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Holzer: "Konfliktfähigkeit ist eine Frage der Arbeitskultur"

Wer etwas verändern will, braucht Mut, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Dafür bricht Berater Peter Holzer eine Lanze, denn der Schmusekurs in Unternehmen und der Gesellschaft könne auf Dauer nicht zum Erfolg führen.

Holzer Peter_Interview_Führung_von KK Foto Vogt GmbH
© IDG/Vogt GmbH Peter Holzer rät Unternehmen, Konflikte offen anzugehen – mit der nötigen Portion Respekt und Vertrauen.

Sie kritisieren, dass unschöne Wahrheiten häufig nicht angesprochen werden. Warum wird so häufig der Schmusekurs eingeschlagen?

Peter Holzer: Menschen, die Klartext reden, sind leider in der Minderheit. Die meisten sind konfliktscheu und haben dafür auch gute Gründe: Höflichkeit, Respekt, die Meinung „das macht man nicht“ bis hin zur Absicherung der eigenen Karriere. Denn der Überbringer heikler Botschaften wird – leider auch heute noch – sanktioniert.

Warum ist es wichtig, ­Klartext zu sprechen?

Klartext dient dazu, etwas zu verbessern. Plattes Beispiel: Ihr Hosenstall ist offen und Sie merken es nicht. Dann ist der Hinweis des Kollegen vielleicht peinlich, aber er dient dazu, dass Sie den Missstand beheben können. Klartext hilft, das Kind beim Namen zu nennen und nicht um den heißen Brei zu reden. Allen Beteiligten nutzt es schließlich nichts, wenn am Ende des Gesprächs keiner weiß: War das jetzt eine gute oder schlechte Nachricht?

Was passiert in einem Unternehmen, wenn eben dieser Klartext fehlt?

Die Menschen verschwenden ihre Lebenszeit. Es werden sinnlose Aktivitäten verfolgt, Projekte laufen unnötig ins offene Messer, die Menschen ärgern sich zu Hause über nervende Verhaltensweisen der Kollegen, statt mit dem Ehepartner den Abend zu genießen. Es breiten sich „political correctness“, Weichspüler und Pseudo-Harmonie aus. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis so ein Unternehmen ernsthafte Probleme bekommt.

Was muss man tun, wenn man etwas verändern will?

Konfliktfähigkeit ist eine Frage der Arbeitskultur in einem Unternehmen. Um die zu ändern, müssen sich die Führungskräfte – inklusive Vorstand – ändern. Damit Konflikte offen angegangen werden, braucht es zwei Dinge: Erstens Respekt. Heißt, den andere in seiner Souveränität anzuerkennen, dass er anders ist, denkt und handelt. Zweitens Vertrauen. Wie offen geben Sie Fehler zu? Wir brauchen ein Vertrauen, in dem Menschen Unzulänglichkeiten mit anderen teilen. Dass es normal ist, jemanden um Rat oder Hilfe zu bitten. Vertrauen und Respekt bilden dann die Grundlage, damit Menschen offener mit Konflikten umgehen.

Wie kann man den Mut aufbringen, mit starker Stimme für seine Ziele einzustehen?

Zunächst braucht man erstmal klare Ziele. Was will ich eigentlich erreichen? Was sind meine Top-
Prioritäten? Beim Mundaufmachen bietet sich dann der Leitsatz „Choose your battles“ an. Heißt:
Nicht ständig und überall die Stimme erheben, sondern dort, wo es drauf ankommt. Sonst wird
man statt eines konstruktiven Verbesserers schnell zum ungeliebten Nörgler. Den Mut, den Mund aufzumachen, werden Sie dann finden, wenn Ihnen etwas wichtiger ist als vor lauter Angst resigniert zu schweigen.

Viele Ratgeber versprechen einen leichten Weg zum Ziel. Wie sehen Sie das?

Absoluter Quatsch. Überall sprießen die Angebote des schnellen Erfolgs: In einem Jahr zum Millionär oder in sechs Wochen zum Sixpack. Der Mensch ist von Natur aus faul und so folgen unzählige diesen „Glück ohne Anstren­gung“-Gurus. Statistische Unfälle dienen den Träumern als Beispiele, dass es doch ohne Aufwand klappen muss. Hilfreicher halte ich, durch Wille, Fokus und Disziplin Herr des eigenen Schicksals zu werden.

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