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Van de Laar: "Authentizität ist das höchste Gut"

Julius van de Laar war zwei Jahre lang hauptamtlicher Wahlhelfer von Barack Obama. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen einer der innovativsten und revolutionärs­ten Kampagnen aller Zeiten und erklärt, wie man im Authentizität transportieren kann.

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© KK/Kärnten Werbung „Wer mit der Authentizität bricht, wird heutzutage eklatant bestraft“, sagt Marketing-Experte Julius van de Laar.

Wie hat man als Touristiker die Nase vorne?

Julius van de Laar: Wir hören sehr viel über Digitalisierung, über Taktik und unterschiedliche Maßnahmen. Man muss im Internet präsent sein und man muss im Internet auch gefunden werden. Man muss sich richtig präsentieren. Natürlich muss aber auch das Angebot stimmen. Ich glaube, dass ist ganz offensichtlich. Darüber hinaus ist es heutzutage sehr wichtig, dass man für etwas Konkretes steht. Das Wichtigste aber ist, dass man authentisch ist.

Können Sie ein Beispiel ­nennen?

Authentizität ist das höchste Gut, auch in den letzten Wahlkämpfen. Wenn ich zurück auf den US-Wahlkampf blicke, dann hat man gemerkt, dass das Vertrauen in Hillary Clinton deutlich gelitten hat. Die Leute haben Hillary Clinton nicht vertraut und sie un­authentisch wahrgenommen. Das war einer der Hauptgründe, dass sie es nicht geschafft hat, eine Verbindung mit den Wählern aufzubauen. Authentizität ist einer der maßgeblichen Aspekte und ist noch wichtiger als das Marketing selbst. Ich glaube, dass Marketing eine authentische Botschaft unproportional ins Maximum transportieren kann. Ohne eine authentische Botschaft und einen authentischen Absender wird das beste Marketing jedoch niemals helfen.

Sie haben den US-Wahlkampf begleitet und versucht, unentschlossene Wähler zu mobilisieren. 

Die beiden Kampagnen des Wahlkampfes für Barack Obama waren sehr unterschiedlich. Mobilisierung war einer der wesentlichen Aspekte für uns. Wir wussten sehr genau, wer unsere Wähler sind und wen wir aktivieren mussten.

Wie hält es sich hier mit dem Datenschutz?

Viele der Daten, die wir verwendet haben, waren zugänglich. Es gibt in den USA andere Datenschutz­bestimmungen als bei uns. Jede Kampagne verfügt über eine eigene Datenbank von 250 Millionen Wählerdaten mit vielen relevanten Informationen über die Zielgruppe. So etwas ist bei uns unvorstellbar. Die Medienwelt hat sich in den beiden Wahlkämpfen rasant geändert. Das was 2008 state of the art war, war 2012 schon komplett überholt. Twitter war etwa noch gar kein Thema.

Welche Strategie zieht etwa, um unentschlossene Urlauber nach Kärnten zu ziehen?

Mobilisierung entsteht durch Emotion. Emotion durch Empathie. Um Empathie zu erzeugen, müssen wir die harten Zahlen, Daten und Fakten wieder in Geschichten, die das tägliche Leben widerspiegeln, einbetten. Wie wird jemand überzeugt? Wir können uns wünschen, dass das ab­solut rationale Entscheidungen sind. Fakten sind essenziell. Was kostet mich eine Nacht, wie zentral ist das Hotel gelegen oder welches Frühstück bekomme ich. Aber schlussendlich geht es darum, welches Gefühl bei mir freigesetzt wird, wenn ich endlich das habe, was ich mir wünsche. Kann das Hotel oder der Destinationsanbieter mir dieses Versprechen wirklich erfüllen? Es können immer alle das Blaue vom Himmel versprechen. Wenn ich Fotos habe, die das schönste Zimmer und
die weichsten Kopfkissen versprechen, es aber in Wirklichkeit nicht so ist – so etwas wird heutzutage eklatant bestraft. Jeder hat heute die Möglichkeit, sich einzuloggen, eine Rezension zu schreiben und den anderen Bescheid zu sagen. 

Wie kann man Authentizität via Social-Media-Kanälen transportieren?

Gute Texte sind Gold wert. Wir leben in der Welt, in der die meis­ten Leute sich drei Sekunden Zeit nehmen, um zu entscheiden, ob sie konsumieren oder eben nicht. Bewegende Bilder sind entscheidend. Insbesondere die Story-Funktion der Sozialen Medien ist gut. Jeder von uns will heutzu-tage Glück sehen, aber nicht jenes aus der Konservendose. Ich muss eine Geschichte visualisieren können, nur so können Empathie und Emotion entstehen.

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