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Pichler: "Sinn wirkt auf Menschen wie ein Magnet"

Mit der Frage nach dem Sinn hat sich der Unternehmensberater Harald Pichler intensiv auseinandergesetzt. Er weiß, wie sehr Mitarbeitermotivation und somit der Unternehmenserfolg von einem erkennbaren Sinn abhängen.

Sinn verhilft zu unternehmerischem Erfolg, ist Unternehmensberater Harald Pichler sicher.
© www.friedlundpartner.at Sinn verhilft zu unternehmerischem Erfolg, ist Unternehmensberater Harald Pichler sicher.

Der betriebliche Alltag ist von Herausforderungen geprägt. Wie geht man damit als Unternehmer am besten um?

Harald Pichler: Meiner Erfahrung nach ist es sinnvoll, Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter als Menschen zu sehen – das macht ein erfolgreiches Unternehmen aus. Grundsätzlich muss man sich überlegen „Was ist der Sinn meines Unternehmens?“. Und der Sinn ist nicht, möglichst schnell möglichst viel Umsatz zu machen, sondern Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Macht man das, tritt als Folge der unternehmerische Erfolg ein.

Was kann man tun, damit die Mitarbeiter leistungs­fähig und gesund bleiben?

Für die Mitarbeiter ist es besonders wichtig, einen Sinn in ihrem Tun zu erkennen. Sie sollen sehen, was ihr Beitrag zum großen Ganzen ist und welchen Sinn ihre Aufgabe hat. Denn der Sinn motiviert nicht nur, sondern macht auch belastbarer. Das heißt auch, dass die Mitarbeiter weniger oft krank werden. Es ist wie beim Häuslbauer: Er arbeitet über Wochen die Wochenenden durch und wird nie krank. Warum nicht? Weil er einen persönlichen Sinn in seinem Tun sieht.   

Wodurch ist sinnzentriertes Führen gekennzeichnet?

Führen heißt, andere Menschen erfolgreich zu machen. Führungskräfte müssen sich fragen „Geht es mir um mich oder um die Weiterentwicklung meiner Mitarbeiter?“. Nach dem sinnzentrierten Ansatz muss man die Mitarbeiter als Ganzes sehen, man muss ihnen mehr zutrauen, als sie es selbst tun, ihnen Gestaltungsfreiräume geben und Verantwortung delegieren. Auch muss man als Führungskraft authentisch und berechenbar sein. Das heißt aber nicht, dass man seine Mitarbeiter verhätscheln soll. Es geht viel mehr um klare Regeln und Zielvorgaben und entsprechende Wertschätzung. 

Wie kann man sinnlose Konflikte vermeiden?

Einerseits muss man erkennen, dass andere Menschen anders ticken als man selbst. Deshalb darf man auch nicht alle gleich behandeln, denn das wäre ungerecht. Man muss die Unterschiede akzeptieren und darf es nicht als Angriff sehen, wenn sich jemand anders verhält. Andererseits muss man auch den Blick auf das Gemeinsame lenken. Egozentrisches Verhalten ist konfliktträchtig, wenn man das Gemeinsame hervorhebt, ist das konfliktvermeidend. Auch muss man die Menschenwürde des anderen achten und einen wertschätzenden Umgang pflegen.

Wie verändert Sinn die handelnden Personen, wie das Unternehmen?

Führungskräfte haben hier eine Schlüsselfunktion. Der Sinn bringt Führungskräften selbst sehr viel Gelassenheit und Souveränität. Sie lassen sich dann nicht mehr so leicht durch andere verunsichern. Die Mitarbeiter entwickeln durch Sinn mehr Engagement und sind weniger krank. Und das Unternehmen selbst wird zu einem attraktiven Arbeitgeber, weil man seinen persönlichen Sinn im Unternehmen erfüllen kann. Sinn wirkt wie ein Magnet, weil viele einen möglichst sinnvollen Beitrag leisten wollen. 

Kann man in allem einen Sinn sehen?

Nein, man kann nicht in alles einen Sinn hineininterpretieren. Sinnwidriges Verhalten bleibt sinnwidriges Verhalten. Belas­tende Situationen kann man nicht schönreden, aber man kann sich fragen: „Wozu fordert mich das heraus?“ Dann kann man für sich das Beste daraus machen.

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