, zu zeitaufwendig das Ausfüllen unzähliger Formulare und Ansuchen. Der Weg zu Förderungen ist deshalb vielen Kulturbetrieben von Beginn an verlegt.

Das Kulturgewissen der Wirtschaft wecken
Dort setzen Jutta Mitteregger, von Haus aus Kulturmanagerin, und Kurt Knappinger an und zielen auf das kulturelle Gewissen von Unternehmen in Kärnten. Ihre Idee ist es, heimische Firmen mit Kunst- und Kulturschaffenden zu verbinden und so die Finanzierung der Vielfalt zu erhalten. Als Vehikel zum Erreichen dieses Ziels haben Mitteregger und Knappinger den Verein „arsarea“ gegründet, der sich als Mittler zwischen Förderer und Geförderten und als Verteilungsinstanz der eingegangen Mittel sieht. „Der Einstieg in das Kultursponsoring ist bei unserem Konzept mit niedrigen Hürden verbunden. Bereits mit 500 Euro kann ein Unternehmen einen wertvollen Beitrag leisten und ein Kulturprojekt ermöglichen“, so Mitinitiator Kurt Knappinger.

Eine Gesellschaft ohne Kultur ist keine Gesellschaft
Das Interesse der Wirtschaftswelt zu wecken ist die Hauptaufgabe und zugleich der schwierigste Teil. „Wichtig ist, erstmal ein Bewusstsein für die Bedeutung der Kultur bei den Unternehmen zu wecken“,  bringt Mitteregger den ersten zu erreichenden Checkpoint auf den Punkt, „denn auch ein Wirtschaftsstandort definiert sich über die Auswahl an kulturellen Möglichkeiten und Angeboten. Sind diese nicht vorhanden oder nur ungenügend vorhanden, ist ein Bundesland weniger interessant für Unternehmen.“ Die Arbeit des Duos ist dabei durchaus emotional geprägt, um die potenziellen Geldgeber von der Dringlichkeit ihres Engagements zu überzeugen. Schon heute ist eine deutliche Abwanderungsbewegung der Kunstschaffenden in die kulturellen High-Performance-Gebiete in Niederösterreich, Wien und Oberösterreich zu beobachten, da dort die Kulturförderung von staatlicher Seite aus gesichert ist.

Das Licht der Leuchttürme über Kärnten
Jutta Mitteregger und Kurt Knappinger stehen mit ihrer Kulturplattform noch am Anfang. Dennoch stehen bereits drei Pilotprojekte, bei denen die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur funktionieren kann, in den Startlöchern - das Klagenfurt Ensemble, die Musical Factory und die Kärntner Kindermalschule. Knappinger: „Natürlich möchten wir so viele Kulturprojekte wie möglich unterstützen. Ob und in welcher Höhe gefördert wird, entscheidet eine unabhängige Jury egal, ob es sich um bildende Kunst, ein Musical oder ein Theaterprojekt handelt.“ Ein wesentliches Kriterium für die Förderung ist für die Macher, dass das Projekt komplett aus der Hand des Kulturbetriebes stammt, der eine Förderung beantragt hat. „Unternehmen haben im Grunde zwei Möglichkeiten, Projekte zu unterstützen. Zum einen ist eine direkte Förderung eines bestimmten Projekts möglich. Und zum anderen können Unternehmen ohne Projektbindung spenden. Das Geld fließt dann in einen Topf und wird von unserer Fachjury auf die einzelnen Bewerber verteilt“, hebt Jutta Mitteregger die Flexibilität ihres Konzepts hervor.

Teilhaben statt schnöder Spende
Interessierte Unternehmen können sich direkt an den Verein „arsarea“ wenden und sich nach den Möglichkeiten der Kulturförderung erkundigen. „Wenn wir mit einem Unternehmen in Kontakt treten, dann nicht anonym per E-Mail oder Brief, sondern persönlich. Wir wollen, dass sich die Firmen in den Projekten wiederfinden und bei Interesse engagieren können“, so Knappinger. Neben obligatorischen Kartenkontingenten, die Unternehmen für ihre Unterstützung erhalten, haben sie auch die Möglichkeit, einen Blick hinter die Bühne zu werfen, die Akteure kennenzulernen und mehr über das jeweilige Projekt zu erfahren.

Die große Frage nach dem Warum
Eine große Frage bleibt jedoch: Die nach dem Nutzen den Unternehmen aus dem Kultursponsoring ziehen. Die Antwort ist ungewöhnlich emotional und leuchtet ein: „Kultur ist das Spiegelbild einer Region. Findet kein Kultursponsoring mehr statt, verschwindet die bunte Vielfalt und viele Kulturinstitutionen können zusperren. Kärnten würde einen Teil seiner Identität verlieren und bis auf wenige Großprojekte wäre der kulturelle Betrieb gestorben“, zeichnet Knappinger ein düsteres Bild. „Neben der wirtschaftlichen Kraft macht das kulturelle Angebot die Attraktivität eines Bundeslandes aus. Deshalb sollte Unternehmen ein stimmiges Gesamtpaket wichtig sein. Das lockt Menschen ins Land und verhindert, dass andere Kärnten verlassen. „ Denn Kultur ist definitiv kein 'Luxusgut' auf welches man notfalls verzichten kann und darf“, so Mitteregger. 

Rückfragen:
Kurt Knappinger
Dorfstraße 1
9300 Frauenstein/Treffelsdorf
M 0699 19494801
E kk@arsarea.at
W www.arsarea.at


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