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Sie vernetzen ganz Kärnten mit Energie

Als grünes Unternehmen versorgt die Kelag ihre Kunden zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft und Ökoenergie. Als nachhaltig agierender Energiedienstleister nimmt der Konzern seine Abläufe stets kritisch unter die „Nachhaltigkeits-Lupe“.

Kelag Kärnten
© KK/Kelag Mit Strom auf das Gaspedal drücken: Der E-Mobilität steht auch in Kärnten eine rasante Entwicklung bevor. Aktuell hat die Kelag 420 Autostrom-Verträge, die Tendenz ist steigend.

Ohne Strom, Gas und Energie geht heutzutage gar nichts mehr. Der Schranken zum Firmenparkplatz öffnet sich nicht, das Zeiterfassungssystem steht still, die Computer lassen sich nicht hochfahren und auch die Heizung bleibt kalt. Dass das nicht geschieht – dafür sorgt der Kelag-Konzern Tag für Tag. Wer in die Chefetage gelangen möchte, hat dazu drei Möglichkeiten. Ganz stromlos und mit eigener Kraft, also per pedes. Oder mit dem Lift. Und da gibt es gleich zwei „Stromanbieter“. Einen herkömmlichen Aufzug oder den Paternoster. Zweiterer, seit 1970 in Betrieb, fährt wie ein Ringelspiel im Kreis und bringt einen in 105 Sekunden vom Erdgeschoß in den neunten Stock. Dort, hoch oben in der „Schaltzentrale“, führen seit dem Jahr 2015 Armin Wiersma und Manfred Freitag gemeinsam die Vorstands-Geschäfte und bli­cken positiv in die Zukunft des Konzerns. 

1923 als „KÄWAG“, Kärntner Wasserkraftwerke Aktiengesellschaft, gegründet, erfolgte im Jahr 1937 die Umfirmierung in „Kelag“, die Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, und die Eintragung ins Handelsregister. In den ersten Jahren zählte das Unternehmen um die 46 Mitarbeiter, 18 Transformatorstationen versorgten zu Beginn in Kärnten 68 Ortschaften mit Licht- und Kraftstrom. „Die Eigenstromerzeugung betrug damals 2,4 Millionen Kilowattstunden“, sagt Manfred Freitag. Heute sind es unter anderem 71 Wasserkraftwerke, fünf Windparks und elf Photovoltaik-Anlagen, die jährlich mehr als 3000 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. „Die Kärntner Haushalte benötigen etwa ein Viertel des in Kärnten verbrauchten Stroms, den weitaus größeren Teil die Industrie- und Gewerbekunden“, erklärt Armin Wiersma, der wie Manfred Freitag stets den Blick in die Zukunft richtet: „Wir versuchen die Veränderungen am Markt zu analysieren und daraus dann möglichst auch Chancen für uns zu sehen und mit entsprechenden Produkten am Markt zu realisieren.“

Apropos Veränderung: Wie hoch die Identifizierung der Kunden mit dem Kärntner Leitbetrieb ist, stellten diese vor einigen Jahren, als das Kelag-Jahrbuch samt Kalender eingestellt wurde, unter Beweis. Hunderte Beschwerde­anrufe brachten die Telefonleitungen zum Glühen. Statt des Büchleins, unter Sammlern auch gerne „Kärntner Brockhaus“ genannt, wird seither ein Kalender aufgelegt.

Positiver Ausblick

Der Konzern sieht, was die momentane Entwicklung angesichts der Geschwindigkeit in der digitalen Veränderung betrifft, herausfordernden Zeiten entgegen. Wiersma: „Die neuen Themen, die künftig passieren, nehmen wir produktiv auf, analysieren sie und setzen sie zielgerichtet um.“ Wie etwa den Zukunftsmarkt Breitband, der vor allem Unternehmen zugutekommen soll. „Die Kelag verfügt über 2000 Kilometer Glasfaserleitungen, die wir bisher vor allem für den Betrieb der Kraftwerke eingesetzt haben. Nun haben wir freie Kapazitäten dem Markt bereitgestellt“, erzählt Freitag. Das Angebot dieser ultraschnellen Leitungen, die bis zu 50  Mal schneller als ein herkömmlicher Anschluss mit Kupferleitung sind, ist vor allem für Indus­trie, Gewerbe, Kommunen oder Schulen gedacht.

Dass die Energiezukunft künftig grün, digital und auch elektrisch sein wird, davon sind beide überzeugt. In puncto E-Mobilität sieht sich die Kelag als unabhängiger Partner aller E-Mobilitäts-Interessierten.“ Freitag: „Wenn wir es mit dem Klimaschutz im Straßenverkehr ernst meinen, dann führt am E-Auto kein Weg vorbei.“


Interview mit den Kelag-Vorständen Manfred Freitag und Armin Wiersma

Kelag Kärnten
© KK/Kelag Armin Wiersma.
Kelag Kärnten
© KK/Kelag Manfred Freitag.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Wiersma: Nachhaltig zu wirtschaften im Sinne von wirtschaftlicher Stabilität, Versorgungs­zuverlässigkeit, preiswerter Energiebereitstellung, Klimaschutz unter Wahrnehmung der Verantwortung und selbstverständlich aufgeschlossen sein für etwas Neues.

Wie bringt sich die Kelag in ihre Region ein?

Freitag: Regionale Wertschöpfung ist für uns ganz etwas Wesentliches. Kommend von der Erzeugung und vom Verteilnetz, das sich auf Kärnten konzentriert, sind wir mittlerweile überregional tätig, aber immer kerngeschäftsnahe.

Was sind die größten Gefahren für ein Unternehmen?

Freitag: Wir sprechen nicht von Gefahren, sondern von Chancen. Wenn ich etwas als Gefahr tituliere, gehe ich als Unternehmen in Deckung oder bin in einer passiven Reaktionshaltung. Es ist alles eine Chance.

Wiersma: Was nicht ganz glücklich ist, ist das Thema der Über­regulierung. Unternehmen brauchen Marktchancen und Anreize, um investieren zu können. Die Überregulierung ist ein Problem für das Unternehmertum im Allgemeinen.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Freitag: Enkeltauglichkeit.

Wiersma: Glaubwürdigkeit und Fairness. Das sind ethische Werte, die man im Unternehmen und auch gegenüber den Kunden leben muss.

Ihr Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Freitag: Rahmenbedingungen zu schaffen, die es uns ermöglichen, im Sinne der Kunden unsere Aufgaben auch in Zukunft mit der gleichen Qualität zu erfüllen. 

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