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Di Croce: "Faires Essen zu einem fairen Lohn"

Slow Food statt Fast Food: Immer mehr Menschen achten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und wollen auch wissen, wo die Lebensmittel, die sie auftischen, ihren Ursprung haben. Die Slow-Food-Bewegung hat dies schon vor Jahren erkannt. Was Slow Food bedeutet und welche Auswirkungen diese auf den Tourismus hat, erklärt Paolo Di Croce.

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© KK/Kärnten Werbung Paolo Di Croce ist Generalsekretär von Slow Food International.

Sie sind Generalsekretär von Slow Food International. Die Bewegung nahm in Italien ihren Ausgang. In Kärnten gibt es die weltweit erste Slow-Food-Travel-Region.

Paolo Di Croce: Slow Food ist keine Sache, die mit nur einem Protagonisten funktioniert, es braucht immer Menschen, die für eine gemeinsame Sache an einem Strang ziehen. Menschen, die bewusst genießen und diesen Genuss mit vielen anderen Personen teilen möchten. Daher kann Slow- Food nie mit nur einem Protagonisten funktionieren. Das Slow-Food-Projekt in Kärnten ist ein Vorzeigeprojekt, es funktioniert wunderbar und findet bereits international Nachahmer.

Wie muss Slow Food funktionieren, damit es auch ankommt?

Das Wichtigste ist die Qualität der Produkte. Wichtig ist aber auch, dass es regionale Produkte und diese einzigartig für die jeweilige Region sind. Darüber hinaus, wie es auch in Kärnten ist, verfolgen Bauern, handwerkliche Produzenten und auch Konsumenten ein gemeinsames Ziel: Sie setzen sich dafür ein, dass Lebensmittel sauber und vor allem fair produziert und in weiterer Folge auch fair gehandelt werden. Im Mittelpunkt steht auch die Vielfalt des Geschmacks. Dieser soll erhalten bleiben.

In der Werbung gibt es einen wahren Preiskampf – mittlerweile auch bei Lebensmitteln.

Das ist eine schwierige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass über 800 Millionen Menschen weltweit täglich zu wenig zum Essen haben. Lebensmittel sind ein wichtiges Gut, worauf wir schauen und achten müssen, dass dies so bleibt. Es ist wichtig, dass man den Produzenten einen fairen Lohn für ihre Arbeit bezahlt. Es darf nicht sein, dass Lebensmittel ständig einem Preiskampf ausgesetzt sind. Jede Slow-Food- Bewegung, und davon gibt es mittlerweile schon sehr viele auf der Welt, haben ein gemeinsames Ziel: Sie alle setzen sich mit großem Engagement für eine nachhaltige und ökologische Lebensmittelerzeugung ein. In Peru beispielsweise, was nur wenige für möglich halten, gibt es einen sehr hohen Standard in der Gastronomie.

Welche Auswirkung hat der Slow-Food-Trend auf den Tourismus?

Speziell im Tourismus tun sich durch diese Bewegung neue Chancen auf. Umfragen belegen immer wieder, dass das Essen einen wichtigen Stellenwert im Urlaub einnimmt. Gäste wollen typische Gerichte des Landes, in dem sie urlauben, kennenlernen. Wichtig ist es, Allianzen zu bilden – etwa zwischen Spitzenköchen und Produzenten. Mit Slow Food kann man neue, spannende Geschichten erzählen. Diese Geschichten gehen dann auf Reisen. Die Zeiten, wie es in den 80er Jahren war, in denen man weltweit das gleiche essen wollte, sind vorbei.

Kann man mit einem Lebensmittel auch eine fremde Kultur erfahren?

Wenn man eine Reise macht, dann kann man bekanntlich viel er-zählen. Hinter jedem Reiseziel verbergen sich hunderte Geschichten. Es gibt in jedem Land auch unzählige Geschichten zum Thema Kulinarik. Geschichten und Anekdoten zu traditionellen Speisen und Rezepten. Traditionelle Speisen sind ein Kulturgut. Aber nicht jeder nimmt im Urlaub die jeweilige Küche und deren Gerichte authentisch wahr. Und hier setzt die Slow-Food-Bewegung bewusst an.

Wo sehen Sie die Slow-Food-Bewegung in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass sie weiterhin wachsen wird. Die Leute achten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Darauf baut auch die Bewegung auf. 

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