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Friede fördert die Wirtschaft

Eine Wirtschaftsmission führte Kärntner Unternehmen zwischen Tourismus, Kunsthandwerk, Industrie und Biomasse nach Kolumbien.

Die Kärntner Delegation im Ministerium für Digitalisierung in Bogota, Kolumbien.
© Elisabeth Nachbar Die Kärntner Delegation im Ministerium für Digitalisierung in Bogota, Kolumbien.

„Auf 2600 Metern Seehöhe ist man dem Himmel ein Stück näher – sagen die Bewohner der kolumbianischen Hauptstadt Bogota“, erzählt Hans-Jörg Hörtnagl, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Kolumbien. Zehn Millionen Menschen leben im Ballungsraum der Großstadt. Transportiert werden sie in Bussen oder man geht zu Fuß. „Im Masterplan Transporte Intermodal 2015-2035, der Infrastruktur-Einkaufsliste der Regierung, steht eine Metro ganz weit oben. Für österreichische Unternehmen eine der vielen Möglichkeiten am kolumbianischen Markt Fuß zu fassen“, sagt Hörtnagl. Bei einer Wirtschaftsmission trifft er auf Kärntner Unternehmen, die sich den Zukunftsmarkt Lateinamerika nicht entgehen lassen möchten. Unter der Leitung von WK-Präsident Jürgen Mandl und Meinrad Höfferer, Leiter der WK-Außenwirtschaft und EU, erkundeten die heimischen Unternehmen neben Mexiko City und Guadalajara in Mexiko die kolumbianischen Millionen-Städte Bogota und Cali.


WK-Außenwirtschafts-Chef Meinrad Höfferer, WK-Präsident Jürgen Mandl mit dem Wirtschaftsdelegierten in Mexiko Friedrich Steinecker.
© Elisabeth Nachbar WK-Außenwirtschafts-Chef Meinrad Höfferer, WK-Präsident Jürgen Mandl mit dem Wirtschaftsdelegierten in Mexiko Friedrich Steinecker.


Zwar wartet die Bevölkerung Mexikos noch auf den von der scheidenden Regierung prophezeiten „Mexican Moment“ mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als 5 Prozent, der Markt entwickelt sich aber stabil. „Die österreichischen Exporte nach Mexiko sind 2017 um 17 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Mexiko gehört damit zu den Top-25-Exportmärkten,“ sagt Friedrich Steinecker, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Mexiko City. Attraktive Lohnkosten, die starke Verflechtung mit den USA, die boomende Autoindustrie, eine gute Tourismusbilanz sowie zahlreiche Freihandelsabkommen machen Mexiko zu einem spannenden Wirtschaftspartner. Steinecker: „Die Mexikaner sind jung und dynamisch – und so präsentiert sich auch der Markt.“ 

Von Mexiko nach Kolumbien

Weiter im Süden liegt Kolumbien, der wirtschaftliche Musterschüler in Lateinamerika. 2019 soll das Wirtschaftswachstum immerhin bei 3,4 Prozent liegen. „Aus Kärnten ist vor allem Know-how gefragt“, weiß auch WK-Präsident Jürgen Mandl, der selbst seit Jahren nach Südamerika exportiert. Nach 50 Jahren Bürgerkrieg ist das Land im Aufschwung. Besonders die ländlichen Regionen können sich im Friedensprozess mithilfe von Steuerreformen und Landreformen entwickeln. „Die politische Sicherheit bringt Investitionen“, erklärt Hörtnagl. „Neben zahlreichen multi- oder bilateral finanzierten Entwicklungsprojekten werden vermehrt auch Unternehmensinvestitionen folgen.“ Abhängig werde die weitere Entwicklung von der Präsidentschaftswahl Ende Mai sein.

Grünes Wachstum in Kolumbien

Enorme Entwicklungen erwartet der Wirtschaftsdelegierte im Tourismus und Agrarbereich. Potenziale sieht in diesem Bereich auch Managementcoach Maria Radinger, die interkulturelle Trainings im Tourismus im gesamten DACH-Raum anbietet. Auf der Wirtschaftsmission suchte sie vor allem nach einem Einblick in die Geschäftskultur. Radinger: „Die New Generation tickt hier ähnlich wie in Österreich. Eine neue Kultur näher kennenzulernen ist immer eine Bereicherung.“ Digitalisierung und Smart Cities stehen hier genauso auf der Agenda wie in Europa. „Anfänge sind da, Kärntner Know-how ist dabei gefragt“, erklären die Projektentwickler Walter Prutej und Wolfgang Gruber.


In der Hero-Fabrik in Cali, Kolumbien, sahen sich die Kärntner Unternehmen Produktions-Standorte an.
© Elisabeth Nachbar In der Hero-Fabrik in Cali, Kolumbien, sahen sich die Kärntner Unternehmen Produktions-Standorte an.


Derzeit findet man 35 österreichische Niederlassungen und 250 Vertretungen in Kolumbien, besonders in den Bereichen Pharma, Energie, Infrastruktur, Minen, Autoindustrie und Maschinenbau. In Sachen Energie herrscht in Lateinamerika Aufholbedarf. 67 Prozent der kolumbianischen Exporte sind Rohstoffe, darunter auch Erdöl. „In sechs bis sieben Jahren kann damit gerechnet werden, dass das Erdöl ausgeht. Spätestens dann muss eine Alternative her“, betont Hörtnagl. Österreichische Energie-Experten, besonders aus dem Solar-, Photovoltaik- oder Biomasse-Bereich, sind nun Nutznießer. „Wir stehen hier am Anfang. Für erneuerbare Energie sind Kolumbien und auch Mexiko aber sehr offen“, sagt Gerhard Kraft von Kohlbach Energieanlagen. Aktuell beschränken sich die Exporte weitestgehend auf Rohstoffe, allen voran Kaffee und Kohle. „Kolumbien ist auf dem Weg Mitglied der OECD zu werden“, erklärt Hörtnagl. Durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erhoffe man sich optimale Wirtschaftsentwicklung, hohe Beschäftigung und einen steigenden Lebensstandard.

Breites Feld an Kärntner Know-how gefragt

Persönliche Beziehungen und Kontakte seien in Kolumbien sehr wichtig, so der Wirtschaftsdelegierte. Durch die Wirtschaftsmission sei für viele der erste Schritt getan. „Wir begleiten die Unternehmen vor, während und nach dem Eintritt in einen neuen Markt“, erklärt auch Meinrad Höfferer von der Außenwirtschaftsabteilung der WK-Kärnten. Die Chancen für Kärntner Unternehmen sieht er positiv. Höfferer: „In den Bereichen Verkehrs-Infrastruktur, Urban Technologies, Abfallwirtschaft, Umwelttechnologie, Agrar- und Energiewirtschaft, Medizintechnik und Tourismus ist Kärntner Qualität gefragt.“ Aber auch für Kunsthandwerks-Fan Ingun Kluppenegger, Chefin vom Klagenfurter „Fachl“, gibt Lateinamerika viel her: „Abseits der Industrie, lebt hier das Kunsthandwerk. Die Menschen sind sehr offen auf uns zugegangen.“

 

Elisabeth Nachbar, Bogota


Mehr von der Wirtschaftsmission Mexiko & Kolumbien:

Mexiko-Nachbericht

Wirtschaft fördert Hilfsprojekt in Kolumbien



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