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Vollenweider: "Der Mensch wird seine Rolle nicht verlieren"

Wie das Zusammenspielen von Mensch und Maschine bei Datenanalyse-Projekten funktionieren kann, erklärt Datenanalyst Marc Vollenweider.

Marc Vollenweider, Evalueserve, Digitalisierung, Mind, Maschine
© KK/Evalueserve Marc Vollenweider weiß: Eine kritische Beurteilung der gegenwärtig verfügbaren Technologie zeigt, dass die Bäume bei weitem nicht so schnell in den Himmel wachsen, wie oft kommuniziert wird.

Sie haben 2015 den Begriff „powered by mind+machine“ eingeführt. Was kann man sich darunter vorstellen?

Marc Vollenweider: Wir sind nach vielen Jahren der Zukunftsversprechen definitiv im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und Big Data angekommen. Während der Nutzen und die Ausbreitung der neuen Technologien unbestritten sind, schwappt der Hype wieder einmal über. Viele haben die Vision, dass der Mensch einmal überflüssig wird.

Der Mensch wird also weiterhin eine Rolle spielen?

Ich glaube nicht, dass der Mensch seine Rolle verlieren wird. Das wird noch sehr lange nicht der Fall sein. Wohl aber muss man Maschinen einsetzen, um die Menschen zu unterstützen. Der Mensch muss lernen, mit Maschinen umzugehen, und diese müssen viel stärker an den Menschen angepasst werden, als dies bisher der Fall ist. Wir sprechen daher von „mind+machine“ als optimale Lösung. Wie viel „mind“ und wie viel „machine“, das hängt vom zu lösenden Problem ab.

Gehen so nicht auch Arbeitsplätze verloren?

Das ist die klassische Frage. Eine Studie in der Schweiz hat gezeigt, dass durch die Automatisierung zusätzliche 70.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Man wurde dadurch wettbewerbsfähiger und bekommt mehr Aufträge. Natürlich heißt es auch, dass Mitarbeiter einen Veränderungsprozess durchlaufen und ihre Fähigkeiten dementsprechend an-passen und ausdehnen müssen.

Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen gemacht?

Unsere Mitarbeiter sind durch die Technologie rund 30 bis 50 Prozent produktiver als sie es ohne Technologie wären. Sie machen wesentlich intelligentere Tätigkeiten und müssen nicht mehr irgendwelche Daten heraussuchen. Das erledigt jetzt ein Workflow-System. 

Wie sehen Sie die Zukunft hinsichtlich der Arbeits­prozesse?

Ich bin auch nicht naiv zu glauben, dass etwa dort, wo repetitive, also ständig wiederkehrende Arbeit geleistet wird, nicht mehr so viele Mitarbeiter gebraucht werden. Generell ist die Wirtschaft und auch die Bildung gefordert, den Leuten die richtigen Fähigkeiten zu geben, dass sie sich weiterentwickeln können. 

Wird dieser Prozess nicht einmal zu Lasten der kleinen Firmen gehen?

Nein. Als Kleinstfirma ist man heutzutage in der Lage, innovative Lösungen schnell auf den Markt zu bringen. Große Firmen haben oft den Nachteil, dass sie zu komplex sind.

Wie müssen sich nun Mensch und Maschine weiter­entwickeln?

Jeder Arbeitsablauf wird einen optimalen Mix von „mind“ und „machine“ erfordern. Menschen werden im kreativen Design und der Implementation von Problemlösungen sowie in der Entscheidungsfindung auf sehr lange Sicht ihre Rolle behalten und sogar stark ausbauen. Rein repetitive oder regelbasierte Arbeiten werden aber mittelfristig von halb-intelligenten Maschinen übernommen oder zumindest unterstützt werden, was die Arbeit für die Menschen wieder interessanter macht. Die Menschen müssen sich auf diese zukünftige Arbeitswelt einstellen, was große Änderungen in der Schulbildung und in der Arbeitswelt erfordern wird. Verknüpfung wird die Regel sein. Die erforderlichen Veränderungen werden massiv sein, sowohl beim Menschen als auch bei den Maschinen.

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