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Schramböck: "Das Mittelfeld darf uns nicht genügen"

Von der Digitalisierung bis zum Bürokratieabbau: Neo-Wirt­schafts­ministerin Margarete Schram­böck im Interview über ihre Pläne für den Standort Österreich.

Margarete Schramböck
© KK/Christian Lendk Die Tirolerin Margarete Schramböck wechselt vom ­Telekom-Management an die Spitze des Wirtschafts­minis­teriums.

Sie haben jahrelange ­Management-Erfahrung. Was hat Sie dazu bewogen, in die Politik zu wechseln?

Margarete Schramböck: Ich möchte meine Erfahrung in der Telekom- und IT-Branche aktiv in Österreich einbringen. Ich habe ja 15 Jahre Unternehmen geleitet und habe vieles gesehen, das man anders machen kann. Wenn man gefragt wird, gilt es Ja zu sagen. Zusätzlich passen die Themen Digitalisierung und Wirtschaftsstandort perfekt zu meinen Kompetenzen. 

Nach knapp zwei Monaten im Amt: Wie fällt ihr erstes Resümee als Ministerin aus?

In Unternehmen ist der Wirkungsbereich abgeschlossener, dadurch ist es auch klarer und einfacher zu entscheiden. In der Politik sind die Auswirkungen viel breiter. Meine Hauptmotivation ist es, für Österreich etwas voranzubringen. 

Welche Schwerpunkte möchten Sie künftig setzen?

Ich sehe uns als Dienstleister für alle Bürger und als Schnittstelle zu anderen Ministerien. Die neue Ressortstruktur bedient mit der Digitalisierung ein Zukunfts­thema. Es gilt zu vermitteln, dass die Chancen hier größer als die Gefahren sind, und wir müssen unsere Betriebe sowie Mitarbeiter bestmöglich auf den digitalen Wandel vorbereiten. Zweites Ziel ist, den Wirtschaftsstandort Österreich wieder nach vorne zu bringen. Jedes Unternehmen, vom Start-up, über KMU bis zum Großkonzern, soll in seiner täglichen Arbeit entlastet werden. Das Mittelfeld darf uns nicht genügen, daher wollen wir Inves­titionen und Aufträge ins Land holen. 

Wie wollen Sie diese Ent­lastung konkret erreichen?

Wir müssen die Abläufe für Bürger und Betriebe vereinfachen. Diese machen im Jahr 230 Millionen Meldungen an den Staat und beantworten dabei im Durchschnitt 55 Fragen. Das kos­tet Zeit und Geld, in Summe 4,3 Milliarden Euro. Das werden wir reduzieren und entrümpeln.

Bleiben wir beim Thema Überregulierung. Diese ist ja vielen Betrieben ein Dorn im Auge, wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen?

Die Unternehmen müssen sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können, nämlich ihr Geschäft. Die Bürokratie macht das Leben kompliziert, wir wollen es mit der Digitalisierung wieder einfacher machen. Wir müssen unsere Betriebe fit für diese neuen Zeiten machen, damit sie von der Digitalisierung profitieren und nicht die Konkurrenz. 

Was braucht es noch, um den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken?

Was uns im Standortvergleich zurückgeworfen hat, waren Bürokratie, hohe Abgaben und unflexible Arbeitszeiten. Da gilt es anzusetzen. Wir wollen die duale Berufsausbildung vorantreiben und starten 2018 eine Fachkräfteoffensive mit 13 völlig neuen Lehrberufen.

Gerade die Debatte um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten ließ die Wogen hoch-gehen. Was entgegnen Sie den Kritikern?

Tatsache ist, dass erfolgreiche Unternehmen mit ihren Mitarbeitern gemeinsam neue Formen der Arbeit suchen und vereinbaren wollen. Die Maximalarbeitszeit verändert sich ja nicht. Es wird auch Beschäftigte geben, die ihre Wochenarbeitszeit grundsätzlich lieber von Montag bis Mittwoch oder vielleicht Donnerstag absolvieren und den Rest der Woche für die Familie oder Weiterbildung nützen wollen. Diese Vereinbarungen sollen gemeinsam mit der Personalvertretung erfolgen.

Die Kammern sind im Wahlkampf zum Teil massiv unter  Kritik geraten. Wie ist ­Ihre Position dazu und wie soll die Zusammenarbeit hier künftig ausschauen?

Ich finde die Pflichtmitgliedschaft gut, es muss aber das Preis-Leis­tungs-Verhältnis passen. Hier sind die Sozialpartner mit Ideen gefordert. Es geht vor allem um Bürgernähe und effiziente Strukturen.

Wie weit wollen Sie die ­Sozialpartner in Ihre Arbeit einbeziehen?

Ich will mit den Sozialpartnern durchaus zusammenarbeiten, weil sie ein wichtiger Partner für die Bundesregierung sind. Wie in jedem Betrieb muss es hier ein konstruktives Miteinander, nicht ein Gegeneinander geben. 

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